Zahnmedizinische Fachangestelle

Zahnmedizinische Fachangestellte: Berufsbild, Ausbildung & Karrierechancen

Ein Zahnmedizinischer Fachangestellter bzw. eine Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) betreut Patienten in einer Zahnarztpraxis und assistiert dem Zahnarzt bei Kontrolluntersuchungen und Behandlungen. Zudem übernehmen ZFA organisatorische und verwaltungstechnische Aufgaben wie Terminvergabe und Abrechnung. Sie sind die rechte Hand von Zahnärzten, sorgen für reibungslose Abläufe und sind ein hilfsbereiter Ansprechpartner für die Patienten. Der Beruf des Zahnmedizinischen Fachangestellten ist in Deutschland als anerkannter Ausbildungsberuf etabliert, der eine strukturierte berufliche Ausbildung umfasst.

In diesem Artikel erfahren Sie alle wichtigen Informationen über die ZFA-Ausbildung sowie den vielseitigen Beruf des Zahnmedizinischen Fachangestellten.

Das Wichtigste auf einen Blick

Berufbild Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) 

  • Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA/ZMFA) sind beispielsweise in Zahnarztpraxen tätig und übernehmen in verschiedenen Bereichen spannende Aufgaben.
  • Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r) sind den Zahnarzt im Berufsalltag eine wichtige Assistenz. Sie arbeiten sowohl im Behandlungszimmer als auch am Empfang und haben somit viel Kontakt mit Menschen.
  • Die Abkürzung „ZFA/ZMFA“ steht für den Beruf des Zahnmedizinischen Fachangestellten. Die frühere Bezeichnung für diesen Beruf lautete Zahnarzthelferin bzw. Zahnarzthelfer.
  • Zahnmedizinische(r) Fachangestellte(r) kümmern sich um organisatorische Praxisabläufe und übernehmen die Patientenbetreuung. Sie vergeben Termine, dokumentieren Abläufe der Behandlung und führen Prophylaxe-Maßnahmen zur Prävention von Zahnerkrankungen durch.
  • Eine ZFA-Ausbildung dauert im Allgemeinen drei Jahre. Wer als Schulabschluss die allgemeine Hochschulreife (Abitur) vorweist, kann die Ausbildungszeit auf zweieinhalb Jahre verkürzen. Bei besonders guten Leistungen während der Ausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten kann die Ausbildungszeit auch nur zwei Jahre betragen.

Was macht eine Zahnmedizinische Fachangestellte (m w d) ?

Aufgaben

  • Assistenz bei Untersuchungen und Behandlungen
  • Vorbereitung des Arbeitsplatzes und der benötigten Instrumente
  • Unterstützung des Zahnarztes/Zahnärztin während der Behandlung, z.B. durch Absaugen, Instrumentenreichung und Anmischen von Materialien
  • Überwachung der Vitalfunktionen des Patienten
  • Nachbereitung und Reinigung des Arbeitsplatzes
  • Beratung der Patienten zur Mundhygiene und Zahnpflege
  • Erklärung von Zahnputztechniken und Verwendung von Hilfsmitteln wie Zahnseide oder Interdentalbürsten
  • Empfehlungen zur Auswahl geeigneter Zahnpflegeprodukte
  • Aufklärung über die Bedeutung einer gesunden Ernährung für die Zahngesundheit
  • Motivation der Patienten zur regelmäßigen Prophylaxe
  • Organisation des Praxisbetriebs und Vergabe der Behandlungstermine
  • Empfang von Patienten und Vorbereitung der Behandlungsräume
  • Verwaltung von Patientenakten und Dokumentation der Behandlungen
  • Abrechnung von Leistungen mit Krankenkassen und Patienten
  • Sicherstellung der Praxishygiene und Sterilisation der Instrumente
  • Reinigung, Desinfektion und Sterilisation von Instrumenten und Geräten
  • Vorbereitung und Pflege der Behandlungsräume unter Einhaltung der Hygienevorschriften

Mögliche Arbeitsorte

  • Zahnarztpraxis
  • Zahnkliniken
  • Kliniken
  • Kieferorthopäden
  • Kieferchirurgen 
  • Hochschulinstitute für Mund-, Kiefer- und Zahnheilkunde

Arbeitgeber

  • Zahnmedizinische Praxen und Kliniken
  • Öffentliches Gesundheitswesen
  • Dentalindustrie
  • Krankenkassen und Versicherungen
  • Abrechnungszentren

Arbeitsbedingungen

  • Enger Patientenkontakt erfordert Freundlichkeit und Einfühlungsvermögen
  • Assistenz bei Behandlungen verlangt Konzentration und Präzision
  • Hygienemaßnahmen sind strikt einzuhalten
  • Teamarbeit mit Zahnärzten und Kollegen ist essenziell

