Zahl der Jobs soll in etwa gleich bleiben
Die Zahl der Jobs bleibt nach Auffassung verschiedener Forschungsinstitute in Summe stabil, aber sehr viele einzelne Jobs werden sich verändern oder verschwinden.
Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat durchgerechnet, was ein schneller KI-Einsatz über 15 Jahre bewirkt. Das Ergebnis: rund 790.000 Arbeitsplätze entstehen, die es ohne KI nicht gäbe, und rund 790.000 fallen weg, die es ohne KI noch gäbe.
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Indikator |
Global (WEF, bis 2027) |
Deutschland (IAB, bis 2040) |
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Nettoeffekt Stellenanzahl |
−14 Millionen Jobs (−2 %) |
nahezu ausgeglichen |
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Brutto-Verschiebung |
69 Mio. neu / 83 Mio. obsolet |
ca. 800.000 neu / ca. 800.000 obsolet |
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Kernkompetenzen |
44 % der Skills betroffen |
Umschichtung hin zu IT-Anwendern |
Tabelle 1: Makroökonomische Eckwerte der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt durch KI im Vergleich. Quellen: WEF Future of Jobs Report, IAB-Szenarioanalyse.
Spannend ist der zeitliche Verlauf, denn er erklärt, warum gerade 2027 als kritisches Jahr gilt. Im ersten Jahr der breiten Einführung entsteht sogar ein Plus von etwa 50.000 Stellen, vor allem beim Aufbau der KI-Infrastruktur. Fünf bis zehn Jahre später liegt der Arbeitskräftebedarf dann 80.000 bis 100.000 Personen unter dem Vergleichswert ohne KI. Der Grund für die Delle in der Mitte: Unternehmen sparen schneller Arbeit ein, als neue Geschäftsmodelle Stellen schaffen.
Diesmal trifft es die Büro-Jobs
Frühere Automatisierungswellen ersetzten körperliche Routinearbeit. Generative KI übernimmt dagegen geistige Tätigkeiten und verarbeitet Text, Zahlen und Code. Sie greift damit dort an, wo bisher die sicheren, gut bezahlten Jobs saßen.
Je stärker ein Beruf auf dem Auswerten strukturierter Daten beruht, desto leichter lässt er sich automatisieren. Statistiker, Marktforscher und Finanzanalysten verdienen im Schnitt 47 Prozent mehr als der Rest der Belegschaft und stehen weit oben auf der Risikoliste. Wer einen Master oder eine Promotion hat, findet sich fast viermal so häufig in einer Hochrisikogruppe wieder wie Menschen mit niedrigeren formalen Abschlüssen.
Vier Bereiche stehen dabei besonders unter Druck:
- Büro- und Unternehmensdienste: Für das IAB der größte Verlierer mit rund 120.000 Erwerbstätigen weniger. Betroffen sind Sekretariate, Call-Center und Lohnbuchhaltung. Bis zu 54 Prozent der erwarteten Jobwechsel in Deutschland entfallen auf diesen Bereich.
- Rechtswesen: Dokumentenprüfung und Vertragsanalyse laufen zunehmend automatisiert. Einstiegsstellen brechen weg, erfahrene Volljuristen bleiben gefragt.
- Wirtschaft und Finanzen: Bonitätsprüfung, Risikobewertung und Informationsanalyse gelten zu über 84 Prozent als Hochrisiko-Tätigkeiten.
- IT-Entwicklung auf Junior-Ebene: Beim Schreiben und Prüfen von Code erreicht die Automatisierung bis zu 50 Prozent. Anfang 2026 verlor der Tech-Sektor weltweit 80.000 Stellen, überwiegend im Einstiegssegment.
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Berufskategorie |
Entwicklung bis 2027 |
Treiber |
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Administration, Dateneingabe |
starker Rückgang (−26 Mio. Jobs global) |
Automatisierung von Routine-Wissensarbeit |
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Junior-Positionen in der Wissensarbeit |
schleichender Wegfall über Einstellungsstopps |
Einstiegsaufgaben wandern an KI |
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Soziale und medizinische Berufe |
sehr stabil, teils wachsend |
Empathie und physische Interaktion |
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KI- und Machine-Learning-Fachleute |
starkes relatives Wachstum |
Aufbau und Betrieb der Systeme |
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Landwirtschaft und Bildungswesen |
starkes absolutes Wachstum (+6 Mio. Jobs global) |
Megatrends, ESG, Umschulungsbedarf |
Tabelle 2: Gewinner und Verlierer nach Berufskategorie. Quellen: WEF, IAB.
