Gehalt Bankkauffrau / Bankkaufmann: Ausbildung, Einstieg & Karriere

Gehalt Bankkauffrau / Bankkaufmann: Ausbildung, Einstieg & Karriere

Karriereplanung | 16.02.2026

Der Beruf des Bankkaufmanns / der Bankkauffrau bietet exzellente Gehaltsmöglichkeiten. Das beginnt bereits in der Ausbildung. Wer sich weiterbildet, wird mit hohen Gehältern belohnt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Hohe Ausbildungsvergütung: Im Jahr 2026 erhalten Auszubildende je nach Bankensektor Spitzenwerte von bis zu 1.620 Euro brutto im dritten Lehrjahr.
  • Attraktiver Einstieg: Das tarifliche Einstiegsgehalt liegt ab Mitte 2026 in der Regel zwischen 3.032 Euro und 3.295 Euro monatlich.
  • Regionale Unterschiede: Hessen führt das Gehaltsranking mit einem Medianentgelt von 6.751 Euro deutlich an.
  • Garantierte Steigerungen: Durch langfristige Tarifabschlüsse sind Gehaltserhöhungen im privaten und öffentlichen Bankgewerbe bis Ende 2026 bereits fest vereinbart.
  • Karrierechancen: Mit zunehmender Berufserfahrung und Spezialisierung steigen die Gehälter in Tarifgruppen auf über 5.900 Euro, außertariflich oft noch höher.

Bankkaufleute werden gesucht

Der Beruf der Bankkauffrau bzw. des Bankkaufmanns zählt weiterhin zu den kaufmännischen Ausbildungen mit der höchsten Wertschöpfung in Deutschland. Trotz der strukturellen Veränderungen im Filialnetz und der Digitalisierung investiert die Kreditwirtschaft massiv in ihr Personal. Das spiegelt sich in den aktuellen Tarifverträgen wider, die für die Jahre 2024 bis 2026 signifikante Erhöhungen vorsehen, um die Attraktivität des Berufsbildes im Wettbewerb um Fachkräfte zu sichern. Die Vergütungsstrukturen sind dabei transparent geregelt und bieten durch feste Tarifstufen Planungssicherheit.

Gehalt während der Ausbildung

Die Kreditwirtschaft hat erkannt, dass eine attraktive Vergütung bereits während der Ausbildung unverzichtbar ist, um qualifizierte Nachwuchskräfte zu gewinnen. Die gezahlten Vergütungen liegen weit über dem gesetzlichen Durchschnitt und der Mindestausbildungsvergütung.

Ausbildungsvergütung im Überblick

Die Höhe der Vergütung ist in den Tarifverträgen für das private und öffentliche Bankgewerbe festgeschrieben. Durch die jüngsten Tarifabschlüsse steigen die Vergütungen in mehreren Stufen an. Besonders hervorzuheben ist, dass die Vergütungen im Jahr 2026 historische Höchststände erreichen.

Ausbildungsvergütung Bankkaufleute: öffentliche und private Banken im Vergleich
Ausbildungsvergütung Bankkaufleute: öffentliche und private Banken im Vergleich

Durchschnittliche Vergütung pro Ausbildungsjahr (Stand 2026)

Für das Jahr 2026 ergeben sich, basierend auf den Tarifabschlüssen, folgende monatliche Bruttovergütungen.

In den privaten Banken gelten ab dem 1. Juli 2026 folgende Sätze:

  1. Ausbildungsjahr: 1.400 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 1.470 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 1.550 Euro

Im öffentlichen Bankgewerbe (VÖB) liegen die Sätze ab November 2025 (geltend für 2026) noch etwas höher:

  1. Ausbildungsjahr: 1.496 Euro
  2. Ausbildungsjahr: 1.558 Euro
  3. Ausbildungsjahr: 1.620 Euro

Unterschiede und Besonderheiten

Ein wesentlicher Unterschied besteht für dual Studierende in privaten Banken. Diese erhalten ab Juli 2026 im letzten Studienjahr eine erhöhte Vergütung von 1.640 Euro monatlich. Diese Zahlen gelten für tarifgebundene Institute. Zwar orientieren sich nicht tarifgebundene Banken oft an diesen Werten, eine rechtliche Bindung besteht jedoch nur bei Tarifbindung oder entsprechender einzelvertraglicher Vereinbarung.

Einstiegsgehalt nach der Ausbildung

Der Übergang von der Ausbildung in das Angestelltenverhältnis ist durch klare Eingruppierungsmerkmale in den Gehaltstarifverträgen gekennzeichnet. Das Einstiegsgehalt richtet sich nach der zugewiesenen Tätigkeit und nicht allein nach dem Abschluss.

