Schichtführer: Stellenbeschreibung, Gehalt & Aufgaben

Schichtführer: Stellenbeschreibung, Gehalt & Aufgaben

Berufsleben | 19.02.2024

Schichtarbeiter sind im Einzelhandel, in Lagerhäusern oder auch im Gastgewerbe wie etwa in Cafés und Restaurants tätig. Sie koordinieren den Tagesbetrieb während der Schicht.

Schichtleiter – ein verantwortungsvoller und facettenreicher Beruf

Es gibt viele spannende Jobs und einer dieser Jobs ist der Beruf „Schichtführer“ – meistens auch Schichtleiter – genannt.

Schichtleiter arbeiten in den meisten Fällen im produzierenden Gewerbe und leiten im Schichtbetrieb eine bestimmte Arbeitsschicht. Dabei trägt der Schichtführer die Verantwortung für einen reibungslosen Ablauf wichtiger Prozesse und übernimmt die interne Planung des Arbeitseinsatzes der Teams. Darüber hinaus leitet ein Schichtführer die Arbeitskräfte an und ist auch für die Kontrolle der verrichteten Arbeit zuständig. So muss auch gegenüber der Geschäftsleitung der Output verantwortet werden, der im Arbeitszeitraum der jeweiligen Schicht erreicht werden konnte. Die Einhaltung der Sicherheits- und Arbeitsschutzvorschriften ist ebenfalls eine sehr wichtige Aufgabe, die in das Zuständigkeitsgebiet des Schichtleiters fällt.

Ein Schichtleiter ist der direkte Vorgesetzte eines Schichtarbeiters: Er hat somit auch Personalverantwortung für den eigenen Arbeitsbereich und ist der Ansprechpartner in allen arbeitsbezogenen Angelegenheiten der Mitarbeiter. Ein Schichtführer muss seine Mitarbeiter aber nicht nur führen, sondern auch zu guter Arbeit motivieren und Konflikte untereinander rasch schlichten. Zum Teil hat ein Schichtführer auch ein Mitspracherecht, wenn es um Personalentscheidungen innerhalb des eigenen Teams geht.

Eine Anstellung finden Schichtführer beispielsweise in chemischen, industriellen oder pharmazeutischen Unternehmen, doch auch im Einzelhandel, in der Lagerwirtschaft sowie in der Gastronomie. In diesen Jobs erledigen sie dieselben Aufgaben wie ein klassischer Schichtführer in der Industrie, denn in allen Jobs geht es schließlich um eine verantwortliche Leitung aller Mitarbeiter. Schichtleiter erhöhen die Produktivität des jeweiligen Unternehmens und ermöglichen somit jedem Kunden ein positives Erlebnis. Erfahren Sie in diesem Artikel alles Wichtige über den facettenreichen Beruf des Schichtleiters.

Berufsbild Schichtführer (m/w/d) – das Wichtigste auf einen Blick

  • Der Beruf des Schichtführers (m/w/d) gehört zu den Jobs, die mit einer Führungs- und Personalverantwortung verbunden sind.
  • Schichtleiter verteilen die Aufgaben auf die Mitarbeiter und weisen diese ein beziehungsweise unterstützen sie bei der Arbeit. Sie führen Schicht- und Einsatzpläne, kontrollieren die Arbeitsleistungen und stellen sicher, dass die Produktionsergebnisse den Vorgaben entsprechen.
  • Schichtführer sorgen dafür, dass alle Arbeits- und Betriebsprozesse reibungslos ablaufen, die notwendigen Arbeitsmittel, Hilfs- und Rohstoffe bereitstehen und dass Anlagen, Maschinen sowie Betriebseinrichtungen gepflegt und instandgehalten werden.
  • Bei Abweichungen oder Störungen im Arbeitsprozess greifen sie ein und suchen selbst nach Lösungen. Ggf. wenden Sie sich an die jeweilige vorgesetzte Stelle vor Ort.
  • In ihrem Beruf dokumentieren Schichtführer besondere Vorfälle, Produktionsdaten und Ausfallzeiten. Ebenso fällt die Anmeldung des Ersatz- und Reparaturbedarfs in den Tätigkeitsbereich des Schichtleiters.
  • Schichtführer, die eine bestimmte Schicht leiten, gibt es nicht nur in der industriellen Produktion, auch wenn diese Funktion am verbreitetsten ist. Auch in der Lagerwirtschaft sowie in der Gastronomie arbeiten Schichtleiter und haben dort auch ähnliche Aufgaben wie in der industriellen Produktion. Denn in jedem Betrieb und an jedem Standort geht es um eine verantwortliche Leitung im Team.
  • Als direkter Vorgesetzter der Schichtarbeiter ist der Schichtleiter deren Ansprechpartner in allen arbeitsbezogenen Belangen.
  • Für den Beruf des Schichtleiters gibt es keinen einheitlich geregelten Ausbildungsweg. Neben der fachlichen Qualifikation kommt es bei dieser Stelle vor allem auf die individuelle Berufserfahrung an. Denn erst wer ausreichende Berufserfahrung vorweisen kann, verfügt auch über das entsprechende Wissen zur Leitung und Anleitung eines Teams.

