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Fachanwalt: Was genau macht man in diesem Beruf?

Fachanwalt ist eine Weiterbildung eines Rechtsanwaltes für ein bestimmtes Gebiet der Rechtswissenschaft. Sie vertreten ihre Mandanten in Rechtsangelegenheiten und haben in ihrem Fachgebiet besondere theoretische Kenntnisse und praktische Erfahrungen. Sie unterstützen die Richter bei der Rechtsfindung.

Geregelt ist dies in der sogenannten Fachanwaltsordnung. Darin ist festgelegt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um als zusätzliche Berufsbezeichnung den Titel Fachanwalt führen zu dürfen. Die praktischen Erfahrungen werden dabei durch die Bearbeitung entsprechender Fälle belegt. Theoretische Kenntnisse belegt man durch die erfolgreiche Absolvierung eines Fachanwaltslehrganges. Die Berechtigung wird nach Prüfung der Voraussetzungen von der zuständigen Rechtsanwaltskammer nach Maßgabe der Fachanwaltsordnung verliehen.

Die Fachanwälte sind in Anwaltskanzleien tätig (eventuell der Eigenen), in der öffentlichen Verwaltung oder in Berufsorganisationen, bei Arbeitgeberverbänden oder in Unternehmen der freien Wirtschaft.

Voraussetzung für die Verleihung einer Fachanwaltsbezeichnung ist eine mindestens dreijährige Zulassung als Rechtsanwalt innerhalb der letzten sechs Jahre. Auch ist der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung nötig, der nachgewiesen werden muss.

Weiterbildungsinhalte richten sich nach dem angestrebten Fachgebiet. Das kann sein Medizinrecht oder Agrarrecht, Erbrecht oder Insolvenzrecht, Strafrecht oder Versicherungsrecht… um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Es gibt eine ganze Reihe von Fachanwaltsbezeichnungen, die zulässig sind, wie in Verwaltungsrecht, Miet-und Wohneigentumsrecht, Familienrecht, Informations-Technologie-Recht, Bank-und Kapitalmarktrecht und viele Weitere.

Die Fachanwälte sind dann neben ihrer klassischen Tätigkeit als Anwalt besonders prädestiniert dafür, in ihrem Fachgebiet zu arbeiten. So können sie als Fachanwalt für Erbrecht besonders Testamente verfassen oder vollstrecken, sie beraten in steuerlichen Fragen des Erbrechts und verwalten Nachlässe und überprüfen Erbansprüche. Im Arbeitsrecht prüfen sie Arbeitsverträge, beraten Arbeitnehmer oder Arbeitgeber, reagieren aufgrund eines Mandats auf Abmahnungen und Abfindungen oder unterstützen bei der Ausarbeitung von Sozialplänen.

Aufstiegsweiterbildungen sind weiterführende Studien der Rechtswissenschaft oder des Wirtschaftsrechts. Außerdem können mehrere Fachanwalts-Zulassungen durch entsprechende Weiterbildungen erworben werden.

Fachanwälte können eine eigene Kanzlei gründen oder eine Tätigkeit als selbstständiger Berater im Fachgebiet übernehmen.