In den 15 weltweit am stärksten gefährdeten Berufen sind 83 Prozent der Beschäftigten Frauen, vor allem im Sekretariat, in der Buchhaltung und am Empfang.
Wie Unternehmen reagieren
Vier Beispiele aus den Jahren 2024 bis 2026 zeigen die Bandbreite. SAP baut um, ohne die Belegschaft zu verkleinern: 8.000 bis 10.000 Stellen sind betroffen, der Abbau läuft über Abfindungen, Altersteilzeit und interne Umschulung. Rund zwei Milliarden Euro Restrukturierungsaufwand kostet dieser Weg.
Klarna lieferte das bekannteste Gegenbeispiel. Der Chatbot des Fintechs führte im ersten Monat 2,3 Millionen Kundengespräche und ersetzte die Arbeit von etwa 700 Vollzeitkräften, der Umsatz je Mitarbeiter stieg auf über 600.000 Euro. 2025 stellte Klarna wieder Menschen ein, weil die Servicequalität bei Reklamationen und fehlerhaften Transaktionen eingebrochen war.
Salesforce setzt seine Agenten auf einen Rückstau von über 100 Millionen unbeantworteten Anfragen an und übergibt an Menschen, sobald das System an seine Grenzen stößt.
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Unternehmen |
Einsatzfeld |
Stellen-Effekt 2024–2026 |
Vorgehen |
Stand 2026 |
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SAP |
Cloud und generative KI |
8.000–10.000 betroffen |
Umschulung, Abfindung, Altersteilzeit |
Belegschaft stabil, hohe interne Akzeptanz |
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Klarna |
Kundenservice per Chatbot |
ca. 700 Vollzeitkräfte ersetzt |
schneller Austausch Mensch gegen KI |
Rückwärtsgang 2025 wegen Qualitätsverlust |
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Salesforce |
automatisierter Support |
Neueinstellungen vermieden |
Abbau alter Rückstaus, hybrider Mix |
Gewinn mit menschlicher Rückfallebene |
Tabelle 3: Vier Strategien im Vergleich. Quellen: manager magazin, Golem, absatzwirtschaft, All-AI, Gartner-Auswertung.
Was ziemlich sicher bleibt
Wo Arbeit körperlich, unvorhersehbar oder zwischenmenschlich ist, hat der Einsatz von KI zumindest derzeit noch Grenzen. Robotik zum Beispiel scheitert bis heute an banalen Dingen. Greifarme haben Probleme mit nassen, rauen oder glatten Oberflächen, drücken zu fest zu und zerquetschen das Objekt oder greifen zu locker, sodass es herunterfällt. Allerdings muss der Vollständigkeit halber ergänzt werden, dass es auch in diesen Bereichen enorme Fortschritte gibt. Wie lange es dauern wird, bis sich Roboter auch für feinmotorische Aufgaben einsetzen lassen, ist aktuell schwer abzuschätzen. Fortschritte verschiedener Unternehmen, unter anderem aus China, aber auch aus der EU, lassen erahnen, dass es auch hier sehr bald zu Umbrüchen kommen könnte.
Das Bauhaupt- und Ausbaugewerbe, Gebäudetechnik, Gastronomie und Landwirtschaft gelten noch als krisenfest. Ähnlich sieht es in Pflege, Sozialarbeit und Erziehung aus: Dort übernimmt KI bereits Aufgaben wie zum Beispiel die Dokumentation und hilft bei Diagnosen, während die zwischenmenschliche Komponente bestehen bleibt. Führungskräfte, Richter und Künstler behalten ihre Kernaufgabe, weil am Ende jemand entscheiden, abwägen und verantworten muss.
