Bossing: Mobbing durch den Chef

Bossing: Mobbing durch den Chef

Bossing ist das Mobbing durch einen Vorgesetzten. Es gilt als besonders schwere Form wegen des Machtgefälles, Betroffene wissen oft nicht, wie sie sich wehren sollen. Erfahren Sie in diesem Beitrag, welche Optionen Ihnen gegen Bossing zur Verfügung stehen.

Obwohl Bossing immer vom Chef ausgeht, muss niemand Opfer bleiben. Lesen Sie hier unsere Tipps, wie sich Bossingopfer wehren können!

Wie ist Bossing am Arbeitsplatz definiert?

In fast jedem Unternehmen gibt es Hierarchien, die Vorgesetzte dazu verleiten können, Mobbing gegen Untergebene anzuwenden. Die Motive sind oft sehr persönlicher Natur, doch auf jeden Fall entsteht durch Bossing eine gezielte Schwächung des betroffenen Mitarbeiters.

Prekär ist dabei die Tatsache, dass sich dieser Mitarbeiter nicht – wie beim Mobbing durch Kollegen – an seinen unmittelbaren Chef wenden kann, der ihn schützen müsste. Der unmittelbare Chef ist schließlich beim Bossing in der Regel der Kontrahent. Sein Verhalten wird meistens psychische und manchmal auch physische Formen annehmen, doch eine definierte Rechtsnatur erhält es erst, wenn es sich über einen langen Zeitraum hinzieht. Mobbing ist definiert.

Es besteht aus folgenden Tatbeständen:

  • wiederkehrende, systematische Demütigungen
  • Entmutigungen (besonders beim Bossing)
  • Ausgrenzungen
  • Vorenthalten wichtige Informationen
  • Ignorieren trotz Nachfrage
  • permanentes Kritisieren trotz erbrachter Leistung
  • Überwachung aller Arbeitsschritte
  • Verbreitung von Gerüchten
  • ungerechtfertigte Abmahnung
  • unrealistische Zeitvorgaben
  • intolerable Versetzung (etwa in einen Fachbereich, den der Angestellte nicht beherrschen kann)
  • Einschüchterungen und Beleidigungen (auch sehr laut)
  • ungerechtes Zuweisen unangenehmer Arbeitsaufgaben (beim Bossing)

Die Häufigkeit und die Dauer sind entscheidend. Einzelaktionen dieser Art zählen ausdrücklich nicht zum Mobbing. Dieses zeichnet sich durch die Konsistenz, Häufigkeit und Regelmäßigkeit (meistens täglich) sowie durch die Willkür aus. Damit ist generelles Mobbing einzugrenzen, während beim Bossing zu beobachten ist, dass die Aktionen des Chefs vollkommen unabhängig von der erbrachten Leistung des Mitarbeiters erfolgen. Auch deshalb ist eine Einzelaktion ganz anders zu bewerten.

Ursachenforschung: Weshalb Vorgesetzte Untergebene mobben

Als Führungskraft braucht man nicht nur Fachwissen. Man braucht auch bestimmte charakterliche Eigenschaften. Wer hier unsicher ist, möchte das oft kaschieren, weil er Autoritätsverlust fürchtet.

So manch ein Angehöriger der Führungsetage fürchtet um den Verlust seiner Machtposition. Ganz besonders dann, wenn jemand in die Abteilung kommt, dem man sich fachlich oder intellektuell unterlegen fühlt.

Natürlich kann auch etwas anderes hinter Mobbing am Arbeitsplatz stecken. Doch häufig ist es wirklich so einfach.

Sind Sie Bossing-Opfer?

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man seine Untergebenen mobben kann. Darauf läuft es hinaus: Bossing-Opfer sollen systematisch schikaniert werden. So lange, bis sie am besten „freiwillig“ die Firma verlassen.

