Nach dem Vorstellungsgespräch: Mit einem Dankschreiben beeindrucken

Nach dem Vorstellungsgespräch ist es durchaus angebracht, ein Dankschreiben zu verschicken. Eine Selbstverständlichkeit ist das hierzulande zwar nicht, doch Bewerber sollten einmal darüber nachdenken. Im angloamerikanischen Raum haben sich solche Schreiben nach dem Einstellungsgespräch schon längst eingebürgert. Lesen Sie in diesem Beitrag, was Ihnen dieses Schreiben bringt und wie Sie es formulieren könnten.

Pluspunkte nach dem Vorstellungsgespräch sammeln

So ein Schreiben an den Personaler ist Ihre Chance, denn Sie rufen sich damit in Erinnerung. Auf diese Weise sammeln Sie nach dem Jobinterview Pluspunkte. Sie müssen keinen Brief auf Papier schreiben, eine E-Mail genügt. Es gibt für diese Form der Höflichkeit viele gute Gründe. Wer sich bedankt, wird selbst dadurch glücklicher. Im beruflichen Kontext ist der ausdrücklich ausgesprochene (geschriebene) Dank ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg, denn Dank erhalten die meisten Berufstätigen viel zu wenig. Daher liefern Sie mit diesem Schreiben des Dankes das gewisse Extra, das Ihnen viele Pluspunkte einbringen wird. Der Personaler wird es auf verschiedenen Ebenen zu würdigen wissen:

  • Er erkennt Ihr besonderes Interesse am ausgeschriebenen Job.
  • Das Schreiben zeigt Ihr Engagement und Ihre Motivation, denn es ist ein besonderer Schritt, der mit einem gewissen Aufwand verbunden ist.
  • Es bringt die Chance mit sich, dass Sie im Gespräch bleiben.
  • Ein gut formuliertes Schreiben weckt Sympathien.
  • Der Personaler merkt sich Ihre Person. Sie fallen im Pool der Bewerber damit auf.
  • Nicht zuletzt liest der Personaler ein ehrliches Dankeschön sehr gern!

Wie sollten Sie das Dankschreiben besser nicht formulieren?

Es kommt bei diesem Schreiben auf ein gewisses Niveau an. Aufdringlichkeit ist vollkommen fehl am Platz. Daher sollten Sie auf gar keinen Fall den Interviewpartner zu einer Entscheidung bezüglich Ihrer Einstellung drängen oder ihm gar eine Deadline setzen. Ein absolutes No-Go wäre beispielsweise die Forderung, dass Sie seine “Entscheidung bis zum 15. des Monats” erwarten. Auch Unprofessionalität macht den guten Eindruck zunichte. Es sollten daher in diesem Schreiben weder Grammatik- noch Rechtschreibfehler vorkommen, auch müssen Sie den richtigen Ton treffen. Persönlich sollten Sie schon formulieren, um sich von floskelhaften Standardschreiben abzuheben. Zu informell, flapsig oder anbiedernd dürfen Sie niemals schreiben, all das wirkt niveaulos. Nicht zuletzt sollten Sie sich die Mühe eigener Formulierungen machen. Standard-Texte aus dem Internet dürfte der Personaler kennen, der sich schon aus beruflichen Gründen ständig auf Karriereportalen umsieht und die gängigen Vorlagen kennt. Nehmen Sie daher auch unseren Mustertext weiter unten nur als Anregung auf und formulieren Sie unbedingt selbst. Viele der vorformulierten Schreiben strotzen vor Phrasen und wirken extrem unpersönlich. Das macht einen inhalts- und charakterlosen Eindruck. Schweifen Sie zudem nicht zu sehr ab, produzieren Sie keine Überlänge und rekapitulieren Sie nicht das gesamte Vorstellungsgespräch. An dieses kann sich der Personaler schon selbst erinnern, er war ja dabei.

Wie entsteht ein guter Eindruck mit dem Dankschreiben?