Was zukünftig neu dazukommt
Weltweit rechnet das Weltwirtschaftsforum mit 85 Millionen wegfallenden und 97 Millionen neuen Stellen, also einem Plus von 12 Millionen. In Europa soll die Nachfrage nach MINT- und Gesundheitsfachkräften bis 2030 um bis zu 25 Prozent steigen.
Neue Berufsbilder entstehen an der Schnittstelle zwischen Fach und Technik. Hier einige Beispiele:
- Forward-Deployed Engineers bringen KI-Systeme direkt in bestehende Geschäftsprozesse.
- AI Integrators begleiten den Umbau in den Abteilungen.
- AI Ethicists prüfen Modelle auf Diskriminierung und auf die Vorgaben des EU AI Acts.
Ein Wachstumsfeld wird dabei leicht übersehen: die Technik hinter der KI. Rechenzentren brauchen Strom, Kühlung und Wartung. Das IAB erwartet in der Hochphase des Ausbaus zeitweise bis zu 35 Milliarden Euro Investitionen pro Jahr in Deutschland. Für Windkrafttechniker wird bis 2032 ein Beschäftigungsplus von 44 Prozent erwartet, für Photovoltaik-Installateure eines von 22 Prozent.
Parallel baut die klassische Industrie um. In der deutschen Automobilbranche könnten bis 2035 rund 140.000 Arbeitsplätze rund um die Verbrennertechnologie verschwinden, also etwa jede fünfte Stelle der Branche. Besonders betroffen sind Zerspanung, Dreherei, Fräsen und Gießerei. In Regionen mit vielen Zulieferern laufen Gegenprogramme, die Beschäftigte, Betriebe, Wissenschaft und Weiterbildungsträger zusammenbringen.
Berufseinstieg: Die unterste Stufe der Leiter fehlt
Für Berufseinsteiger verändert sich die Lage am stärksten. Vor allem Junior-Stellen in der Softwareentwicklung sind zuletzt eingebrochen. Auch Einstiegsjobs im gesamten Tech-Sektor sind betroffen. In Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung und Beratung zeichnet sich eine ähnliche Entwicklung ab.
Der klassische Karriereweg war aufgebaut wie eine Pyramide: Auf der unteren Ebene recherchierten, formatierten und korrigierten Berufseinsteiger zwei, drei Jahre lang. Dabei lernten sie das Geschäft kennen, machten Fehler ohne große Folgen und wuchsen langsam in komplexe Projekte hinein. Genau diese Aufgaben erledigen Copilot, Claude und ChatGPT heute in Minuten. Taktische und strategisch relevante Aufgaben, die von erfahrenen Mitarbeitern erledigt werden, sind dagegen (noch) kaum betroffen.
Wer jetzt anfängt, wird von Anfang an für das bezahlt, was früher erst nach Jahren erwartet wurde: eine fachlich präzise Frage an die KI stellen, das Ergebnis kritisch prüfen und daraus etwas machen, das dem Kunden weiterhilft. Aus Learning by Doing wird Denkarbeit ab dem ersten Tag.
KI bei der Auswahl von Ausbildung oder Studium berücksichtigen
Für die Wahl von Ausbildung oder Studium heißt das:
- Berufe mit hohem Praxisanteil und körperlicher Arbeit vor Ort haben an Sicherheit gewonnen, vom Anlagenmechaniker bis zur Pflegefachkraft.
- Bei Bürojobs zählt die Fachtiefe. Eine Ausbildung, die nur das Bedienen von Formularen und Standardsoftware vermittelt, ist gefährdet.
- Praktika und Werkstudentenstellen sind wertvoller geworden.
Die Fähigkeiten, auf die es 2027 ankommt
Lange galt das T-Profil für Arbeitnehmer als ideal: breites Grundwissen und eine fachliche Spezialisierung. Für die kommenden Jahre beschreibt die Arbeitsmarktforschung das sogenannte Pi-Profil mit zwei gleich starken Standbeinen.
Fachtiefe und KI-Kompetenz verbinden
Das erste Standbein bleibt deine Fachtiefe, etwa im Vertragsrecht, in der Konstruktion, im Marketing oder in der Pflege. Ohne dieses Wissen kannst du gar nicht beurteilen, ob ein KI-Ergebnis fachlich geeignet ist. Das zweite Standbein ist die Arbeit mit KI in genau diesem Fachgebiet: Abläufe automatisieren, Werkzeuge sinnvoll kombinieren und Ergebnisse verlässlich prüfen.