Durchschnittliches Einstiegsgehalt

Das Brutto-Einstiegsgehalt für Bankkaufleute variiert je nach Sektor. In der Regel erfolgt die Eingruppierung direkt nach der Ausbildung in die mittleren Tarifgruppen.

Bei den privaten Banken liegt das Einstiegsgehalt in der Tarifgruppe 4 (Tätigkeiten, die eine abgeschlossene Ausbildung erfordern) ab Juli 2026 bei 3.032 Euro im ersten und zweiten Berufsjahr. Werden direkt anspruchsvollere Tätigkeiten mit selbstständiger Verantwortung übernommen (Tarifgruppe 5), beträgt das Einstiegsgehalt 3.157 Euro.

Im öffentlichen Dienst (Sparkassen - TVöD-S) erfolgt die Eingruppierung häufig in die Entgeltgruppe 7. Hier liegt das Tabellenentgelt der Stufe 1 ab Mai 2026 bei 3.295 Euro. Für Service-Tätigkeiten in der Entgeltgruppe 5 liegt der Einstieg bei 3.124 Euro.

Einfluss von Unternehmensgröße und Standort

Großbanken und Institute in Metropolregionen zahlen tendenziell höhere Gehälter, oft ergänzt durch übertarifliche Zulagen, um die höheren Lebenshaltungskosten auszugleichen. Zudem zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit, dass das Anforderungsniveau der Tätigkeit entscheidend ist: Spezialistenfunktionen werden deutlich höher vergütet als reine Fachkrafttätigkeiten.

Gehaltsentwicklung im Berufsverlauf

Das Gehalt im Bankwesen wächst dynamisch durch tarifliche Berufsjahresaufstiege und die Übernahme von mehr Verantwortung.

Entwicklung nach Berufserfahrung

Die Tarifverträge sehen automatische Steigerungen nach bestimmten Berufsjahren vor.

  • 3–5 Jahre Berufserfahrung: In der Tarifgruppe 6 der privaten Banken steigt das Gehalt ab Juli 2026 nach vier Jahren Berufserfahrung auf 3.499 Euro.
  • 10+ Jahre Berufserfahrung: Langjährige Mitarbeiter erreichen oft Gehälter von über 4.500 Euro. Laut der WSI-Lohnspiegel-Datenbank verdienen Bankkaufleute mit 10 Jahren Berufserfahrung durchschnittlich 4.500 Euro (ohne Sonderzahlungen). Nach 20 Jahren steigt dieser Wert auf etwa 5.130 Euro.

Karriere- und Aufstiegsmöglichkeiten

Mit zunehmender Qualifikation verlassen Bankkaufleute oft die unteren Tarifgruppen.

  • Spezialistenfunktionen: Positionen in der Wertpapierberatung oder Baufinanzierung sind häufig in den Tarifgruppen 7 bis 9 angesiedelt. In der höchsten Tarifgruppe (TG 9) der privaten Banken liegt das Gehalt ab Juli 2026 in der Endstufe bei 5.908 Euro.
  • Weiterbildung: Zusatzqualifikationen wie der Bankfachwirt (Mediangehalt ca. 49.800 Euro p.a.) oder Bankbetriebswirt (ca. 58.600 Euro p.a.) ermöglichen Sprünge in höhere Tarifgruppen oder in den außertariflichen Bereich (AT).

Auswirkungen auf das Gehalt: Regionale Unterschiede

Der Standort der Bank hat einen massiven Einfluss auf das erzielbare Einkommen. Die Daten der Bundesagentur für Arbeit (Entgeltatlas) zeigen ein klares Gefälle zugunsten der großen Finanzzentren.

Bundesländervergleich

Hessen nimmt durch den Finanzplatz Frankfurt eine Sonderstellung ein und führt das Ranking deutlich an.

Bundesland

Medianentgelt (Brutto/Monat)

Hessen

6.751 €

Berlin

6.229 €

Hamburg

6.154 €

Nordrhein-Westfalen

5.610 €

Schleswig-Holstein

5.516 €

Baden-Württemberg

5.453 €

Niedersachsen

5.448 €

Bayern

5.362 €

Bundesdurchschnitt

5.680 €

Tabelle 1: Median-Gehalt Bankkaufleute nach Bundesland. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas.

