Hobbys im Lebenslauf angeben: So machen Sie einen guten Eindruck

Hobbys im Lebenslauf angeben: So machen Sie einen guten Eindruck

Bei der Erstellung Ihres Lebenslaufs kommt es auf jedes kleine Detail an. Ganz gleich, ob Sie sich für eine neue Stelle bewerben oder um eine Beförderung kämpfen, Ihre Fähigkeiten und Erfahrungen müssen zur Geltung kommen. Deshalb ist es so wichtig, dass Sie Ihre Hobbys in Ihren Lebenslauf aufnehmen. Hobbys können dazu beitragen, dem Personalverantwortlichen einen Einblick in Ihre Persönlichkeit zu geben, indem sie Ihre Interessen und Leidenschaften außerhalb der Arbeit verdeutlichen. Sie können auch Ihre Fähigkeiten und Talente auf eine Weise zur Geltung bringen, die bei der Arbeit vielleicht nicht sofort ersichtlich ist. Welche Hobbys Sie in Ihren Lebenslauf aufnehmen sollten und welche lieber nicht, wie genau Sie diese angeben sollten, um sich von anderen Bewerberb abzuheben und weitere Fragen beantworten wir Ihnen in diesem Artikel.

Warum überhaupt Hobbys im Lebenslauf angeben?

Durch Ansicht des Lebenslaufs kann sich ein Personaler ein gutes Bild über den Bewerber und seine fachlichen Fähigkeiten machen.

Hobbys haben nur indirekt etwas mit einer beruflichen Laufbahn zu tun. So manch ein Bewerber beschränkt sich daher bei Verfassen des CV lieber auf seine

  • Qualifikationen,
  • Kompetenzen
  • und auf seine Berufserfahrung.

Dabei geben rund 82 Prozent von für eine Studie befragten Personalern an, dass auch die Freizeitaktivitäten der Bewerber bei der Wahl der Stellenvergabe ausschlaggebend sind. Hobbys können Interessen aufzeigen, die aus Ihrem beruflichen Werdegang oder Ihrer Ausbildung nicht ersichtlich sind. Sie können auch Fähigkeiten hervorheben, die für die Stelle, auf die Sie sich bewerben, relevant sind. Wenn Sie sich z. B. für eine Stelle bewerben, bei der Detailgenauigkeit gefragt ist, kann die Angabe eines Hobbys wie Stricken oder Malen zeigen, dass Sie über die erforderlichen Fähigkeiten verfügen. Hobbys können auch dazu beitragen, Lücken in Ihrem beruflichen Werdegang zu schließen, z. B. Zeiten der Arbeitslosigkeit oder der Kindererziehung.

Beliebteste Hobbys bei Arbeitnehmern in Deutschland sind laut einer Studie aus dem Jahr 2021 zum Beispiel:

  • Gartenarbeit,
  • Shopping
  • und der Besuch des Fitnessstudios.

Freizeitgestaltung wird im Bewerbungsverfahren hintenangestellt

In Deutschland und in Europa sind Arbeitnehmer darauf aus, in einer Vorstellungsrunde zuerst den Beruf und erst viel später die eigenen Interessen zu nennen. In anderen Ländern wie zum Beispiel in Australien ist es gang und gäbe, die Hobbys zuerst zu thematisieren. Erst danach berichten sie von ihren Tätigkeiten, mit denen sie Geld verdienen, um die Hobbys ggf. zu bezahlen (sofern sie nicht kostenlos sind). Das zeigt, dass die Vorgaben im Kampf um ein Vorstellungsgespräch in unseren Regionen die eigene Persönlichkeit der Bewerber auch abschwächen. Dabei sind es die persönlichen Stärken, von denen die Personaler, die Kollegen und Sie selber profitieren.

Kann ich Hobbys im Lebenslauf auch weglassen?

Grundsätzlich ist die Angabe von Hobbys kein Muss im Lebenslauf.
Es gibt keine endgültige Antwort auf die Frage, ob Sie Hobbys in Ihrem Lebenslauf angeben können oder nicht. Einerseits sind viele Arbeitgeber der Meinung, dass Informationen über Ihre persönlichen Interessen und Aktivitäten dazu beitragen, ein besseres Bild von Ihnen als Person und Ihrer Arbeitsmoral zu bekommen. Andererseits kann es schwierig sein, ein Gleichgewicht zu finden zwischen zu vielen überflüssigen Informationen und der Konzentration auf relevante berufliche Details. Ob Sie Hobbys in Ihren Lebenslauf aufnehmen oder nicht, hängt von einer Reihe von Faktoren ab, z. B. von Ihrer Branche und der konkreten Stelle, für die Sie sich bewerben.
So sollte auf die Angabe von Hobbys gegebenenfalls verzichtet werden, wenn lediglich ein Kurzlebenslauf verlangt wird, etwa auf Messen oder bei der Vorstellung bei Headhuntern. Hier ist eine Berufung auf die essentiellen Qualifikationen und beruflichen Erfolge ratsam. 