So sieht es aus, wenn Ihr Vorgesetzter Sie mobbt

Beispiel Szenarien:

  • ungerechtfertigte Kritik an Ihrer Arbeit
  • persönliche, herabwürdigende Bemerkungen
  • öffentliches Zurschaustellen Ihrer „Fehler“
  • Nichtbeachten / nicht Grüßen, obwohl Sie sich deutlich bemerkbar machen
  • abfällige Äußerungen über Ihre Person (nicht Ihre Arbeit!)
  • Äußerungen „unter der Gürtellinie“

Jedes Beispiel ist nur eine Auswahl der Werkzeuge, die Ihr Vorgesetzter nutzen kann. Das Schlimme daran: Oft kommt das Mobben völlig aus heiterem Himmel. Dann sind Sie sich keiner Schuld bewusst und stehen dumm da, sofern Sie nicht besonders schlagfertig sind.

Bossing Anzeichen: Mobbt Sie Ihr Vorgesetzter?

  • über einen langen Zeitrum hinweg?
  • systematisch, also mit Methode?

Es gibt noch ein drittes Kriterium, doch das versteht sich fast von selbst: Das Verhalten des Vorgesetzten ist äußerst verletzend.

Dabei ähneln die Methoden dem Mobbing, treffen ihr Opfer aber noch empfindlicher: Der Mitarbeiter, also das Ziel, ist immer im Nachteil. Denn der Chef steht in der Hierarchie viel höher.

Arbeitsebene und persönliche Ebene

Manch einer kann es lange nicht glauben und sucht die Schuld zunächst bei sich: Lässt meine Leistung in letzter Zeit so sehr zu wünschen übrig?

Resultat ist ein ständiges Gefühl der Verunsicherung. Dies treibt den Betroffenen weiter in die Defensive. Denn wer ständig an sich zweifelt, macht immer mehr Fehler. Darum ist es wichtig, zu verstehen, was da überhaupt vor sich geht.

Es gibt Mobbing von oben auf zwei Ebenen: den Job und die persönliche Ebene. Oft fließen beide ineinander, doch grundsätzlich lassen sie sich klar trennen. Dann sind gute Tipps gefragt, wie Sie sich selbst helfen können.

Die Wirkungskette beim Bossing

Wie beim Mobbing gibt es auch beim Bossing eine Wirkungskette. Phänomenal ist die Tatsache, dass auch an sich kultivierte Menschen die Tendenz zum Mobbing entwickeln können – so, wie nahezu jeder Mensch in sich die Option zur Gewalt trägt. Es gibt keine pauschalen Ursachen, aber ein Klima, in welchem sich Mobbing und Bossing entwickeln können.

Wenn Firmen und Abteilungen sich mit der Problematik nicht auseinandersetzen und auf erste Warnsignale nicht reagieren, fühlen sich die Täter regelmäßig ermutigt. Das ist bei jeder Art von Mobbing zu beobachten, weshalb der Gesetzgeber inzwischen klare Vorgaben geschaffen hat.

Beim Bossing fühlen sich zusätzlich Vorgesetzte kraft ihrer Position dazu in der Lage, die Hierarchie auszunutzen. Ihre Philosophie lautet oft, dass die Mitarbeiter nur “Opfer” sind. Doch nicht nur per se unmoralische Chefs entwickeln solche Tendenzen, sondern wie erwähnt auch normale, kultivierte Vorgesetzte, wenn sie unter starkem Stress stehen und wenn es nicht rechtzeitige Gegenwehr gibt. Dann setzt sich eine psychische und manchmal sogar physische Gewaltspirale in Gang.

Das Bossing-Opfer ist bei den ersten Vorfällen perplex, hält sie für "Ausrutscher" des Chefs und lässt sie über sich ergehen. Das ist fatal. Der Chef betreibt das Bossing ein zweites und dann ein drittes Mal. Wenn der Angestellte dann immer noch nicht reagiert, hat er verloren: Er wurde zum Bossing-Opfer. Der Chef hat sein demütiges Frustventil gefunden und wird es immer wieder benutzen. Das ist die Wirkungskette beim Bossing.

Folgen von Bossing

Die Folgen von Mobbing wurden vielfach beschrieben, beim Bossing treten sie ebenso, aber oft noch stärker auf. Die Betroffenen können in der Regel kaum noch an etwas anderes denken, schlafen schlecht, gehen täglich mit einem sehr unguten Gefühl zur Arbeit und entwickeln je nach persönlicher Resilienz (Widerstandsfähigkeit) mehr oder weniger starke psychosomatische Symptome.