Was macht ein Schichtführer (m/w/d) ?

Immer wieder findet sich in Stellenbeschreibungen der Begriff „Vormann“ für den Beruf des Schichtführers. Teilweise ist anstelle des Vormanns oder Schichtleiters auch der Begriff des Vorarbeiters geläufig, vor allem im Baugewerbe. Der Vorarbeiter wird sowohl im Handwerk als auch in der Industrie eingesetzt und leitet dort ein Team an, er besitzt jedoch keine disziplinarischen Befugnisse.

Schichtleiter – mögliche Arbeitsfelder

  • Hersteller von chemischen oder pharmazeutischen Erzeugnissen
  • Kraftfahrzeug-, Maschinen oder Werkzeugbau
  • Energieversorgung (zum Beispiel Kohle- oder Atomkraftwerke)
  • Lagerwirtschaft und Logistik
  • Flughafen
  • Gastronomie und Lebensmittelindustrie.

Anforderungen & Qualifikationen: Welche Skills sollte ein Schichtführer (m/w/d) mitbringen?

Schichtleiter (m/w/d) verfügen über umfangreiche Fachkenntnisse in ihrem jeweiligen Arbeitsbereich. Sie kennen die verwendeten Maschinen und wissen auch über sämtliche Arbeitsschritte genau Bescheid. Auf diese Weise sind Schichtführer in der Lage, ihre Mitarbeiter fachkompetent und souverän einzuweisen. Darüber hinaus besitzen sie auch idealerweise Berufserfahrung in der Koordination und Organisation der Mitarbeiter.

Allgemeine Voraussetzungen & Zertifikate

  • Für den Schichtleiter gibt es keine spezifische Ausbildung. In den meisten Fällen wird eine technische oder eine logistische Ausbildung vorausgesetzt. Wer sich für eine Anstellung als Schichtleiter interessiert, absolviert zudem im Allgemeinen Weiterbildungen im Bereich Mitarbeiterführung, Kommunikation und Konfliktmanagement. Ebenso sind Aufschulungen zum Techniker oder Meister mögliche Optionen auf eine Anstellung als Schichtführer.
  • Neben der fachlichen Qualifikation sollte ein Schichtführer Berufserfahrung in einem bestimmten Bereich mitbringen.
  • Mit ausreichender Erfahrung im entsprechenden Bereich verfügt ein Schichtleiter über die notwendige Fachkompetenz zur Anleitung des Schichtteams.
  • Um in die Funktion des Schichtleiters zu kommen, ist meist die Teilnahme an branchenübergreifenden Fortbildungen wichtig. In diesem Bereich gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten, so etwa in der Betriebsführung, der Betriebsorganisation oder der Mitarbeiterführung.
  • Die beste und schnellste Möglichkeit, in die Schichtleiter-Position zu gelangen, ist, im eigenen Arbeitsbereich gute Leistungen zu erbringen und somit befördert zu werden. Die Leistungsentwicklung ist im Tagesgeschäft erkennbar und kann entsprechend vom Vorgesetzten honoriert werden.

