Physician Assistant (PA): Neues Berufsbild im Gesundheitswesen

Physician Assistant ist ein relativ junges Berufsbild im Gesundheitswesen. Diese Berufstätigen übernehmen die Arztassistenz. Unter der Aufsicht ihres Facharztes führen sie hochspezifische Aufgaben im interventionellen und operativen Bereich durch.

Physician Assistant: Kurzübersicht

Dieser Arztassistent repräsentiert im Rahmen der deutschen Gesundheitsberufe eine neue Position etwas über der Krankenschwester oder dem Krankenpfleger. Der PA assistiert bei Operationen mit einer gewissen fachlichen Expertise. Andere Länder kennen das Berufsbild schon länger. Im Gegensatz zu den pflegenden Berufen kann ein Arztassistent durchaus einfache Behandlungen selbständig durchführen. Damit sollen Ärzte entlastet werden.

Zu den Aufgaben eines PA gehören daher auch die Funktionsdiagnostik, die DRG-Verschlüsselung und die Dokumentation, des Weiteren sogar kleinere chirurgische Eingriffe, technische Untersuchungen und Qualitätskontrollen. Des Weiteren übernimmt der PA aber auch pflegerische Aufgaben, koordiniert medizinische Abläufe, sorgt für das Patient Flow Management, steuert sogar betriebswirtschaftliche Prozesse und arbeitet im Einzelfall in der Forschung mit.

Ausbildung und Einsatz

Empfohlener Abschluss für die Ausbildung: dreijährige Ausbildung in einem Gesundheitsberuf, Hochschulreife oder Fachhochschulreife

Ausbildungsdauer: drei bis vier Jahre

Einstiegsgehalt: durchschnittlich 2.300 – 3.000 Euro pro Monat

Entwicklungsmöglichkeiten im Beruf: Masterstudiengang und Spezialisierungen

Einsatzorte: Krankenhäuser, Ambulanzen, Kostenträger, medizinische Versorgungszentren

Aufgaben der Arztassistenz

Die Physician Assistants entlasten die Ärzte und das Pflegepersonal gleichermaßen, ihre Tätigkeit ist an der Schnittstelle zwischen ärztlicher und pflegerischer Leistung angesiedelt. Sie übernehmen unter anderem nicht approbationsgebundene Leistungen, die sonst Ärzte erledigen müssten. Auch die medizinspezifischen betriebswirtschaftlichen Aufgaben, welche Angehörige der Gesundheitsberufe erheblich fordern, nehmen sie den Ärzten und der Klinikleitung ab. Damit helfen sie, Personalengpässe zu meistern.

Aufgrund ihrer betriebswirtschaftlichen Qualifikation kommen sie auch bei Kostenträgern zum Einsatz. Im OP wiederum kann ein Physician Assistant medizinisch, aber auch organisatorisch wirken. Unter anderem erstellt er Diagnostik- und Behandlungspläne, organisiert die Behandlungen und sorgt für die nötige Dokumentation. Das ärztliche Prozessmanagement gehört genauso wie die Mitwirkung bei einer Notfallbehandlung, einer komplexen Untersuchung oder einem Eingriff zu seinen Aufgaben.

Die Physician Assistant Ausbildung in Deutschland

Weltweit gibt es schon mehr als 200 akkreditierte PA-Programme, dementsprechend ist der Beruf unter anderem im angloamerikanischen Raum inzwischen weit verbreitet. In Deutschland sind Anfang 2019 erst wenige Hundert ausgebildete ArztassistentInnen tätig, eine etwas kleinere Zahl lässt sich aktuell zum PA ausbilden. Hochschulen für den Studiengang sind:

  • Staatliche Studienakademie Plauen
  • Duale Hochschule Baden-Württemberg
  • Steinbeis Hochschule in Hamburg und Berlin
  • Carl Remigius Hochschule in München und Frankfurt
  • Praxishochschule in Rheine und Köln

Die Ausbildung zum Physician Assistant findet dem Berufsbild entsprechend in der Breite statt. Dabei sind spätere Spezialisierungen möglich. Im Studium werden vertiefte medizinische Kenntnisse vermittelt. So sind PAs in der Lage, Notfälle zu beurteilen und medizinisch adäquat zu behandeln. Gleichzeitig erwerben sie eine vertiefte medizinspezifische betriebswirtschaftliche Kompetenz.

Die Praxisausbildung findet in Kliniken, Krankenhäusern und Arztpraxen statt. Im ersten Semester arbeiten die Studierenden praktisch auf einer Allgemeinstation eines Krankenhauses, im zweiten und dritten Semester in der Patientenaufnahme (allgemein und Notfallaufnahme), im vierten Semester in der Funktionsdiagnostik und Endoskopie und im fünften Semester schließlich im OP. Die Praxiseinsätze werden in einem Logbuch dokumentiert. Das letzte Semester ist der Bachelorarbeit vorbehalten.

Foto: © contrastwerkstatt  Adobe Stock

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