Klassiker sind Magen-Darm-Probleme, Schweißausbrüche und eine stark erhöhte Infektanfälligkeit durch den Stress. Dauerkopfschmerzen und Übelkeit kommen in der Regel hinzu. Wenn niemand eingreift, wird der Mitarbeiter krank und später entweder selbst kündigen oder gekündigt werden.

Mögliche Gesundheitsprobleme

  • Depressionen bis hin zum Burn Out
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • Panikattacken
  • Konzentrationsprobleme mit Resultat Leistungsabfall
  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen
  • Hautprobleme
  • Magen- und Darmprobleme

Hier finden Sie als Bossing-Opfer Hilfe

Unterstützung finden Arbeitnehmer zunächst im starken Team, dann im Betriebsrat. Der hilft auch mit Tipps, wenn Betroffene nicht mehr ein noch aus wissen. Er kennt nicht nur den Chef und dessen Methoden. Er kennt vor allem auch das Gesetz.

Aktiv sollten Sie aber auch nach Selbsthilfegruppen suchen - die gibt es auch online. Dort treffen Sie andere Betroffene, die vielleicht Tipps für Sie haben. Auch der Austausch tut einfach gut! Vielleicht kennt dort jemand zudem einen versierten Rechtsanwalt.

Bossing: Tipps zur Selbsthilfe

TIPP 1 – Analyse Ihres Verhaltens am Arbeitsplatz

Dies ist besonders schwer, weil negative Gefühle klares Denken vernebeln. Wer das nicht allein kann, sucht sich Unterstützung. So lässt sich besser durchleuchten, auf welcher Ebene die Kritik meistens ansetzt.

Die Arbeitsebene

Hier lässt sich ganz konkret beurteilen, ob die ständige Krittelei berechtigt ist oder nicht. Fragen Sie sich aufrichtig: Geben Sie wirklich alles in Ihrem Job?

Dann wird es Zeit, über einen anderen Job nachzudenken. Denn in Ihrer jetzigen Firma wird Ihre Leistung offensichtlich nicht gewürdigt! Eine Ankündigung darf gern laut erfolgen, aber nur, wenn Sie dem auch Taten folgen lassen. Vielleicht reicht das schon aus, den Vorgesetzten in seine Schranken zu weisen.

Selbst mangelhafte Leistung am Arbeitsplatz rechtfertigt zwar nicht das Verhalten des Chefs. Doch gibt es in dem Fall eine Möglichkeit, wie Sie dem Ganzen endlich Einhalt gebieten können. Zeigen Sie, was wirklich in Ihnen steckt und nehmen Sie Ihrem Vorgesetzten den Wind aus den Segeln!

Die persönliche Ebene

Geht es dann immer noch weiter, erstreckt sich die Schikane auf die persönliche Ebene. Dann bekommen Sie unvermittelt Spitzen zu hören. Oder Sie werden geschnitten, als seien Sie gar nicht anwesend. Eine äußerst demütigende Erfahrung! Ihre Person steht im Mittelpunkt der Angriffe - nicht Ihre Leistung am Arbeitsplatz.

 

TIPP 2: Das Gespräch über die unbefriedigende Situation suchen

Sie sollten jetzt offensiv vorgehen und das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen. Sicher erfordert solch ein Gespräch sehr viel Mut. Versuchen Sie es dennoch. Machen Sie ihm klar, was Sie stört, denn so bekommt er eine letzte Chance, sein Verhalten zu ändern.

 

TIPP 3: Ruhig bleiben – keine Drohungen!

Fahren Sie aber nicht gleich aus der Haut, wenn Ihr Vorgesetzter sich uneinsichtig zeigt. Erklären Sie so ruhig wie möglich, was Ihr Problem ist. Betonen Sie, dass Ihnen an einer konstruktiven Lösung liegt.

