Komfortzone verlassen: Endlich Neues wagen

Komfortzone verlassen: Endlich Neues wagen

'Wenn du dich weiterentwickeln willst, musst du deine Komfortzone verlassen' - dieser Ratschlag kommt oft im Zusammenhang mit einem Jobwechsel zur Sprache. Hinter der Aufforderung verbirgt sich der Appell, alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen und neuen Herausforderungen entgegenzugehen. Doch im Leben ist es oft viel zu einfach, in unserer Komfortzone zu bleiben. Wir wissen, was uns dort erwartet, und wir sind an die Routine gewöhnt. Aber es kann sich lohnen, aus dieser Zone herauszutreten, sowohl persönlich als auch beruflich. Er kann uns neue Möglichkeiten und Herausforderungen eröffnen, die uns helfen, als Individuen zu wachsen. Wenn Sie also schon immer etwas Neues ausprobieren wollten, aber noch nicht dazu gekommen sind, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt dafür. Sehen Sie sich diese Tipps an, wie Sie Ihre Komfortzone verlassen und noch heute etwas Neues ausprobieren können.

Was ist überhaupt die Komfortzone?

'Komfortzone' ist eine Metapher mit vielen Facetten. Sie bezieht sich auf das räumliche, soziale oder berufliche Umfeld.

  • Mit der räumlichen Komfortzone kann die eigene Wohnung oder eine andere Umgebung gemeint sein, in der man sich 'angekommen' fühlt.
  • Die soziale Komfortzone sind Verwandte, Bekannte oder andere nahestehende Personen.
  • Auch der (bisherige) Job kann eine Komfortzone sein. In diesem Fall geht der Mitarbeiter seinen beruflichen Aufgaben gerne nach und empfindet sie nicht als Belastung. Er kommt mit den Kollegen gut aus und fühlt sich an seinem Arbeitsplatz wohl.

Bei der dritten Variante werden die soziale und räumliche Komfortzone miteinander kombiniert. Was man unter der eigenen Komfortzone versteht, hängt von der persönlichen Definition des Begriffs ab. Die Bezeichnung ist grundsätzlich positiv konnotiert. Sie beschreibt eine Situation, die als komfortabel wahrgenommen wird. In dieser Zone fühlen wir uns zumeist sicher und geborgen. Im ungünstigen Fall ist die Komfortzone eine Sackgasse, aus der man sich befreien möchte, aber dazu nicht in der Lage ist.

Was bedeutet „Komfortzone verlassen“?

Die Komfortzone verlassen heißt, Routinen und Gewohnheiten zu durchbrechen. Für diesen 'Bruch' kann man sich freiwillig entscheiden. Unter besonderen Umständen ist er die einzige Möglichkeit, um befreiter leben zu können.

Ein beruflicher Wechsel kann aus eigenem Wunsch heraus passieren. Der Arbeitnehmer möchte es sich in seinem bisherigen Job nicht bequem machen, sondern einen neuen Anfang wagen. Deshalb nimmt er die Anstrengung gerne in Kauf.

Betroffene von Mobbing sehen sich dazu gezwungen, ihren Arbeitsplatz zu verlassen. Sie kommen zu dem Entschluss, dass eine Kündigung der einzige Ausweg ist.

Beide Personen stehen vor einem Wendepunkt: Sie werden ihre Komfortzone verlassen und sind sich den Konsequenzen innerlich bewusst. In der ersten Situation überwiegt die Vorfreude, in der zweiten die Angst.

Das Zonenmodell gliedert den Verlauf in drei Stufen:

  1. In der Komfortzone ist es bequem. Der Alltag läuft nach geregelten Mustern ab. Man befindet sich in einer beruflichen oder privaten Konstante.
  2. Die Wachstumszone ist eine Übergangsphase. Bisherige Rituale werden hinterfragt ('Könnte es nicht besser sein?')
  3. In der Panikzone zieht sich der Betroffene zurück oder führt seine Pläne weiter aus. Je nach persönlicher Gemütslage geht er mutig oder entmutigt vor. Deshalb ist die Panikzone die kritische Phase. Sie ist für den persönlichen Fortschritt ausschlaggebend, den das Verlassen der Komfortzone mit sich bringen soll.