Persönliche Kompetenzen – Soft Skills

Schichtleiter (m/w/d) werden nicht ausgebildet, sondern ergeben sich häufig durch ihre besonderen Fähigkeiten und die individuelle Eignung aus dem internen Mitarbeiterteam. Dennoch sollten Sie darüber hinaus einige persönliche Fähigkeiten und Soft Skills mitbringen:

  • Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt & Gewissenhaftigkeit: Schichtleiter müssen ihre Vorbildfunktion sehr ernst nehmen. Sie arbeiten selbst sorgfältig und gewissenhaft und sind zudem in der Lage, jeden einzelnen Arbeitsschritt exakt so auszuführen, wie Sie es von Ihrem Team erwarten.
  • Entscheidungssicherheit & Selbstbewusstsein: Schichtleiter sind entscheidungssicher und verfügen über ein großes Selbstbewusstsein. Mit diesem Selbstbewusstsein leiten Schichtführer neue Kollegen an, motivieren ihre Arbeiter zu Bestleistungen und schlichten darüber hinaus auch Konflikte mit viel Souveränität und Autorität.
  • Kommunikationsfähigkeit: Für einen positiven Umgang mit den Schichtmitarbeitern greifen Schichtführer auf ihre ausgeprägten Kommunikationsfähigkeiten zurück.
  • Schichtleiter sind ein wichtiges Bindeglied zwischen den Mitarbeitern sowie der nächsthöheren Führungsebene. Diese „Mittelposition“ verlangt ein gewisses Maß an Stressresistenz.
  • Schichtleiter sollten auch über ein ausgeprägtes Organisationstalent vermögen, um den Personal- sowie den Materialeinsatz in ihrer Schicht planen zu können. Das ist grundlegend wichtig, um die Produktionsziele zu gewährleisten und die Kunden zufriedenzustellen.

Tätigkeiten & Aufgaben: Verantwortungsbereiche des Schichtführers

Zu den grundlegend wichtigen Aufgaben gehört das Führen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Schichtbetrieb, aber auch die Kontrolle der Arbeitsausführung beziehungsweise des Fertigungsprozesses.

  • Personal auf einzelne Schichtgruppen am Standort verteilen, Schicht-, Einsatz- und Dienstpläne führen. Geht es um personelle Entscheidungen innerhalb des Schichtteams, haben Schichtführer ein gewisses Mitspracherecht.
  • Arbeitsplatz- und Maschinenbelegung planen, ggf. Produktionsanlagen einstellen, programmieren oder umrüsten.
  • Bereitstellung von Hilfs- und Rohstoffen sicherstellen.
  • Einhaltung des Produktionsplans, Kontrolle der Arbeitsvorgaben und Qualitätsstandards.
  • Berichterstattung an die Vorgesetzten
  • Bei Störungen in den Arbeitsabläufen entsprechende Maßnahmen ergreifen und Produktionsstörungen beseitigen bzw. deren Behebung/Beseitigung veranlassen.
  • Mitarbeiter einarbeiten und fachlich unterweisen.
  • Einhaltung der Arbeitsschutz- und Sicherheitsvorschriften überwachen.
  • Instandhaltung und Pflege der Betriebseinrichtungen.
  • Besondere Produktionsdaten, Ausfallzeiten und Vorkommnisse dokumentieren.
  • Ggf. bei der betrieblichen Aus- und Weiterbildung der Schichtarbeiter mitwirken.

Je nachdem, in welcher Branche ein Schichtführer tätig ist, können noch weitere Aufgaben hinzukommen oder eben genannte Aufgaben wegfallen. Das konkrete Tätigkeitsfeld kann im individuellen Fall immer der Stellenbeschreibung entnommen werden.

Gehalt & Ausbildungsvergütung: Was verdient ein Schichtführer?

Der Schichtleiter bzw. die Schichtleiterin trägt die Verantwortung für einen reibungslosen Arbeitsablauf innerhalb einer Schichtgruppe. Für diese gehobene Führungsposition erwarten Schichtführer natürlich auch ein angemessenes Gehalt.

Gehälter können je nach Branche, Bundesland und eigener Berufserfahrung teilweise stark variieren. Mit der Unternehmensgröße steigt häufig auch das Maß der Verantwortung, das ein Schichtleiter übernimmt, so etwa die Verantwortung für das Personal. In großen Betrieben sowie in besonderen Tätigkeitsfeldern kann ein Schichtleiter ggf. sogar mit einem jährlichen Gehalt von über 74.000 Euro rechnen. In einigen Branchen wird das Gehalt durch einen Tarifvertrag genau geregelt. In der Regel bieten Großunternehmen nicht nur höhere Gehälter, sondern auch umfassendere Sozialleistungen.

Die Gehälter unterscheiden sich auch von einer Region zur anderen. So fällt das monatliche Bruttogehalt in Süddeutschland häufig höher aus als im Norden des Landes. Darüber hinaus kann in Städten mit einem großzügigeren Bruttogehalt gerechnet werden als in ländlichen Regionen.