Wo im Lebenslauf sollte ich meine Hobbys platzieren?

Regulär ist ein Lebenslauf wie folgt aufzubauen:

  • persönliche Angaben
  • beruflicher Werdegang
  • Ausbildung
  • besondere Kenntnisse: Sprachen, IT-Kenntnisse, weitere Hard Skills 
  • Hobbys & persönliche Interessen

Hobbys sind am Ende des Lebenslaufs als eigenständiger Abschnitt (etwa "Hobbys und Interessen") aufzuführen. Der Bewerber sollte drauf achten, dass nur relevante Eigenschaften und Tätigkeiten genannt werden. Aber Achtung: Um auf eine korrekte Rechtschreibung zu achten, sollten Sie Hobbys richtig schreiben. Die Schreibweise Hobbies ist im Duden und in der deutschen Rechtschreibung nicht anerkannt. Obwohl es sich aus dem Englischen entlehnt, wird es im Deutschen nicht mit dem Suffix -ies geschrieben. Das ist wichtig zu wissen, um keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Denn allgemeine Rechtschreibfehler führen dazu, dass Personaler die Bewerbung zur Seite legen und sie sie nicht mehr weiterlesen.

Wie sollte ich meine Hobbys angeben?

Bei der Angabe Ihrer Interessen sollten Sie darauf achten, nicht zu unspezifisch zu bleiben. So kommen etwa die vagen Angaben "Sport", "Lesen", oder "Reisen" in der Regel nicht gut an, da sie das Bild, das durch diese Angaben vom Bewerber vermittelt werden soll, nicht weiter konturieren. 
Werden Sie daher gern etwas konkreter und geben weitere Details an, etwa wie in den folgenden Beispielen

  • Laufen (Marathon & Halbmarathon)
  • Kriminalliteratur
  • Tennis (als Turniersport beim TC XY)

Hinzu kommt, dass nicht immer alle Hobbys nennenswert sind: Treffen Sie daher eine gute Auswahl! Oftmals reichen bis zu drei Hobbys aus, um Ihre Person besser darzustellen. Bleiben Sie bei der klassischen Regel "weniger ist mehr", um sich interessant zu machen. Wenn Sie den obigen Vroschlag beherzigen und Ihre Freizeitgestaltung konkretsiert ausführen, werden die drei angegebenen Punkte genug Gesprächsstoff für einen lockeren Einstieg ins Vorstellungsgespräch bieten. Je mehr Interessen Sie aufführen, desto mehr Rückfragen stellt ein Personaler im Vorstellungsgespräch. Bieten Sie lieber mehr Potenzial für eine ausgewogene Menge an Rückfragen zu Ihren beruflichen Kompetenzen. 

Angaben dem Stellenangebot anpassen

Wie bereits erwähnt, sollten Sie bei der Anzahl der genannten Interessen tendenziell sparsam sein. Dies bietet Ihnen jedoch auch die Möglichkeit, Ihre Angaben im Lebenslauf stets dem Stellenangebot entsprechend anzupassen und bestimmte Tätigkeiten mal anzugeben und mal durch andere zu ersetzen. Wer sich auf eine Stelle als Teamleitung bewirbt, sollte etwa die Tätigkeit als Trainer in einer Fußballmannschaft besonders herausheben. So können Sie in Bewerbung und Vorstellungsgespräch auch schnell Bezug zu Ihren Hobbys nehmen und die Soft Skills, die Sie durch sie erlangt haben, herausarbeiten und glaubhaft machen.
Aber Vorsicht: Sie sollten natürlich immer bei der Wahrheit bleiben! 

Welche Hobbys sollte ich nicht angeben und wieso?

Bevor Sie Hobbys im Lebenslauf auflisten, wägen Sie vorher ab, ob es eine positive oder negative Wirkung auf den Leser und letztlich den potenziellen Arbeitgeber hat. Geben Sie den Lebenslauf einer neutralen Person zum Lesen: Wie kommen Ihre Freizeitaktivitäten beim Leser an?

