Einkommen und Unabhängigkeit beeinflussen laut Studie die Lebenszufriedenheit

Einkommen und Unabhängigkeit beeinflussen laut Studie die Lebenszufriedenheit

News | 04.03.2026

Ein höheres Einkommen und weniger Fremdbestimmtheit sorgen tendenziell für eine höhere Lebenszufriedenheit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein höheres Einkommen geht tendenziell mit mehr Lebenszufriedenheit einher.
  • Das gilt nicht unbedingt für Spitzenverdiener.
  • Wer sich fremdgesteuert fühlt, ist weniger zufrieden.

Mehr Geld erhöht tendenziell die Zufriedenheit

Mehr Geld macht nicht automatisch zufriedener? An dieser Aussage lassen die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zweifeln. Sie ergab, dass Personen mit einem monatlichen Nettoeinkommen von weniger als 1.000 Euro die geringste Lebenszufriedenheit aufweisen. Sie kamen auf einer Skala von 0 bis 10 auf einen Wert von 6,2.

Die höchste Lebenszufriedenheit zeigte die Gruppe mit einem monatlichen Nettoeinkommen zwischen 3.500 und 3.999 Euro. Sie lag mit 8,59 Punkten sogar noch über der Gruppe mit 4.000 Euro und mehr.

Lebenszufriedenheit und Nettogehalt
Lebenszufriedenheit und Nettogehalt

Umso unabhängiger, desto zufriedener

Neben dem Gehalt spielt Autonomie bzw. Unabhängigkeit eine wichtige Rolle, wenn es um die Lebenszufriedenheit geht. Diejenigen, die sich stark von externen Einflüssen betroffen sehen, erreichten auf der Skala nur 5,3 Punkte. Diejenigen, die davon überzeugt sind, ihr Handeln selbst beeinflussen zu können, erreichen im Durchschnitt 8,5 Punkte.

Diese Faktoren dürften auch erklären, warum geringfügig Beschäftigte weniger zufrieden sind als Teilzeit- oder Vollzeitkräfte. Zwar müssen geringfügig Beschäftigte weniger Zeit für den Job aufbringen, doch steht ihnen vergleichsweise weniger Einkommen zur Verfügung. Außerdem sind sie aufgrund der wirtschaftlichen Einschränkungen weniger unabhängig.

Die Zufriedenheit bei Teilzeit- und Vollzeitkräften ist ungefähr gleich hoch. Wer in Teilzeit arbeitet, hat zwar in der Regel ein geringeres Einkommen, dafür aber mehr Zeit zur freien Verfügung als eine Vollzeitkraft.

Lebenszufriedenheit von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten
Lebenszufriedenheit von Vollzeit-, Teilzeit- und geringfügig Beschäftigten

Junge Erwachsene und Ruheständler sind am zufriedensten

Insgesamt zeigen in der Studie junge Erwachsene und Menschen im Ruhestand die höchsten Zufriedenheitswerte. Dagegen fällt die Lebenszufriedenheit bei Menschen im mittleren Alter etwas geringer aus, was vermutlich an den mit dieser Lebensphase verbundenen Anforderungen in Job und Familie in Verbindung stehen dürfte.

Dr. Hans-Peter Luippold

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und LinkedIn.