Mehr Geld erhöht tendenziell die Zufriedenheit
Mehr Geld macht nicht automatisch zufriedener? An dieser Aussage lassen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zweifeln. Sie ergab, dass Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro die geringste Lebenszufriedenheit aufweisen. Sie kamen auf einer Skala von 0 bis 10 auf einen Wert von 6,2.
Die höchste Lebenszufriedenheit zeigte die Gruppe mit einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 3.500 und 3.999 Euro. Sie lag mit 8,59 Punkten sogar noch über der Gruppe mit 4.000 Euro und mehr.
Umso unabhängiger, desto zufriedener
Neben dem Gehalt spielt Autonomie bzw. Unabhängigkeit eine wichtige Rolle, wenn es um die Lebenszufriedenheit geht. Diejenigen, die sich stark von externen Einflüssen betroffen sehen, erreichten auf der Skala nur 5,3 Punkte. Diejenigen, die davon überzeugt sind, ihr Handeln selbst beeinflussen zu können, erreichen im Durchschnitt 8,5 Punkte.
Diese Faktoren dürften auch erklären, warum geringfügig Beschäftigte weniger zufrieden sind als Teilzeit- oder Vollzeitkräfte. Zwar müssen geringfügig Beschäftigte weniger Zeit für den Job aufbringen, doch steht ihnen vergleichsweise weniger Einkommen zur Verfügung. Außerdem sind sie aufgrund der wirtschaftlichen Einschränkungen weniger unabhängig.
Die Zufriedenheit bei Teilzeit- und Vollzeitkräften ist ungefähr gleich hoch. Wer in Teilzeit arbeitet, hat zwar in der Regel ein geringeres Einkommen, dafür aber mehr Zeit zur freien Verfügung als eine Vollzeitkraft.
Junge Erwachsene und Ruheständler sind am zufriedensten
Insgesamt zeigen in der Studie junge Erwachsene und Menschen im Ruhestand die höchsten Zufriedenheitswerte. Dagegen fällt die Lebenszufriedenheit bei Menschen im mittleren Alter etwas geringer aus, was vermutlich an den mit dieser Lebensphase verbundenen Anforderungen in Job und Familie in Verbindung stehen dürfte.