Nur 1,4 Prozent der Stellenanzeigen fordern KI-Skills

Nur 1,4 Prozent der Stellenanzeigen fordern KI-Skills

News | 02.05.2026

Eine Analyse von Stellenmarkt.de ergab, dass es nur in rund 1,4 Prozent der Stellenanzeigen entsprechende Erwähnungen gibt. Konkrete KI-Tools wie ChatGPT werden so gut wie nicht genannt. Auf Platz eins liegt ein Tool, das allgemein weniger bekannt ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Die überwiegende Mehrheit der Stellenanzeigen erwähnt keine KI-Skills oder KI-Tools.
  • ChatGPT wird nur äußerst selten genannt.
  • Erwartungsgemäß ist der Anteil von KI-Nennungen am größten in den Branchen IT & Software sowie Bildung & Forschung.

Kaum Nennungen von KI-Skills

In einer Analyse von 25.074 ausgewählten Stellenanzeigen auf Stellenmarkt.de wurde untersucht, welche spezifischen KI-Werkzeuge und KI-Skills von Bewerbern vorausgesetzt werden und wie sich diese Anforderungen auf verschiedene Branchen verteilen.

Die Auswertung zeigt, dass die explizite Nennung von KI-Skills in Stellenanzeigen (in der Jobbeschreibung oder den konkret gestellten Anforderungen an die Bewerber) derzeit noch die große Ausnahme ist. In der Gesamtheit der analysierten Anzeigen wurden nur in 346 Anzeigen spezifische KI-Tools oder allgemeine KI-Kenntnisse gefordert. Das entspricht gerade einmal 1,38 Prozent. 

Datenanalyse-Tools mit integrierten KI-Funktionen wie Power BI dominieren, gefolgt von allgemeinen Anforderungen an KI-Kompetenz. Bei den generativen KI-Tools führen die verschiedenen Copilot-Lösungen von Microsoft und GitHub vor DeepL und ChatGPT.

Geforderte KI-Tools im Detail

Die Analyse der spezifischen Tools zeigt eine Präferenz für etablierte Business-Intelligence-Lösungen, die zunehmend KI-Funktionen integrieren, sowie für die Copilot-Ökosysteme.

Die folgende Tabelle zeigt die Top 15 der am häufigsten genannten KI-Begriffe:

KI-Tool / Konzept

Anzahl Nennungen

Anteil

Kategorie

Power BI

110

0,439 %

BI- & Analyse-Tools

AI (Abkürzung)

100

0,399 %

KI-Konzepte & Kompetenz

KI-gestützt / KI-basiert

61

0,243 %

KI-Konzepte & Kompetenz

Machine Learning

50

0,199 %

KI-Konzepte & Kompetenz

ML (Abkürzung)

46

0,183 %

KI-Konzepte & Kompetenz

Data Science

44

0,175 %

KI-Konzepte & Kompetenz

KI-Anwendung / KI-Lösung

42

0,168 %

KI-Konzepte & Kompetenz

Künstliche Intelligenz (dt.)

25

0,100 %

KI-Konzepte & Kompetenz

KI-Tool(s) / AI-Tool(s)

23

0,092 %

KI-Konzepte & Kompetenz

Copilot (allgemein)

17

0,068 %

Generative KI & Assistenten

LLM / Large Language Model

16

0,064 %

KI-Konzepte & Kompetenz

Generative AI / GenAI

15

0,060 %

KI-Konzepte & Kompetenz

PyTorch

11

0,044 %

ML-Frameworks

Deep Learning

11

0,044 %

KI-Konzepte & Kompetenz

Computer Vision

10

0,040 %

KI-Konzepte & Kompetenz

Tabelle 1: Die 15 am häufigsten genannten KI-Begriffe in Stellenanzeigen

Es fällt auf, dass allgemeine Formulierungen wie “AI”, "Künstliche Intelligenz", "KI-Tools" oder "KI-gestützt" deutlich häufiger vorkommen als spezifische Produktnamen wie ChatGPT oder Midjourney. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass viele Unternehmen eher eine generelle Technologieoffenheit und methodische Kompetenz im Umgang mit KI suchen als die Beherrschung eines einzelnen Tools.

