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Anschreiben 

Das Anschreiben wirbt in eigener Sache   


Das Anschreiben ist neben dem Lebenslauf das Kernstück einer Bewerbung. Je nach persönlichen Vorlieben liest ein Personalentscheider zuerst das eine oder das andere, um eine grobe Vorauswahl zu treffen. Deswegen kann es sein, dass das Anschreiben als erster Türöffner fungiert oder im Folgenden beweisen soll, dass der Bewerber bestens auf die aktuelle Vakanz passt. Deshalb sollte das Anschreiben die wichtigen Eckdaten und Qualifikationen aus dem Lebenslauf aufgreifen, die den Bewerber ausmachen und gleichzeitig auf die ausgeschriebene Stelle passen. Dann ist gewährleistet, dass das Anschreiben als Erst- wie auch als Zweitinformation zu den restlichen Unterlagen passt. Es bietet sich daher an, das Anschreiben als letztes Dokument der Bewerbung zu verfassen. Geübte Bewerber passen in Teilen ihr Anschreiben an jede Ausschreibung an, um nur die Qualifikationen aufzuführen, die für die aktuelle Vakanz relevant sind.

Das Anschreiben sollte kurz und interessant sein. Niemand möchte ewig lange und langweilige Texte lesen. Deswegen sollte das Anschreiben in Kürze alle wichtigen Informationen auf den Punkt bringen. Dann macht das Anschreiben Lust weiter zu lesen. Und das soll die Werbebotschaft in eigener Sache bezwecken. Eine gute Daumenregel ist, dass ein Anschreiben für eine Bewerbung nicht länger als eine DIN A4 Seite sein sollte. Bewerbungshandbücher raten sogar zu noch kürzeren Anschreibetexten von rund fünf bis sechs Sätzen. Aber Achtung: Formalia wie Ort und Datum, Briefkopf und Adressat, Betreffzeile, Grußformel, Bitte um ein Vorstellungsgespräch, Unterschrift und Verweis auf die Anlagen dürfen nicht fehlen. Die Bewerbungsunterlagen dürfen nicht wegen formeller Fehler aussortiert werden. Die Schriftgröße liegt bei zwölf Punkt und sollte nicht kleiner gewählt werden, nur damit mehr Informationen ins Schreiben passen. Dann lieber den Text kürzen.

Inhaltlich gibt das Anschreiben Antwort auf die Fragen, die sich ein Personaler stellt: Warum bewerben Sie sich? Warum gerade auf diese Stelle? Wo stehen Sie derzeit und welche Kernkompetenzen bringen Sie mit, um diesen Job auszufüllen? Wo wollen Sie hin? Welche beruflichen und persönlichen Entwicklungen sind Ihnen wichtig? Bereits der erste Satz soll Neugierde wecken und den Leser in den Text hinein ziehen. Deswegen sind stereotype Anfänge wie "Hiermit bewerbe ich mich um ..." oder "In Bezug auf Ihre Anzeige ..." eher ungeeignet. Ein persönlicher Einstieg ist interessanter und unterscheidet sich von der restlichen Flut von Bewerbungen.

Einige Stolpersteine aus den Stellenausschreibungen sind zu beachten. So sollte kein Anschreiben mit "Sehr geehrte Damen und Herren, ..." beginnen, wenn ein persönlicher Ansprechpartner genannt wird. Ist eine Telefonnummer für Bewerber vermerkt oder wird sogar um ein Vorabtelefonat gebeten, sollte der Interessent diese Chance unbedingt wahrnehmen. Wird im Telefonat oder in der Stellenanzeige ein formloses Anschreiben oder eine formlose Bewerbung gefordert, ist Vorsicht geboten. Oft wird darunter Unterschiedliches verstanden. Deswegen sollte der Bewerber am Telefon gezielt nachfragen. Eine Kurzbewerbung besteht oft aus einem Anschreiben, einem Lebenslauf und einem Foto mit Verweis auf weitere Unterlagen, die bei Bedarf nachgereicht werden können. Gehaltsvorstellungen gehören nicht in das Anschreiben - es sei denn, in der Stellenausschreibung wird ausdrücklich darum gebeten. In diesem Fall bietet sich die Angabe eines Verdienstintervalls an. Grund: Auch Sonderleistungen des Arbeitgebers werden mit eingerechnet, die zum Bewerbungszeitpunkt dem Interessenten häufig unbekannt sind.