Dafür muss man kein Entwickler sein. Gefragt ist vielmehr Anwendungskompetenz, so wie vor 20 Jahren Office-Kenntnisse zur Grundausstattung im Büro wurden. Und auch hier entwickeln sich die Anforderungen schnell weiter: War vor einem Jahr noch von Prompt Engineering die Rede, werden inzwischen Qualifikationen im Context Engineering, Harness Engineering, Loop Engineering und Graph Engineering gefordert. Das reicht bis zur Orchestrierung einer Vielzahl von KI-Agenten zur Bearbeitung einer gemeinsamen Aufgabe.
So bereitest du dich auf die Änderungen am Arbeitsmarkt durch KI vor
1. Prüfe ehrlich, wie ersetzbar dein Job ist
Beschäftigte unterschätzen die Automatisierbarkeit ihres eigenen Berufs systematisch. Gerade in stark gefährdeten Berufen klafft zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Wert eine Lücke von bis zu 45 Prozentpunkten.
Wir empfehlen Dir einen kostenlosen Check mit dem Job-Futuromat des IAB. Das Werkzeug zeigt für deinen Beruf, welcher Anteil der Kern- und Nebentätigkeiten sich technisch ersetzen lässt. Über Schieberegler gewichtest du, wie oft du eine Tätigkeit wirklich ausübst, und siehst so, welche Teile deines Arbeitsalltags zuerst wegbrechen.
Änderungen der Tätigkeitsprofile
Ein hoher Wert bedeutet nicht, dass es Deinen Beruf zukünftig nicht mehr geben wird. Er bedeutet, dass die administrativen Anteile schrumpfen und du dich zum Beispiel in Richtung Kundenkontakt, Abstimmung zwischen Abteilungen, fachliche Beurteilung und strategischer Planung entwickeln solltest, um im selben Beruf gebraucht zu werden.
2. Achte auf diese Frühwarnsignale
Vor größeren Umbauten gibt es fast immer Vorzeichen im Betrieb:
- Investitionen in deine Abteilung werden verschoben oder gestrichen.
- Leiharbeit wird abgebaut, befristete Verträge laufen aus und werden nicht ersetzt.
- Kurzarbeit zieht sich über mehrere Quartale.
- Der Betrieb stoppt Einstellungen, besonders bei Junior- und Trainee-Programmen.
- Für die Produktlinie, an der du arbeitest, gibt es kein Nachfolgeprojekt.
Treffen mindestens zwei oder drei dieser Signale zusammen, plane deine Weiterbildung, solange noch keine Kündigung im Raum steht. Wer früh reagiert, hat mehr Auswahl und bessere Konditionen.
3. Wähle das Format, das zu deinem Ziel passt
Für KI-Grundlagenwissen genügen kurze Online-Module oder Micro-Credentials, die du berufsbegleitend schaffst. Sie decken Funktionsweise, Datenschutz, Urheberrecht und die Regeln des EU AI Acts ab. Wenn du KI in deinem Fachbereich anwenden willst, passen Zertifikatslehrgänge der Industrie- und Handelskammern oder Trainings der Fraunhofer-Institute mit klarem Praxisbezug.
Für einen echten Rollenwechsel, etwa zum Data Analyst oder Digitalisierungsmanager, führen Bootcamps über drei bis sechs Monate in Vollzeit ans Ziel. Wer in einen regulierten Beruf wechseln möchte, zum Beispiel zur Pflegefachkraft, zum Triebfahrzeugführer oder zum Fachinformatiker, braucht eine reguläre Umschulung von bis zu 24 Monaten.
