Wie sollte eine Online-Bewerbung aussehen?

Die klassische Bewerbung aus Papier wünschen immer weniger Unternehmen. Sie verursacht viel zu viel Aufwand für die Bewerber und für die Firmen, die daher vermehrt eine Online-Bewerbung verlangen. Deutsche Unternehmen nutzen ihre eigene Homepage und Stellenportale für Stellenausschreibungen, 85 % aller Vakanzen werden online veröffentlicht. Große Konzerne, aber zunehmend auch Mittelständler akzeptieren keine gedruckten Bewerbungsmappen mehr. Bewerber müssen sich darauf einstellen und das neue Format richtig anwenden.

Online- oder E-Mail-Bewerbung?

Wer sich im Netz bewirbt, muss die beiden Varianten der Online- und der E-Mail-Bewerbung kennen.

  • E-Mail-Bewerbung: Hier schreiben Sie das Unternehmen per Mail an, der Mail-Text ist das klassische Anschreiben. Im PDF-Anhang bringen Sie den Lebenslauf und alle Anlagen - also vorrangig Zeugnisse und Zertifikate - unter.
  • Online-Bewerbung: Viele Unternehmen stellen ein Formular für Bewerbungen online. Dieses hat eine eigene, vom Unternehmen entwickelte Form, die wenigstens teilweise vom klassischen Bewerbungsformat abweichen kann, weil das Unternehmen eigene Schwerpunkte setzt. Ein weiterer Hintergrund ergibt sich aus Softwareprogrammen, die Daten aus den Feldern automatisch in eine Bewerberdatenbank übernehmen, die mit bestimmten Algorithmen eine digitale, automatisierte Vorauswahl trifft. Auch bei dieser Art von webbasierter Bewerbung kann der Upload von PDF-Dokumenten vorgesehen sein. Um diese Variante soll es im Folgenden gehen.

Was ist zu beachten, wenn Sie sich online bewerben?

Die webbasierte Bewerbung bringt die Tücke mit sich, dass Bewerber sie blitzschnell ausfüllen, wie wir alles im Internet blitzschnell erledigen. Es handelt sich jedoch immer noch um eine Bewerbung, also Ihre Visitenkarte, die Sie so sorgfältig wie nur irgendwie möglich ausfüllen sollten. Achten Sie also auf einen erstklassigen Eindruck, seien Sie knapp, aber vollständig, vermeiden Sie vor allem alle Rechtschreibfehler. Holen Sie vor dem Ausfüllen relevante Informationen über die Firma ein. Bedenken Sie, was die Anforderungen an ein Bewerber sein könnten. Füllen Sie alle vorgesehenen Dokumente vollständig aus. Das Online-Formular des Unternehmens gibt die Reihenfolge vor. Sie ist in der Regel identisch mit der bei klassischen Papier-Bewerbungen, enthält also ein Anschreiben, ein Deckblatt, den Lebenslauf, Ihre Zeugnisse, Referenzen, Zertifikate und Arbeitsproben.

Gründliche Vorbereitung einer Online-Bewerbung

Die webbasierte Bewerbung können Sie immer wieder verwenden, lediglich das Anschreiben dürfte sich von Fall zu Fall etwas ändern. Daher können Sie die nötigen Dokumente vorbereiten und abspeichern. Das sind:

  • tabellarischer Lebenslauf (PDF)
  • Abschlusszeugnisse (Schule, Berufsschule, Fach- oder Hochschule) per PDF-Scan
  • Arbeitszeugnisse (PDF)
  • Empfehlungsschreiben

Sie dürfen auf ein wertvolles Online-Profil auf Xing oder LinkedIn verweisen. Verwenden Sie eine einzige seriöse E-Mail-Adresse für alle Bewerbungen.

Unterschrift unter der digitalen Bewerbung

Auch wenn Sie sich online bewerben, müssen Sie persönlich unterschreiben. Das geschieht mit einem Scan Ihrer Unterschrift. Sie gehört an das Ende Ihres Anschreibens. Man wird es nicht gern sehen, wenn Sie diesen Schritt technisch nicht bewältigen.

Eindeutiger Trend zur Internet-Bewerbung

Klassische, papierne Bewerbungsmappen dürfte es in einigen Jahren nicht mehr geben. Diese Mappen kosten Geld, sie stapeln sich in den Büros der Unternehmen, manche Bewerber wollen sie zurück und halten mit entsprechenden Anfragen den Betrieb auf. Dass es sie im Jahr 2018 überhaupt noch gibt, hat nur einen einzigen Grund: Wenn Kleinbetriebe nach Möglichkeiten für digitale Bewerbungen googeln, erhalten sie diverse Angebote für kostenpflichtige Softwareprogramme, welche ein Online-Formular in einem bestimmten Format vorgeben, aus dem dann Daten für den Bewerberabgleich extrahiert werden. Das lohnt sich für eine Bäckerei und selbst für ein KMU im produzierenden Gewerbe oft nicht, es erscheint auf den ersten Blick umständlich. Daher winken diese Arbeitgeber ab. Jedoch lassen viele von ihnen inzwischen die digitale Bewerbung zu oder verlangen sie sogar explizit, wenn auch als einfache E-Mail-Bewerbung. Absolventen und vor allem jüngere Berufstätige müssen sich darauf einstellen, ihre Bewerbung in naher Zukunft nur noch online abgeben zu können.

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.

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