Die Ansprache muss persönlich sein. Adressieren Sie das Schreiben an den Personaler bzw. diejenige Person, die mit Ihnen das Bewerbungsgespräch geführt hat. Sie können darüber hinaus weitere Teilnehmer des Interviews persönlich ansprechen – je nachdem, welche Rolle diese im Gespräch gespielt haben, wie ihre Position im Unternehmen beschaffen ist und ob Sie sich die betreffenden Namen gemerkt haben. Wenn Sie Personen namentlich erwähnen, müssen die Namen unbedingt korrekt geschrieben sein. Einen Namen falsch zu schreiben, und sei es nur mit einem einzigen Buchstaben, ist ein weiteres No-Go. Das Schreiben benötigt zudem eine klare Struktur. Am Anfang machen Sie deutlich, worum es geht, nämlich um Ihre Dankbarkeit für die Gelegenheit, sich bei Ihrem potenziell zukünftigen Arbeitgeber vorzustellen. Sie dürfen daher den Gesprächspartnern für ihre Zeit und Aufmerksamkeit danken. Dann können sie wenige wichtige Punkte des Gesprächs (ein bis zwei) nochmals aufgreifen. Auch Ihre Qualifikationen dürfen Sie in diesem Schreiben kurz noch einmal hervorheben, wenn Sie glauben, dass diese Art von Überzeugungsarbeit nötig und sinnvoll ist. Das Schreiben schließt mit dem Wunsch, gern ein zweites Mal eingeladen zu werden. Die persönliche Note verleihen Sie dem Schreiben, indem Sie sich explizit auf den ausgeschriebenen Job beziehen und in Ihrer Argumentation darauf eingehen, dass Sie die Position durchaus gut ausfüllen würden. Bleiben Sie dabei immer positiv, selbst wenn das Vorstellungsgespräch streckenweise aus Ihrer Sicht suboptimal verlief. Verschicken Sie das Schreiben innerhalb der nächsten 48 Stunden nach dem Jobinterview.

Formulierungen, Layout und Stil Ihrer Danksagung

Wir liefern Ihnen in diesem Beitrag ein Muster zur Orientierung, dessen Formulierungen Sie aber nicht kopieren und verschicken sollten (siehe oben). Es soll Ihnen lediglich eine Idee verschaffen, wie solche Schreiben nach dem Vorstellungsgespräch idealerweise aussehen. Ohnehin finden Sie in unserem Muster viele Passagen, die Sie individuell ausfüllen müssen. Variieren Sie das Muster ein wenig nach der Art der Firma, bei der Sie sich beworben haben. Konservative Unternehmen verlangen einen anderen Stil als junges Start-ups. Hier unser allgemeines Beispiel:


Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name des Haupt-Interviewpartners],

ich nutze diesen unkomplizierten Weg [bezieht sich auf die Wahl
der E-Mail], um mich bei Ihnen herzlich für unser gestriges
Gespräch [Gespräch am: Zeitangabe] zu bedanken.
Einerseits durfte ich mich bei Ihnen vorstellen, andererseits konnte ich
einen sehr informativen Eindruck von Ihrem bemerkenswerten Unternehmen
bekommen. Daher nehme ich aus unserem Gespräch sehr positive Eindrücke
mit. Besonders beeindruckt haben mich [allgemeine Aspekte wie das
Betriebsklima, die angenehme Gesprächsatmosphäre oder die Zukunftsplanung
des Unternehmens]. Hoffentlich konnte ich umgekehrt ebenso mit
meinen [Hard und Soft Skills wie technische Fähigkeiten oder
Mehrsprachigkeit] überzeugen. Schließlich möchte ich mich positiv in Ihr
Team einbringen.

Durch meine Erfahrungen beim [vorangegangene Erfahrungen wie
Projektmanagement] glaube ich, die von Ihnen ausgeschriebene
Position als [Stellenbezeichnung] bestens ausfüllen zu
können.

Während unseres Gesprächs wurde auch das Thema [wichtiges Thema
des Gesprächs wie Ihr für die Stelle relevantes Expertenwissen]
besprochen. Gern verweise ich nochmals darauf, dass ich hierfür
die [Aus- und Weiterbildung] absolviert habe. Das dürfte
für die ausgeschriebene Position durchaus sehr wertvoll sein.

Erwähnen möchte ich noch unbedingt, dass mich bei Ihnen die [für
Sie sehr angenehmer Aspekt des Unternehmens] rundheraus überzeugt
hat. Das hat meinen Wunsch noch verstärkt, bei Ihnen als 
[Jobbezeichnung] tätig zu werden.

(Tipp: Sollten Sie im Gespräch mit Ihrem Interviewpartner persönliche
Informationen ausgetauscht haben, wäre hier noch Platz für einen Bezug
darauf. Vielleicht möchte er nächste Woche in den Urlaub fahren, wozu Sie
ihm eine schöne Zeit wünschen. Das funktioniert nur, wenn Sie sich an
solche Bemerkungen genau erinnern können.)

Ich würde mich sehr freuen, wenn wir uns in einem zweiten Gespräch
begegnen könnten.

Mit freundlichen Grüßen
[Ihr Name]

 

Fazit: Dankbarkeit ist immer gut

Seine Dankbarkeit schriftlich zu äußern kostet Zeit und Mühe, doch gerade diesen Aufwand wird der Personaler honorieren. Der Brief lohnt sich also für Sie.

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