4. Hol dir die Förderung, die dir zusteht
Für diejenigen, die sich im Job weiterbilden möchten, gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten. Dabei kommt es auf die unterschiedlichen Situationen an, welche Förderung für dich in Frage kommt. Die Bundesagentur für Arbeit trägt je nach Situation einen großen Teil der Kosten:
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Förderung |
Für wen |
Was du bekommst |
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Bildungsgutschein (§ 81 SGB III) |
Arbeitsuchende und Beschäftigte, denen Arbeitslosigkeit konkret droht |
100 Prozent der Kurs- und Prüfungskosten, dazu Fahrtkosten und Kinderbetreuung. Der Kurs muss nach AZAV zertifiziert sein, die Bewilligung liegt im Ermessen der Arbeitsagentur. |
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Qualifizierungschancengesetz (§ 82 SGB III) |
Beschäftigte im ungekündigten Arbeitsverhältnis |
25 bis 100 Prozent der Lehrgangskosten plus anteiliger Zuschuss zum Lohn während der Lernzeit. Gestaffelt nach Betriebsgröße: unter 50 Beschäftigte 100 Prozent, 50 bis 499 Beschäftigte 50 Prozent, ab 500 Beschäftigte 25 Prozent. Den Antrag stellt dein Arbeitgeber. |
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Transfergesellschaft (§§ 110, 111 SGB III) |
Beschäftigte, die von Kündigung oder Betriebsschließung betroffen sind |
Transferkurzarbeitergeld für bis zu zwölf Monate und ein Zuschuss von 50 Prozent, höchstens 2.500 Euro, für Qualifizierungen aus der Transfergesellschaft heraus. |
Bist du fest angestellt, ist das Qualifizierungschancengesetz dein wichtigster Hebel. Sprich deine Führungskraft oder die Personalabteilung direkt darauf an, denn der Antrag läuft über den Arbeitgeber. Für Arbeitsuchende und akut Bedrohte kostet eine Vollzeit-Weiterbildung mit Bildungsgutschein praktisch nichts, während das Arbeitslosengeld weiterläuft.
5. Nimm deine übertragbaren Fähigkeiten ernst
In schrumpfenden Branchen ist der rechtzeitige Wechsel oft die beste Option. Große Industriekonzerne bieten interne Umschulungen an, um Belegschaften aus rückläufigen Bereichen in Batteriefertigung, Software-Qualitätssicherung oder Instandhaltung zu bringen. Der Vorteil: Betriebszugehörigkeit, Entgeltstufe und tarifliche Ansprüche bleiben erhalten.
Prüfe außerdem, welche Fähigkeiten du längst hast, ohne sie im Lebenslauf zu erwähnen. Strukturierte Fehlersuche nach Lean oder Six Sigma, prozessorientiertes Denken, Erfahrung mit Audits und ISO-Normen oder ein geschultes Auge für Gefährdungsbeurteilungen sind branchenübergreifend gefragt. Sie öffnen Türen in den technischen Vertrieb, die Produktionslogistik oder die Begleitung von Digitalisierungsprojekten. Die Portale “New Plan” und “Check-U” der Bundesagentur für Arbeit gleichen solche Profile automatisch mit gefragten Berufen ab.
6. Bestehe auf einer KI-Schulung, du hast ein Recht darauf
Seit dem 2. Februar 2025 gilt Artikel 4 des EU AI Acts. Er verpflichtet Arbeitgeber, ihre Beschäftigten so zu schulen, dass sie KI-Systeme sicher und rechtskonform bedienen können. Frage im Betrieb aktiv nach, am besten mit einem konkreten Kursvorschlag.
Das Wichtigste zum Schluss
Der Arbeitsmarkt wird sich durch die neuen Möglichkeiten der KI im kommenden Jahr verändern. Und der Wandel hat längst begonnen. Das ist ein Vorteil, weil dadurch bereits erkennbar wird, welche Jobs bedroht sind und wo die Chancen liegen. Eines ist in diesem Zusammenhang besonders wichtig: Abzuwarten wäre ein Fehler. Jetzt ist die Zeit, sich über Alternativen und Weiterbildungsmöglichkeiten zu informieren. Diejenigen, die sich vorbereiten, können vom Wandel profitieren. Alleine durch die Beschäftigung mit der Entwicklung kannst du deine Resilienz steigern und deine Bereitschaft für notwendige Veränderungen erhöhen. Damit stehen die Zeichen günstig, dass du letztendlich vom Wandel profitierst.