Arbeitszeitmodelle

  • Meist Vollzeitbeschäftigung
  • Teilzeitarbeit ist möglich
  • Arbeitszeiten richten sich nach den Sprechstunden der Praxis
  • Gelegentlich Wochenenddienste oder verlängerte Öffnungszeiten

Zahnmedizinische/r Fachangestellte Ausbildung Voraussetzungen, Dauer und Inhalte

Ausbildungsdauer und Lernorte

  • Duale Ausbildung, die sowohl in der Berufsschule als auch in einer Zahnarztpraxis stattfindet
  • Die Ausbildung dauert in der Regel 3 Jahre
  • Abschluss der Ausbildung mit einer Prüfung vor der Zahnärztekammer, bestehend aus einem mündlichen, schriftlichen und praktischen Teil
  • Für Auszubildende mit der allgemeinen Hochschulreife (Abitur) besteht die Möglichkeit, die Ausbildungsdauer auf zweieinhalb Jahre zu verkürzen. Bei besonders guten Leistungen während der Ausbildung kann die Dauer sogar auf zwei Jahre reduziert werden, was für motivierte und leistungsbereite Auszubildende eine attraktive Option darstellt

Anforderungen und erwünschte Schulbildung

  • Mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss) oder sehr guter Hauptschulabschluss
  • Höherer Schulabschluss verbessert die Chancen auf einen Ausbildungsplatz
  • Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik, Biologie und Chemie sind von Vorteil
  • Nachweis über die gesundheitliche Eignung (ärztliches Attest) erforderlich
  • Masernschutz-Nachweis für nach 1970 geborene Beschäftigte in medizinischen Einrichtungen
  • Eventuell weitere Immunitätsnachweise oder Schutzimpfungen für die praktische Ausbildung erforderlich

Praktische Ausbildung im Ausbildungsbetrieb 

  • Fachwissen über rechtliche Regelungen, Datenschutzvorgaben und Grenzen
  • Empfang und individuelle Betreuung von Menschen.
  • Information der Patienten über Gesundheitsförderung oder Prophylaxemaßnahmen.
  • Durchführung von Hygienemaßnahmen.
  • Fachwissen über den Umgang mit Medizinprodukten.
  • Herstellung von Röntgenaufnahmen
  • Assistenz bei zahnärztlichen Maßnahmen sowie Vor- und Nachbereitung der Untersuchungen.
  • Wissen über die richtige Reaktion in medizinischen Not- und Zwischenfällen.
  • Organisation von Arbeitsprozessen
  • Fachwissen für die Abrechnung von zahnärztlichen Leistungen.
  • Darüber hinaus werden während der gesamten Ausbildung Fachkenntnisse über Themen wie Rechte und Pflichten während der Ausbildung, Umweltschutz, Digitalisierung, Kommunikation sowie Organisation des Ausbildungsbetriebes vermittelt.

In der Berufsschule

In der Berufsschule erwerben die Auszubildenden weitere Fachkenntnisse:

  • Zum einen in berufsspezifischen Lernfeldern wie etwa Kariestherapie bei Patienten, Verwaltung des Praxisbedarfs, Röntgen- und Strahlenschutz sowie Materialbeschaffung.
  • Zum anderen in allgemeinbildenden Fächern wie Sozialkunde, Deutsch oder Wirtschaftskunde.
  • Nach rund der Hälfte der Ausbildungszeit findet der erste Teil der Abschlussprüfung statt. Hier stellen angehende zahnmedizinische Fachangestellten ihr Wissen vor allem schriftlich unter Beweis. Am Ende der Ausbildung steht der zweite Teil der Abschlussprüfung an, die aus einem schriftlichen sowie aus einem praktischen Teil besteht. Die Prüfungen werden vor der Zahnärztekammer abgelegt, die für Ihr Bundesland zuständig ist – unter Beteiligung der Berufsschule. Nach erfolgreich bestandener Prüfung dürfen Sie die Berufsbezeichnung „anerkannte Zahnmedizinischer Fachangestellte“ führen.

Gehalt & Ausbildungsvergütung: Was verdient ein Zahnmedizinischer Fachangestellter?

Welches Gehalt Zahnmedizinische Fachangestellte in der Ausbildung verdienen, ist regional ganz unterschiedlich. So spielt es beispielsweise eine Rolle, ob es sich beim Ausbildungsbetrieb um einen tarifgebundenen Betrieb handelt. Ist das der Fall, so richtet sich das monatliche Gehalt nach den örtlich geltenden tarifrechtlichen Vereinbarungen. Bei nicht tarifgebundenen Ausbildungsbetrieben muss gemäß dem Berufsbildungsgesetz in jedem Fall eine angemessene Vergütung in der Ausbildung gezahlt werden.

