Betriebsgrößen im Vergleich
Der Rückgang der offenen Stellen betrifft alle Unternehmensgrößen, fällt aber unterschiedlich stark aus. Am stärksten ist die Nachfrage bei kleineren Betrieben gesunken.
- Kleine Betriebe: Bei Unternehmen mit weniger als 50 Beschäftigten sank das Stellenangebot im Vergleich zum Vorjahr um 23 Prozent. Das entspricht einem absoluten Minus von 161.000 Stellen.
- Mittelgroße Betriebe: In Firmen mit 50 bis 249 Mitarbeitern ging die Zahl der offenen Stellen um 17 Prozent oder 52.000 Stellen zurück.
- Großbetriebe: Unternehmen ab 250 Beschäftigten verzeichneten einen Rückgang von 12 Prozent bzw. 33.000 Stellen.
Entwicklung in den Wirtschaftszweigen
Die Entwicklung variiert stark zwischen den verschiedenen Branchen. Fast alle Wirtschaftsbereiche melden weniger offene Stellen als im Vorjahr.
- Dienstleistungen: Den größten absoluten Rückgang verzeichnen die unternehmensnahen Dienstleistungen. Dazu gehören Branchen wie die Zeitarbeit oder das Grundstückswesen. Hier sank die Zahl der offenen Stellen um 24 Prozent. Auch im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen ist die Nachfrage stark gesunken. Hier lag der Rückgang bei 20 Prozent.
- Industrie und Handel: Im verarbeitenden Gewerbe sowie im Bereich Handel und Kfz-Reparatur ist der Stellenbestand ebenfalls deutlich rückläufig.
- Landwirtschaft: Eine Ausnahme bildet die Land- und Forstwirtschaft. Es ist der einzige Bereich, in dem die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen ist (+ 1.000 Stellen).
Verhältnis von Arbeitslosen zu offenen Stellen
Die Situation für Arbeitssuchende hat sich durch die sinkende Zahl an Stellen verändert. Im dritten Quartal 2025 kamen rechnerisch 2,9 Arbeitslose auf eine offene Stelle. Ende 2022 lag dieser Wert noch bei 1,2 Arbeitslosen pro Stelle. Der Anstieg resultiert aus dem geringeren Stellenangebot und der gleichzeitig gestiegenen Arbeitslosigkeit.
Für Unternehmen bedeutet das eine verringerte Arbeitsmarktanspannung. Die sogenannte Vakanzrate, die den Anteil der sofort zu besetzenden Stellen an der gesamten Arbeitsnachfrage misst, ist auf 2,3 Prozent gesunken. Das liegt auf dem Niveau der zweiten Corona-Lockdown-Phase Anfang 2021. Betriebe haben unter diesen Bedingungen voraussichtlich weniger Schwierigkeiten bei der Besetzung von Stellen, weil es mehr potenzielle Bewerber pro Vakanz gibt.
Regionale Unterschiede
Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland ist das Stellenangebot gesunken. In Westdeutschland betrug der Rückgang 18 Prozent und in Ostdeutschland 23 Prozent. In Ostdeutschland stabilisierte sich die Zahl der offenen Stellen zuletzt auf niedrigem Niveau, während sie im Westen weiter leicht rückläufig war.
Auswirkungen für Jobsuchende
Wer heute auf der Suche nach einem Job ist, muss mehr Geduld und mehr Flexibilität mitbringen als noch vor einigen Monaten. Durch die gesunkene Zahl offener Stellen ist der Wettbewerb um Jobs härter geworden.
Wer bei der Jobsuche erfolgreich sein möchte, sollte daher bereit sein, sowohl örtlich als auch bei der Auswahl der in Frage kommenden Stellen Kompromisse einzugehen.
Um überhaupt in die engere Auswahl für eine Stellenbesetzung zu kommen, sollten Bewerberinnen und Bewerber auf hochwertige und aussagekräftige Unterlagen achten und ihren Lebenslauf aktuell halten.