Stadt-Land-Gefälle und Ost-West-Vergleich

In Metropolen wie Frankfurt am Main liegt der Median bei 7.276 Euro. Im Gegensatz dazu sind die Gehälter in ländlichen Gebieten und insbesondere in Ostdeutschland niedriger. Laut WSI-Lohnspiegel verdienen Bankkaufleute in Ostdeutschland im Schnitt 4.220 Euro, während es im Westen 4.540 Euro sind. Diese Unterschiede korrelieren oft mit den Lebenshaltungskosten vor Ort.

Einfluss des Arbeitgebers auf die Gehaltsentwicklung

Die Bankenlandschaft in Deutschland ist in drei Säulen gegliedert, für die unterschiedliche Tarifverträge gelten.

Tarifverträge im Bankensektor (Stand 2026)

  • Private Banken: Der Tarifvertrag (AGV Banken/ver.di/DBV) sieht eine Erhöhung um 2,0 % zum 1. Juli 2026 vor. 
  • Öffentliche Banken (VÖB): Hier steigen die Gehälter zum 1. November 2026 um 2,7 % als letzte Stufe eines umfassenden Pakets.
  • Genossenschaftsbanken: Für Volks- und Raiffeisenbanken wurde eine Erhöhung um 3,5 % zum 1. Mai 2026 vereinbart.

Bonuszahlungen und Zusatzleistungen

Das Bankgewerbe zeichnet sich durch umfangreiche Sonderzahlungen aus. Tariflich verankert ist in der Regel ein 13. Monatsgehalt als Sonderzahlung. Hinzu kommen vermögenswirksame Leistungen in Höhe von 40 Euro monatlich sowie 30 Tage Urlaub. Bei Sparkassen gibt es zudem eine spezifische Sparkassensonderzahlung, die teils erfolgsabhängig ist.

Gehalt im Vergleich zu ähnlichen Berufen

Im kaufmännischen Bereich ist die Bankausbildung finanziell führend. Ein Vergleich der Medianentgelte verdeutlicht den Vorsprung gegenüber anderen Ausbildungsberufen:

Beruf

Medianentgelt (Monat brutto)

Differenz zum Bankkaufmann

Bankkaufmann/-frau

5.680 €

-

Versicherungskaufmann/-frau

5.281 €

- 399 €

Industriekaufmann/-frau

4.467 €

- 1.213 €

Steuerfachangestellte/r

3.458 €

- 2.222 €

Tabelle 2: Mediangehalt Bankkaufmann / Bankkauffrau im Vergleich zu anderen Berufen. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Entgeltatlas.

Fazit

Der Beruf der Bankkauffrau bzw. des Bankkaufmanns bietet auch im Jahr 2026 exzellente finanzielle Perspektiven. Durch die hohen Tarifabschlüsse der Jahre 2024 bis 2026 wurden die Gehälter und insbesondere die Ausbildungsvergütungen deutlich angehoben. Finanziell lohnt sich der Beruf besonders für Fachkräfte, die bereit sind, sich kontinuierlich weiterzubilden (z. B. zum Bankfachwirt) und Verantwortung in Spezialisten- oder Führungspositionen zu übernehmen. Während das Einstiegsgehalt bereits solide ist, bieten die tariflichen Entwicklungsstufen und die Möglichkeiten in Finanzzentren wie Frankfurt am Main weit überdurchschnittliche Verdienstchancen.

Hier gibt es übrigens passende Stellenangebote für Bankkaufleute.

FAQs

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung bei Banken im Jahr 2026?

Im Jahr 2026 liegt die Vergütung im ersten Ausbildungsjahr je nach Bankensektor zwischen 1.400 Euro (private Banken) und 1.496 Euro (öffentliche Banken)

Was verdient man als Bankkaufmann direkt nach der Ausbildung?

Das tarifliche Einstiegsgehalt bewegt sich ab Mitte 2026 je nach Tarifgruppe und Bankensektor zwischen etwa 3.032 Euro und 3.295 Euro brutto monatlich

Welches Bundesland zahlt die höchsten Gehälter für Bankkaufleute?

Hessen liegt mit einem Medianentgelt von 6.751 Euro bundesweit an der Spitze, maßgeblich beeinflusst durch den Finanzplatz Frankfurt.

Gibt es im Bankwesen ein 13. Monatsgehalt?

Ja, die Tarifverträge im privaten Bankgewerbe sehen eine jährliche Sonderzahlung in Höhe eines vollen Monatsgehalts vor

Wie wirkt sich eine Weiterbildung auf das Gehalt aus?

Weiterbildungen wie zum Bankfachwirt oder Bankbetriebswirt führen zu Gehaltssprüngen auf jährliche Mediangehälter zwischen 49.800 Euro und 58.600 Euro

Dr. Hans-Peter Luippold

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und LinkedIn.