Sollten Sie sich mit dem Gedanken tragen, die Firma oder die Abteilung zu verlassen, dann erklären Sie auch das. Aber nicht als Drohung, sondern um zu zeigen, wie sehr Sie die Situation belastet.

Leider ist Einsicht erfahrungsgemäß selten. Denn das seltsame Verhalten hat oft einen ganz bestimmten Grund, fehlende Charaktereigenschaften oder Autoritätsverlust der Führungsperson kann hier eine Rolle spielen.

TIPP 4 – Suchen Sie Kollegen als Verbündete am Arbeitsplatz

Geht es nur Ihnen so oder betrifft das Verhalten Ihres Chefs alle Mitarbeiter, die so sind wie Sie? Man mag es kaum glauben, doch in manchen Unternehmen geschieht Mitarbeitermobbing im großen Stil. Und viele Mitarbeiter lassen es sich gefallen, aus Angst um den Job.

Deshalb wird es nicht leicht sein, diesen Tipp umzusetzen. Der Grund: Wenn die Chefetage nicht darauf achtet, wie respektvoll der Umgang am Arbeitsplatz ist, hat Ihr Chef freie Hand.

Versuchen Sie trotzdem, Mitarbeiter zu finden, die Sie solidarisch unterstützen. Mobben von oben bleibt unter Kollegen nie unbemerkt! Und wenn Sie gehen, kann es jederzeit die anderen Kollegen treffen.

 

Bossing-Opfer: Weshalb mobbt man gerade mich?

Verstehen Sie die folgenden Sätze nicht falsch. Die Schuld liegt nicht bei Ihnen als Arbeitnehmer! Doch wer sich als schlagfertig erweist, wird seltener Bossing-Opfer auf der Arbeit. Daran zeigt sich die Ungerechtigkeit hinter all dem: Stets trifft es Schwächere.

Solche Menschen sind nicht nur wenig wehrhaft. Die unterlegene Position im Betrieb kommt ja noch hinzu! Zum Beispiel leidet manch einer jahrelang still, bevor er zusammenbricht.

Viele Mitarbeiter ducken sich weg und lassen es sich gefallen, dass man sie mobbt. Manch ein Arbeitnehmer lässt sich auch dauerkrank schreiben, was das Problem mit der Chefetage aber ebenso wenig löst.

So ungerecht das klingt, der Chef sucht sich sein Opfer ganz gezielt aus. Er wird sich nur diejenigen Menschen vorknöpfen, die sich das auch gefallen lassen.

 

TIPP 5 – Handlungsbedarf frühzeitig erkennen

Wenn Sie schon morgens Panik davor haben, in die Firma zu gehen, ist das eine unerträgliche Situation. Dann ist es Zeit zu handeln! Wer wartet, verlängert nur sein Leiden.

Das aber wird gefährlich, denn auch der stärkste Mitarbeiter wird irgendwann von permanenter Schikane durch Führungskräfte zermürbt. Überlegen Sie sich darum frühzeitig, was Sie unternehmen können. Stellen Sie sich Ihrer Lage, von allein wird sie nicht besser!

Auswirkungen auf die Arbeitnehmer

Konkrete Auswirkungen auf die Seele lassen sich leicht erkennen. Da sind vor allem Zweifel an sich selbst: Gebe ich genug Leistung, sehe ich wirklich so hässlich aus, bin ich tatsächlich so ein Versager? Wenn die Kritik des Chefs nicht mehr nur die Leistung betrifft, sondern die eigene Persönlichkeit, dann wird es kriminell.

 

TIPP 6 – Bossing ist strafbar! Dokumentieren Sie alles, was geschieht

Wer absichtlich Untergebene mobbt, macht sich in Deutschland strafbar. Leider muss das nachgewiesen werden, und das ist nicht leicht. Es kann aber klappen, vor allem mit Zeugen aus dem Kollegenkreis.

Führen Sie zudem ein Bossingtagebuch. Versuchen Sie, mit Fotos oder Kopien zu arbeiten, etwa von beleidigenden online Mails. Weisen Sie nach, was möglich ist: Das hilft, wenn Sie einmal entscheiden, das Verhalten des Chefs öffentlich zu machen.