Eine Zahnmedizinische Fachangestellte bzw. ein Zahnmedizinischer Fachangestellter kann in der Ausbildung im Durchschnitt mit folgender Vergütung rechnen:

  1. Ausbildungsjahr: 750-950 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 800-1050 Euro
  3. Ausbildungsjahr 900-1.100 Euro.

(Quelle: https://planet-beruf.de/fileadmin/assets/PDF/BKB/14704.pdf)

Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung können Zahnmedizinische Fachangestellte mit einem Gehalt zwischen 2.100 und 2.600 Euro brutto pro Monat rechnen. Je mehr Berufserfahrung Sie in der Praxis sammeln, desto höher fällt die Vergütung für Ihre Tätigkeiten aus. Wer nach der Ausbildung noch Weiterbildungen oder gar ein Studium absolviert, kann das monatliche Gehalt sogar noch weiter steigern.

(Quelle: https://www.aubi-plus.de/berufe/zahnmedizinischer-fachangestellter-220/gehalt/)

Karriereperspektiven und Aufstiegsmöglichkeiten

Nach der Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten können Sie unterschiedliche Weiterbildungen und Aufstiegsfortbildungen in Anspruch nehmen, um die Karriereleiter weiter nach oben zu klettern:

Assistenten für Zahnärztliches Praxismanagement (AZP) übernehmen verschiedene Aufgaben in der Verwaltung und Organisation einer Praxis.

Möglich ist auch eine Aufstiegsfortbildung zum Zahnmedizinischen Prophylaxe-Assistenten (ZMP). Das Ziel ist die Vermittlung umfassender Fachkenntnisse in den Bereichen Gingivitis- und Kariesprophylaxe sowie professionelle Zahnreinigung. Auf diese Weise sind Sie in der Lage, unter zahnärztlicher Aufsicht Behandlungen durchzuführen, die Zahn- und Zahnfleischerkrankungen vorbeugen sollen.

Zahnmedizinische Fachassistenten (ZMF) legen den Fokus in den Bereich der behandlungsbegleitenden und unterstützenden Parodontitis-Therapie, der Oralprophylaxe sowie der Kariesprävention.

Möglich ist auch eine Weiterbildung als Zahnmedizinische Verwaltungsassistentin (ZMV): Hiermit spezialisieren Sie sich in den Bereichen Praxisverwaltung, Praxisorganisation und Kommunikation.

Zahnmedizinische Fachangestellte können grundsätzlich auch ein Studium aufnehmen. Unter Umständen ist ein Studium auch ohne Abitur möglich. Folgende Studienfächer bieten sich an:

Arbeitsmarkt und Stellenangebote

In Deutschland bleibt der Bedarf an zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) kontinuierlich hoch, da diese Fachkräfte eine unverzichtbare Rolle in Zahnarztpraxen spielen. Neben Ausbildungsplätzen schreiben Zahnarztpraxen aktiv Stellen für Wiedereinsteiger aus, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Diese Gruppe bietet wertvolle Erfahrungen und Kenntnisse, die sie sofort in die Praxis einbringen können. Viele Praxen bieten auch spezielle Einarbeitungsprogramme für Wiedereinsteiger an, die ihre früheren Kenntnisse auffrischen möchten. Sowohl Berufseinsteiger als auch erfahrene Fachkräfte, die in das Berufsfeld zurückkehren möchten, finden attraktive Möglichkeiten und hervorragende Karrierechancen. Interessierte sollten daher regelmäßig die Angebote prüfen und sich um diese Chancen bemühen, um in diesem gefragten Berufsfeld erfolgreich zu sein.

Chance für Quereinsteiger

Der Beruf der zahnmedizinischen Fachangestellten bietet auch für Quereinsteiger gute Einstiegsmöglichkeiten. Ohne formelle Vorausbildung können sich Interessierte nach einer entsprechenden Einarbeitung in verschiedenen Bereichen einer Zahnarztpraxis nützlich machen. Hier sind einige der Tätigkeiten, die Quereinsteiger übernehmen können:

  • im administrativen Bereich (z.B. Patientenempfang, Terminkoordination, Abrechnung)
  • in der Behandlungsassistenz (z.B. Vorbereitung der Behandlungszimmer, Unterstützung des Zahnarztes)
  • im Praxislabor (einfache labortechnische Arbeiten)

Diese Tätigkeiten ermöglichen es Quereinsteigern, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich auch ohne vorherige spezifische Ausbildung in der zahnmedizinischen Fachassistenz einzubringen.

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