Karrieretipps: Vorstellungsgespräch 3. Der Ablauf

Vorstellungsgespräch

Der Ablauf

In der Regel läuft so ein Vorstellungsgespräch nach einem ganz bestimmten Muster ab. Sie können in den meisten Fällen davon ausgehen, dass folgende Themen mit den entsprechenden Fragen auf Sie zukommen:

1) Begrüßung und Einleitung des Gesprächs

Dies ist der Moment, in dem der berühmt-berüchtigte erste Eindruck geprägt wird. Versuchen Sie, gelassen zu wirken und einigermaßen selbstsicher zu erscheinen.

2) Motive der Bewerbung und Leistungsmotivation

Typische Fragen:

Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?
Warum wollen Sie den Arbeitsplatz wechseln?
Ihr Gegenüber testet, wie fundiert Motivation und Interesse sind. Ist dieser Arbeitsplatz erste Wahl oder nur Kompromiss bzw. sogar Notlösung? Legen Sie sich vorher eine plausible Argumentation zurecht. Beklagen Sie sich auf keinen Fall über Ihren jetzigen Arbeitgeber.

3) Ausbildung und beruflicher Werdegang

Typische Fragen:

Wie verlief Ihr bisheriger Berufsweg?
Was sind z.Z. Ihre konkreten Arbeitsaufgaben?
Planung oder Zufall? Ist ein roter Faden bei Ihren Motiven für Arbeitsplatz- und Positionswechsel erkennbar? Überlegen Sie sich vorher, was und wie Sie antworten und welches Bild Sie dabei von sich erzeugen.

Eine weitere mögliche Frage:

Warum haben Sie Ihren Arbeitgeber öfter bzw. selten gewechselt?
Hier will man Schwachstellen aufdecken. Gut vorbereitet jedoch können Sie sich geschickt aus der Affäre ziehen.

4) Persönlicher, familiärer und sozialer Hintergrund

Typische Fragen

Erzählen Sie etwas über sich, wir möchten Sie gerne kennenlernen.
Was macht Ihr Mann/Ihre Frau beruflich?
Das ist ein Test nach dem Motto: "Zeige mir dein Umfeld, und sich sage dir, wer du bist". Seien Sie sich darüber im Klaren, dass Sie eine relativ konfliktfreie, weitgehend problemlose heile Welt präsentieren müssen. Sie sind nicht zur Wahrheit verpflichtet - und zwar dann nicht, wenn Ihr Gegenüber sogenannte unzulässige Fragen stellt. Das sind Fragen nach der politischen Meinung, Privatplänen, z.B. Heirat. Erlaubt sind auch keine Fragen nach Vorstrafen, laufenden Ermittlungsverfahren sowie Parteizugehörigkeit.

5) Gesundheitszustand

Typische Fragen:

Waren Sie schon mal ernstlich krank?
Wie oft gehen Sie im Jahr zum Arzt?
Ihr Gegenüber testet, ob Sie ein gesunder, im Berufsleben einsatzfähiger Mensch sind oder ob mit Fehlzeiten zu rechnen ist. Der Arbeitgeber darf sich nur nach aktuellen Erkrankungen erkundigen, die die berufliche Leistungsfähigkeit einschränken. Bagatellerkrankungen, auch ein kleiner Heuschnupfen gehen ihn nichts an.

6) Berufliche Kompetenz und Eignung

Typische Fragen:

Wie gut kennen Sie sich in unserer Branche, in unserem Metier aus?
Welche Kongresse, Fachtagungen, Weiterbildungen haben Sie in der letzten Zeit besucht?
Es geht darum zu prüfen, wie Ihr aktueller Wissensstand ist. Können Sie kompetent mitreden, einschätzen, beurteilen? Typisch ist auch folgende Frage:

Was spricht für und was gegen Sie als KandidatIn?
Dies ist ein Test zur Selbsteinschätzung. Eine Kurzzusammenfassung der Argumente, die für Sie sprechen und höchstens ein, zwei harmlose dagegen, sind jetzt gefordert.

7) Informationen für den Bewerber/die Bewerberin

Jetzt wird Ihr Gegenüber berichten, wie es bei ihm in der Firma/Institution zugeht. Das ist eine wichtige Gesprächsphase, in der es vor allem auf Ihre Zuhörfähigkeit ankommt, d.h., zeigen Sie sich interessiert, fragen Sie nach, nicken Sie zustimmend.

8) Arbeitskonditionen

Hier werden grob die Rahmenbedingungen abgeklärt, wie Aufgabengebiet, Arbeitszeit, Probezeit, Kündigungsfristen, Sonderzahlungen etc. Detailliert besprochen werden diese Aspekte aber erst, wenn man wirklich in die absolut engere Wahl gekommen ist, also beim zweiten Vorstellungsgespräch.

9) Fragen des Bewerbers/der Bewerberin

Im Vorstellungsgespräch können bzw. sollten Sie sogar selbst Fragen stellen. Damit unterstreichen Sie Ihr Interesse. Aber bitte fragen Sie nicht als erstes nach dem 13. Monatsgehalt oder wann Sie Urlaub haben können. Fragenbeispiele:
Ist diese Position/dieser Arbeitsplatz neu geschaffen worden oder fester Bestandteil in Ihrem Unternehmen?
Gibt es ein Organigramm (Organisationsplan), in dem der ausgeschriebene Arbeitsplatz dargestellt wird?
Wie ist die Einarbeitungsphase geplant? (Ansprechpartner, Programm, wie lange)?
Welche Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es in Ihrem Unternehmen?

10) Abschluss des Gesprächs und Verabschiedung

Fragen Sie, ab wann Sie mit einer Nachricht etwa rechnen können bzw. ob und wann Sie sich melden dürfen.