Nennungen von KI-Tools und KI-Skills in Stellenanzeigen
Nennungen von KI-Tools und KI-Skills in Stellenanzeigen

Allgemeine KI-Begriffe überwiegen in Stellenanzeigen

Es fällt auf, dass allgemeine Formulierungen wie “AI”, "Künstliche Intelligenz", "KI-Tools" oder "KI-gestützt" deutlich häufiger vorkommen als spezifische Produktnamen wie ChatGPT oder Midjourney. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass viele Unternehmen eher eine generelle Technologieoffenheit und methodische Kompetenz im Umgang mit KI suchen als die Beherrschung eines einzelnen Tools.

Die folgende Übersicht zeigt die Verteilung der in Stellenanzeigen genannten KI-Begriffe nach übergeordneten Kategorien:

In Stellenanzeigen genannte KI-Begriffe nach Kategorien
In Stellenanzeigen genannte KI-Begriffe nach Kategorien

Verteilung nach Branchen

Die Analyse der Branchen zeigt deutliche Unterschiede in der Berücksichtigung von KI-Anforderungen. Während einige Sektoren bereits gezielt nach diesen Fähigkeiten suchen, spielen sie in anderen noch keine messbare Rolle in den Ausschreibungstexten.

Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung für die wichtigsten identifizierten Branchen:

Branche

Stellen gesamt

Anteil an allen Stellen

KI-Nennungen

KI-Anteil innerhalb der Branche

IT & Software

492

2,0 %

146

29,7 %

Bildung & Forschung

495

2,0 %

33

6,7 %

Finanzen & Versicherung

514

2,0 %

27

5,3 %

Marketing & Kommunikation

20

0,1 %

1

5,0 %

Maschinenbau & Industrie

2.464

9,8 %

32

1,3 %

Handel & E-Commerce

722

2,9 %

8

1,1 %

Personalwesen & HR

401

1,6 %

2

0,5 %

Bau & Immobilien

750

3,0 %

3

0,4 %

Gesundheit & Pflege

2.864

11,4 %

1

0,0 %

Logistik & Transport

1.029

4,1 %

0

0,0 %

 

Tabelle 2: Nennung von KI-Skills in Stellenanzeigen nach Branchen

Die IT & Software-Branche dominiert das Feld. Der Anteil der Stellenanzeigen mit KI-Bezug in dieser Branche beträgt fast 30 Prozent.

Auch der Bereich Bildung & Forschung zeigt mit 6,7 Prozent einen starken Fokus auf KI-Themen. Das dürfte vor allem an der zunehmenden Bedeutung von Data Science und maschinellem Lernen im akademischen Umfeld liegen.

Der Sektor Finanzen & Versicherung (5,3 Prozent) wird primär durch die Nachfrage nach Power BI und Datenanalyse-Kompetenzen getrieben.

Hinweis: 15.221 Stellen fielen in die Kategorie "Sonstige / nicht klassifiziert", wovon 423 Nennungen (2,8 %) einen KI-Bezug aufwiesen.

Verteilung von KI-Begriffen nach Branchen

Die folgende Heatmap zeigt die Verteilung der Nennung von KI-Skills in Stellenanzeigen nach Branchen:

In Stellenanzeigen genannte KI-Begriffe nach Branche (Heatmap)
In Stellenanzeigen genannte KI-Begriffe nach Branche (Heatmap)

Fazit

Die Auswertung zeigt, dass die Forderung nach bestimmten KI-Skills oder die Nennung von KI-Tools in Stellenanzeigen mit 1,38 Prozent über alle Branchen hinweg noch wenig verbreitet ist. Wenn KI-Kompetenzen gefordert werden, dann meist in Form von analytischen Werkzeugen wie Power BI oder als allgemeine methodische Anforderung ("KI-Tools", "AI" etc.)

Die IT-Branche und der Finanzsektor sind derzeit die stärksten Treiber dieser Entwicklung. Mit der zunehmenden Integration von KI-Assistenten in Standard-Bürosoftware wie Microsoft 365 Copilot wird die Nennung dieser Tools in kaufmännischen und administrativen Berufen in Zukunft sicherlich deutlich ansteigen.

Dr. Hans-Peter Luippold

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und LinkedIn.