Die richtige Bewerbung auf eine Stellenanzeige

Bei der Bewerbung auf eine Stellenanzeige sollte diese richtig gelesen werden. Sie enthält ein bestimmtes Anforderungsprofil, auf das der Bewerber eingehen muss. Ansonsten landet seine Bewerbung schon im ersten Durchgang auf dem Stapel der Absagekandidaten.

Stellenanzeigen richtig lesen und verstehen

Noch bevor die Personalabteilung eines Unternehmens eine Stellenanzeige schaltet, definiert sie ein Anforderungsprofil für die betreffende Stelle. Dabei kooperieren die Fach- und die Personalabteilung. Zum Profil gehören:

  • Aufgaben der betreffenden Position
  • Befugnisse und Kompetenzen des künftigen Mitarbeiters
  • nötige Hard- und Soft-Skills des Bewerbers
  • Art der Kooperation im Betrieb

Aus der Beschreibung der Aufgabenstellungen, Kompetenzen und Vernetzungen im Betrieb ergeben sich die erforderlichen Hard- und Soft-Skills. Dabei entsteht ein Profil, in welches ein Kandidat idealerweise weitestgehend passen soll. Bewerber sollten sich gerade die Aufgabenstellungen genau anschauen: Werden sie diese erfüllen können? Wenn sie sich das zutrauen, müssen sie das in ihrer Bewerbung ausdrücklich formulieren. Ansonsten lädt sie der Personaler nicht zum Vorstellungsgespräch ein.

Technik für das Bewerberanschreiben

Schon das Anschreiben eines Bewerbers sollte auf die Aufgabenbeschreibung und die geschilderten Anforderungen gut eingehen. Das Unternehmen wünscht Kandidaten mit einem bestimmten Profil, der Kandidat hat ein Profil, dass mehr oder weniger gut zu den Vorstellungen des Unternehmens passt. Natürlich sollte die Schnittmenge möglichst groß sein, ansonsten ist die Bewerbung chancenlos. Im Bewerberanschreiben gilt es, diese Schnittmenge herauszuarbeiten. Dabei sollte ein Kandidat authentisch bleiben, denn ein offenkundiges Aufbauschen bestimmter Vorzüge, die er vorgeblich gerade für diese Stelle mitbringt, fliegt spätestens im Einstellungsgespräch auf. Auch aus diesem Grund sollten Stellenanzeigen gut gelesen werden, damit sich ein Arbeitsuchender nicht wahllos auf diverse Stellen bewirbt, die wenig zu ihm passen. Absagen sind vorprogrammiert. Diesen Aufwand und Stress kann er sich und den Personalabteilungen ersparen.

Passende Stellen auf einen Blick erkennen

Es ist schwieriger geworden, auf einen Blick unter den zahllosen Stellenanzeigen die für sich passende Position herauszufinden. Das liegt unter anderem am Einzug der Anglizismen in die Arbeitswelt. Was eine Fachärztin, ein Bauleiter, ein Dachdecker oder eine Buchhalterin sind, versteht jeder. Doch was ist ein Facility Maintenance Manager? Sie ahnen es nicht? Es ist der gute alte Hausmeister, der wörtlich übersetzt allerdings die Pflege der Anlagen organisiert. Solche Anglizismen gibt es gerade in Berufsbezeichnungen zuhauf. Sie werden sich durchsetzen, allein schon weil international vertriebene Softwareprogramme für das Recruiting diese Begriffe enthalten. Wir sollten uns daran gewöhnen. Bewerber sollten insoweit die Begriffe kennen und richtig zuordnen können, um sich nicht zu sehr von einer schick klingenden englischen Begrifflichkeit beeindrucken zu lassen. Doch auch für das schnelle Identifizieren von Stellen sind solche Kenntnisse nützlich.

Bewerbung auf eine Stellenanzeige: Aufgabenbeschreibung und Anforderungen verstehen

Die Aufgabenbeschreibungen sollte ein Bewerber gut analysieren. Kennt er die Aufgaben, war er mit ihnen schon einmal konfrontiert? Das kann in früheren Jobs, doch auch während der Berufsausbildung der Fall gewesen sein. Es geht um die Frage, ob ein Kandidat die Aufgabe schaffen kann. Zur Aufgabe gehören bestimmte Qualifikationen (Hard Skills), welche das Unternehmen im Anforderungsprofil formuliert. In der Bewerbung ist darauf einzugehen. Der Personaler möchte sehen, dass der Bewerber die Anforderungen gut verstanden hat und die Verknüpfung mit seinen spezifischen Fähigkeiten ausformuliert. Das beweist, dass er die Anforderungen verstanden hat. Es gibt übrigens Must Haves und eher gewünschte Anforderungen. Muss-Kriterien sind an diesen Aussagen zu erkennen:

  • Eine Voraussetzung für die Einstellung sind ausgezeichnete Kenntnisse in …
  • Sie bringen folgende Erfolgsvoraussetzung mit: ...
  • Wir erwarten ...
  • Kenntnisse in … sind für eine Einstellung unabdingbar.
  • Sie verfügen über ...

Anders lesen sich Formulierungen für Kann-Kriterien. Wenn der Bewerber diese nicht komplett erfüllt, könnte er dennoch wegen anderer Vorzüge in die engere Wahl kommen:

  • Idealerweise beherrschen Sie ...
  • Weitere Kenntnisse in ... halten wir für wünschenswert.
  • Vorzugsweise verfügen Sie auch über folgende Fähigkeiten: ...

In einer Stellenanzeige nennt der Arbeitgeber zuerst die gewünschte Ausbildung, das erforderliche Maß an Berufserfahrung und gewünschtes spezifisches Fachwissen. Das könnten das abgeschlossene BWL-Studium, mehrjährige Berufserfahrung im Finanzwesen, Kenntnisse in MS-Office und Wirtschaftsenglisch sein. Der Bewerber muss herausstreichen, dass er über diese Kenntnisse verfügt. Erst dann folgen wünschenswerte Zusatzkenntnisse und Soft Skills. Die Zusatzkenntnisse unterscheiden sich oft zwischen den Unternehmen. So könnte ein Controller, der für die ausgeschriebene Stelle das erwähnte BWL-Studium absolviert haben muss, wünschenswerterweise auch Spanisch sprechen, weil das Unternehmen in diesen Sprachraum Kontakte unterhält. Wenn er das nicht kann, darf er es im Nachhinein lernen oder erhält andere Aufgaben. Die Soft Skills sind soziale Kompetenzen, aber auch die persönliche Belastbarkeit und Flexibilität. Eine Angabe solcher Eigenschaften wird bei der Bewerbung auf eine Stellenanzeige erwartet, jedoch sollte hierbei niemand aufschneiden, sondern nur in aller Bescheidenheit darauf verweisen, dass er auch fleißig, belastbar sowie team- und kommunikationsfähig ist.

Auf Stellenanzeigen richtig bewerben: Fazit

Wer sich und der Gegenseite die Mühe einer Bewerbung macht, die nicht nur verfasst, sondern auch gelesen und eingeordnet werden muss, sollte sich nur Anzeigen heraussuchen, zu deren Profil er passt. Im Zweifelsfalle heißt es: weitersuchen! Wichtig ist es, Muss- und Kann-Kriterien im Anforderungsprofil herauszufiltern. Wer die Must Haves nicht mitbringt (Berufsausbildung oder Studium in einer bestimmten Fachrichtung), braucht sich auf diese Stelle nicht zu bewerben. Bei der Bewerbung gilt es, den eigenen Mehrwert für das Unternehmen aufzuzeigen.

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.

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