Und es gibt ein gutes Gefühl, was Ihre Seele angeht. Denn jetzt werden Sie aktiv und lassen sich nicht mehr alles gefallen. Das ist reiner Selbstschutz gegen Führungskräfte! Tun Sie das nicht, drohen gravierende gesundheitliche Schäden.

 

TIPP 7 –  Chancen erkennen - lohnt sich ein Rechtsanwalt?

Der Gang zum Rechtsanwalt lohnt nur mit exakter Dokumentation der Anzeichen. Kaum ein Mitglied der Führungsetage gibt Fehlverhalten einfach zu.

Ob Sie nachher klagen oder nicht, bleibt Ihnen überlassen. Die Rechtslage zum Mobbing hat in Deutschland unter anderem das Bundesarbeitsgericht in mehreren Urteilen vorgegeben. Mobbing ist eine benachteiligende Belästigung nach § 3 Absatz 3 AGG. Es gibt hierzu etliche Urteile, die Sie online sehr schnell recherchieren können.

Überlegen Sie gut, ob Sie auch damit zurechtkommen, den Prozess zu verlieren. Und selbst wenn Sie Recht bekommen: Wie wollen Sie anschließend im Job weiterarbeiten? Schließlich werden Sie täglich mit Fehlverhalten Ihrer Führungskräfte konfrontiert. Realistischer ist es darum, sich mit einer Bewerbung in einem anderen Umfeld anzufreunden.

 

TIPP 8 –  Fangen Sie neu an!

Ist Ihre Gesundheit bereits angegriffen, lassen Sie sich unverzüglich krank schreiben. Kommen Sie zur Ruhe und überlegen Sie, was Sie weiter tun wollen. Bleiben Sie für die Firma nicht erreichbar, auch nicht online oder am Smartphone.

Suchen Sie online nach freien Stellen und schreiben Sie eine Bewerbung! Vielleicht reicht aber auch schon die Versetzung in eine andere Abteilung.

Hinweis: Manche empfinden es als demütigend, einfach so das Feld zu räumen. Vergessen Sie das. Ihre Gesundheit steht auf dem Spiel, eine Bewerbung auf einen neuen Job ist gerechtfertigt.

Übersicht: 8 Tipps, wie Sie sich gegen Bossing wehren!

  1. Analysieren Sie, was vor sich geht: Leistungsabfall oder schlichtes Lästern?
  2. Suchen Sie das Gespräch. Machen Sie deutlich, was Sie stört.
  3. Bleiben Sie stets höflich und ruhig.
  4. Suchen Sie Verbündete in der Firma: Gute Kollegen unterstützen Sie, auch wenn sie nicht betroffen sind.
  5. Handeln Sie frühzeitig! Warten Sie nicht, bis Sie ernsthaft krank werden.
  6. Für aktive Gegenwehr sollten Sie alles gut dokumentieren. Holen Sie sich zudem professionelle Hilfe, etwa vom Betriebsrat oder online.
  7. Überlegen Sie es sich, bevor Sie einen Rechtsanwalt gegen Führungskräfte einschalten.
  8. Ein Neustart ist keine Niederlage, sondern eine Befreiung!

Fazit

Bossing-Opfer leiden an doppelter Schwäche: Mobbing durch die Chefetage trifft nicht wahllos irgendwen. Vielmehr suchen Vorgesetzte sich oft solche Menschen, die sich schlecht wehren können. Hilfe wird häufig zu spät gesucht.

Dann sind psychische wie auch körperliche Schäden die Folge. Das kann bis hin zu ernsten Erkrankungen gehen. Wer nicht dauerkrank oder als Frührentner enden möchte, sollte dringend etwas unternehmen.

Hilfe bieten Betriebsrat oder Selbsthilfegruppen. Auch der Rechtsanwalt kann eingeschaltet werden, denn Bossing ist in Deutschland strafbar. Leider lässt es sich oft schlecht nachweisen, weshalb letztlich der Wechsel mehr bringt. Eine neue Firma oder Abteilung bewirkt, dass Betroffene wieder Lebensmut und Spaß an der Arbeit finden.

 

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.