Obwohl Hobbys die Seele der Bewerber unterstreichen, sind einige Interessen nicht zu nennen. Das gilt vor allem dann, wenn diese negativ konnotiert sind:

  • Fernsehen,
  • Relaxen oder Chillen,
  • Computerspiele spielen
  • oder Kino

sind einige Beispiele, die sich negativ auswirken können. Sie zeigen dem Leser, dass Faulenzen und der soziale Abstand zu anderen Menschen an der Tagesordnung stehen. Auch wenn für fast alle Arbeitnehmer Entspanung einen erheblichen Anteil ihrer Freizeit einnimmt, sollte diese nicht als Hobby erwähnt werden.
Etwas Risikobereitschaft ist gefragt, um ungewöhnliche Hobbys zu erwähnen. Seien Sie damit vorsichtig, um sich die beruflichen Chancen nicht zu verbauen. Zwar sind

  • Bergsteigen,
  • Höhlentauchen
  • oder Paragliding

interessant zu lesen, bringen aber ein gewisses Risiko mit. So könnten Sie sich in Ihrer Freizeit verletzen und für längere Zeit ausfallen. Die Freizeitaktivitäten zeigen zudem, dass Sie furchtlos sind und Ihren eigenen Weg gehen. Anweisungen vom Personalchef könnten missachtet werden. 

Diese Hobbys kommen besonders gut an

Natürlich gibt es auch Hobbys, die ungeachtet der Branche oder Position bei den meisten Personalern gut ankommen, weil sie mit bestimmten Soft Skills assoziiert werden.

Mannschaftssport, etwa

  • Fußball,
  • Handball
  • oder Volleyball

sind förderlich, um zu zeigen, dass Sie teamfähig sind. Interessen wie

  • Fotografie
  • Malerei
  • Literatur

zeigen, dass Sie kreativ sind und sich auch kulturell bilden. 

Auch immer gern gesehen sind Ehrenämter und andere Arten des sozialen Engagements, da sie eine Tatkraft und Hands-on-Mentalität implizieren. 

Rechnen Sie mit Rückfragen!

Ist die Entscheidung eines Personalers gefallen, Sie zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen? Dann rechnen Sie damit, dass es zu Rückfragen kommt. Darum ist es ratsam. dass Ihre Angabe korrekt ist. Haben Sie zum Beispiel Freizeitbeschäftigungen erwähnt, denen Sie kaum oder gar nicht nachgehen, bemerkt das ein Personaler schnell durch einige Rückfragen. Vor allem bei Tätigkeiten, die ehrenamtlich sind, sollten Sie die Wahrheit sagen: Ein Personaler erkundigt sich im Vorfeld, ob Sie eine korrekte Angabe gemacht haben.

Wie könnte eine Bezugnahme zu den angegebenen Hobbys im Bewerbungsgespräch aussehen?

Nehmen Sie im Bewerbungsgespräch Bezug auf Ihre Angaben aus dem Lebenslauf!
Besonders Ihre Soft Skills können Sie im Vorstellungsgespräch erst richtig gut in Szene setzen. Nennen Sie positive Erfahrungen, die Sie durch Ihre Hobbys gemacht haben und ergänzen Sie diese um die Stationen aus Ihrer beruflichen Laufbahn. Zeigen Sie dabei auf, inwieweit Ihre privaten Interessen einen positiven Einfluss auf ihre beruflich wichtigen Skills hatten:

  • Welche Erfolge konnten Sie mit den Hobbys feiern?
  • Wie hat Sie das beruflich weitergebracht?
  • Welche Situationen konnten Sie dadurch besser meistern?

Fazit: Sparsam und auf den Punkt

Hobbys im Lebenslauf machen sich gut, um die Persönlichkeit der Bewerber zu untermalen. Daraus ziehen Sie positive Eigenschaften, die Sie wiederum im Job anwenden können. Um Fettnäpfchen auszulassen und einen durchweg positiven Eindruck zu machen, halten Sie sich an die folgenden Grundregeln:

  • Weniger ist mehr: Geben Sie maximal zwei bis drei Hobbys an!
  • Schaffen Sie einen Bezug zum Beruf und zur Stellenausschreibung.
  • Bleiben Sie bei der Wahrheit.
  • Lassen Sie Hobbys im Zweifel aus.
Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.