Wie finden Sie Ihren Traumjob?

Den passenden Job finden kann sich als große Herausforderung herausstellen. Glück gehört ebenfalls dazu. Diejenigen Jobsuchenden, die ihre diesbezüglichen Wünsche genau kennen, treffen mit höherer Wahrscheinlichkeit richtige Entscheidungen bei der Jobsuche.

Was können Sie?

Ihre eigenen Fähigkeiten ergeben sich aus Ihren bisherigen Ausbildungsergebnissen und vorherigen Beschäftigungen sowie aus bestimmten Soft und Hard Skills, welche Arbeitgeber gern in Stellenausschreibungen vorgeben. Vorherige Beschäftigungen müssen nicht allein beruflicher Natur gewesen sein. Auch interessante Hobbys und private Aktivitäten bedingen bestimmte Skills und entwickeln diese. So sind die Millennials - die sogenannte Generation Y - in der Regel sehr fit an allen elektronischen Geräten und schreiben unter anderem Texte selbstverständlich im professionellen 10-Finger-System wie eine gelernte Sekretärin. Das ist eine bedeutende Fähigkeit, die Menschen jenseits des 40. Lebensjahres in der Regel abgeht. Wenn Sie sich Ihre Fähigkeiten bewusst machen sowie das Feedback von Familienangehörigen, Freunden und Kollegen einholen, ergibt sich ein Bild von Ihren Eignungen. Professionell Hard- und Softskill-Listen sind dennoch nicht zu verachten, denn hinter diesen Fragestellungen steckt eine gewisse Expertise.

Welche Wünsche verbinden Sie mit der Jobsuche?

Ein Job ist die meist einzige Geldquelle, dient der Selbstverwirklichung, schafft soziale Kontakte und generiert Aufstiegsmöglichkeiten. Er verlangt aber auch Opfer. Die Tages- und Lebenszeit ist begrenzt, ein fordernder Job erzwingt Einschränkungen im Familien- und Freundeskreis. Er kann ernsthaft die Gesundheit angreifen. Ein eher gemütlicher Job lässt Raum für Hobbys, Freunde und die Familie, er reduziert den Stress und schafft damit deutlich mehr Lebensqualität. Hoch bezahlt ist er aber praktisch nie. Dann gibt es noch zwei Extremfälle:

  • Es gibt 1. Jobs in interessanten Fachgebieten, welche die Kreativität fördern, hoch angesehen sind und zu einer ausgezeichneten Informationslage führen, aber schlecht bezahlt werden. Betroffen sind unter anderem freiberufliche Programmierer, Webdesigner, Online-Autoren, Journalisten und Musiker. Die Liste ließe sich stark verlängern.
  • Auf der anderen Seite gibt es Jobs, die auf den reinen Geldverdienst ausgerichtet, aber in halbseidenen Geschäftsfeldern angesiedelt sind. Jüngere Leute halten die in diesen Systemen vorherrschende Gehirnwäsche eine Weile aus, sie brauchen das Geld, um ihre Familien zu ernähren. Spätestens ab dem 40. Lebensjahr wendet sich aber jeder vernünftige Mensch von solchen Geschäften ab. Es fragt sich, was dann kommt. Manche dieser Personen landen plötzlich in der ersten Gruppe.


Es ist stets zu empfehlen, nach einem Job zu suchen, der den eigenen Fähigkeiten und der mühsam erworbenen Ausbildung entspricht. Dann ist es noch wichtig, mit einem Arbeitgeber und den Kollegen gut zurechtzukommen. Leider ist das interne Gefüge in einem Unternehmen von außen schwer zu durchschauen. Für Menschen, die auf der fachlichen Seite genau wissen, was sie wollen, ist das wahrscheinlich das größte Risiko bei der Jobsuche.

Beurteilung der eigenen Hard und Soft Skills

Wer in einem Job glücklich werden möchte, sollte die eigenen Fähigkeiten objektiv einschätzen können. Die Unternehmen erwarten gewisse Voraussetzungen. Im Einzelnen:

  • Hard Skills sind nachweisbar erworbene berufliche Qualifikationen. Auskunft darüber liefern Berufsausbildungszeugnisse, Studienabschlüsse und Zertifikate aufgrund von Weiterbildungen.
  • Soft Skills sind kommunikative und soziale Fähigkeiten. Auf Führungspositionen, aber auch in stark integrativen Teams können sie entscheidend sein. Eine Führungskraft kann allein aufgrund dieser “weichen” Fähigkeiten sehr erfolgreich sein, wenn sie die Kompetenz ausgewiesener Fachleute im Team anerkennt und nutzt. Allerdings ist wichtig zu wissen, dass es ohne bestimmte Fachkenntnisse heute nicht mehr geht. Ein Chef, der das Tablet nicht bedienen kann und von Betriebswirtschaft fast nichts weiß, fällt trotz größter sozialer Kompetenz unweigerlich durch.

Wie finden Sie die passende Branche?

Idealerweise sind Sie auf einem bestimmten Sektor erstklassig ausgebildet, etwa als Maschinenbauingenieur. Dann werden Sie exakt in dieser Branche den passenden Job finden. Doch wir alle wissen, dass die Wirtschaftswelt einem starken Wandel unterworfen und der Quereinstieg heute die Regel, nicht die Ausnahme ist. Dann suchen Sie sich eine Branche mit Wachstumspotenzial und guter Reputation. Es gibt viele Sektoren, in denen handfeste Produkte und Dienstleistungen geschaffen werden, die wirklich jeder Mensch braucht. Um es plakativ zu sagen: Niemand behauptet, dass ein Bauingenieur, ein Dachdecker, eine Lehrerin, ein Elektriker oder eine Krankenschwester etwas Überflüssiges tun.

Wie finden Sie ein passendes Unternehmen?

Wie bei der Branche zählt auch beim Unternehmen die Reputation. Recherchieren Sie in dieser Hinsicht genau. Erstklassige Unternehmen genießen einen erstklassigen Ruf. Des Weiteren sollten Sie über die Größe der Firma nachdenken. In einem kleinen Unternehmen haben sie bessere Aufstiegschancen, während ein Konzern meistens mehr Sicherheit bietet

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.