Nachdem die Gehälter stark variieren, ist es umso wichtiger, den eigenen Marktwert zu kennen und in Bewerbungsgesprächen über das Monatsgehalt bzw. das Jahresgehalt zu verhandeln. Bereits bei der Stellenausschreibung sollten Sie sich Gedanken darüber machen, welches Gehalt am besten zu Ihnen passt.

Die Gehälter im Job variieren auch abhängig von der Berufserfahrung:

  • Wer in Deutschland weniger als drei Jahre Berufserfahrung hat, kann mit einem monatlichen Bruttogehalt von ca. 5.289 Euro liegen. Die Gehälter pro Jahr können bei rund 65.579 Euro liegen.
  • Wer 7 bis 9 Jahre Erfahrung im Job hat, kann mit einem monatlichen Bruttogehalt von bis zu 6.096 Euro rechnen. Pro Jahr können die Gehälter mit einer solchen Erfahrungsspanne bis zu 75.596 Euro betragen.
  • Mitarbeiter mit mehr als 9 Jahre Erfahrung im Job können in Deutschland ein monatliches Bruttogehalt von bis zu 7.401 Euro verdienen.

Die Gehälter richten sich aber nicht nur nach der Berufserfahrung, sondern auch nach der Unternehmensgröße:

  • In Betrieben, die unter 100 Mitarbeiter beschäftigen, liegt das monatliche Bruttogehalt in Deutschland im Schnitt bei 5.553 Euro.
  • Betriebe mit bis zu 1.000 Mitarbeiter zahlen für die Funktion des Schichtführers ein Bruttogehalt von bis zu 7.215 Euro.
  • In Großunternehmen in Deutschland, also in Firmen mit mehr als 20.000 Mitarbeitern, kann das monatliche Bruttogehalt sogar bis zu 8.998 Euro betragen. Im Jahr kann das Bruttogehalt auf bis zu 91.776 Euro ansteigen.

(Quelle: https://www.gehalt.de/beruf/schichtleiter)

Arbeitszeitmodelle & Schichtdienst

Wie die Berufsbezeichnung bereits zum Ausdruck bringt, arbeiten Schichtführer (m/w/d) im Schichtdienst. Abhängig von Branche kann die individuelle Wochenarbeitszeit sowie das Schichtmodell variieren. Die Arbeitszeiten eines Schichtführers bzw. einer Schichtleiterin werden dabei regelmäßig an die Erfordernisse des Produktionsbetriebes angepasst. Üblich sind Drei-Schicht-Modelle mit Frühdiensten, Spät- und Nachtdiensten.

Karriereperspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten

Mit einer Anpassungsweiterbildung halten Sie Ihr Wissen als Schichtführer bzw. als Schichtleiterin (m/w/d) auf dem aktuellen Stand und passen sich gleichzeitig an Neuentwicklungen an, so etwa in Bereichen wie Teamarbeit, Qualitätsmanagement oder Mitarbeiterführung.

Durch ein Studium – zum Beispiel im Fach Produktionstechnik – lassen sich weitere Karriere- und Berufschancen eröffnen. Durch Weiterbildungen können Schichtleiter zudem ihre Chancen auf ein noch attraktiveres Gehalt erhöhen.

In den meisten Weiterbildungen geht es hauptsächlich um folgende Inhalte:

  • Mitarbeiterführung
  • Konfliktmanagement
  • Kommunikation.

Um stetig gute Leistungen zu erbringen, ist es sinnvoll und auch wichtig, sich als Schichtleiter im Bereich des Tagesgeschäfts immer weiterzuentwickeln.

Arbeitsmarkt und Jobaussichten

Die Jobaussichten für einen Schichtführer oder eine Schichtleiterin (m/w/d) sind sehr gut. Überall werden in der Berufswelt händeringend nach gut ausgebildeten Fachkräften gesucht. Umso besser ist es, qualifizierte Schichtführer im Betrieb zu beschäftigen, die über ein kompetentes Fachwissen und über Führungsqualitäten verfügen. Je nach Branche, Unternehmensart und Berufserfahrung kann auch das Gehalt des Schichtführers variieren. Je nachdem, ob der Betrieb an einen Tarifvertrag gebunden ist oder nicht, kann das Gehalt ebenfalls unterschiedlich ausfallen. Interessante Stellenangebote können Sie bequem per E-Mail abonnieren.

©Foto @syda_productions freepic.com
Dr. Hans-Peter Luippold

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und LinkedIn.