Ungewohnte und unbekannte Dinge außerhalb der Komfortzone machen vielen Menschen Angst. Ihre Fremdheit lässt diese Dinge größer erscheinen, als sie tatsächlich sind. Solche Denkweisen sind im Gehirn fest verankert.

Die Angst vor etwas Neuem zu überwinden ist leichter gesagt als getan. Ein erster Schritt ist die Vergegenwärtigung der Chancen, die mit dem Verlassen der gewohnten Zone einhergehen. Das Knüpfen neuer Kontakte im privaten Lebensumfeld erfordert Überwindung. Die Chance besteht jedoch in der Erweiterung des Bekanntenkreises, was das Privatleben bereichert.

Was hält uns davon ab, unsere Komfortzone zu verlassen?

Für den fehlenden Wunsch oder die nicht vorhandene Motivation nach einer privaten oder beruflichen Veränderung gibt es viele Gründe.

Die Macht der Gewohnheit ist einer von ihnen. Die Arbeit im Beruf wird unmotiviert erledigt, da man sich gedanklich schon in den Feierabend verabschiedet hat. Angst vor Herausforderungen oder das Unvermögen, sich für eine Sache zu entscheiden, kommen ebenfalls als Gründe in Frage.

Andere Personen haben mit einer Verbesserung ihrer Lage innerlich abgeschlossen. Sie können oder wollen den Mut nicht mehr aufbringen, etwas in ihrem Alltag zu verändern.

Warum lohnt es sich, die Komfortzone zu verlassen?

Das aktive Handeln stimuliert das Gehirn. Mit dem Überwinden der Komfortzone kann man neue Erfahrungen sammeln und viel Neues über sich selbst lernen. Durch den Lernprozess wird das Vertrauen in die eigenen Talente größer.

Diese Signale deuten darauf hin, dass ein Ausbrechen aus alten Gewohnheiten nötig ist:

  • Man empfindet ein starkes Gefühl von innerer Leere oder Enge.
  • Es fällt schwer, Aufgaben an andere Kollegen abzugeben oder sie am nächsten Arbeitstag fortzusetzen.
  • Selbst kleine Hürden im Alltag lösen Angst aus.
  • Im privaten Umfeld geht die emotionale Verbundenheit zu Bezugspersonen (Ehepartner, Freunde) verloren.

Im 'fortgeschrittenen Stadium' verschwimmen die Grenzen zwischen beruflicher und privater Demotivation. Man kann diese Entwicklung rechtzeitig aufhalten und die Weichen anders stellen - wenn man es will.

Komfortzone verlassen: so stellen Sie es an

Sich aus seiner Komfortzone herauszuarbeiten erfordert Mut. Viele Veränderungswillige halten diesen Schritt für zu groß. Mehrere kleine Schritte führen ebenfalls zum Ziel und schonen die Nerven. Für die langfristige Veränderung ist ein zielgerichtetes Vorgehen relevant.

So machen Sie die ersten Schritte aus der Komfortzone

Wer seine Komfortzone verlassen möchte, sollte nicht überstürzt handeln. Kleine Schritte sind leichter zu bewältigen und führen trotzdem aus alten Bequemlichkeiten heraus.

  1. Man muss sich darüber im Klaren sein, welche Komfortzone verlassen werden soll - die berufliche, soziale oder räumliche. Häufig lässt man zwei oder drei Zonen auf einmal hinter sich: Bei einer beruflichen Neuorientierung verändern sich in der Regel mehrere Bereiche.
  2. Der Aufbruch ist mit mehr oder weniger Aufwand verbunden. Die Persönlichkeit des Einzelnen gibt das Tempo vor. Ein wichtiger Faktor ist die Motivation und die Fähigkeit, positiv in die Zukunft zu blicken.
  3. Es ist nicht schlimm, am Anfang Angst zu haben und sich unsicher zu fühlen. Auf einem Blatt Papier kann man solche Empfindungen in kurzen Worten aufschreiben.
  4. Eine weitere Überlegung betrifft die eigenen Prioritäten. Der geplante Umzug in eine andere Stadt ist ein alltagsnahes Beispiel: Mit dem Wechsel des Wohnortes soll sich die persönliche Lebensqualität verbessern. Der Kontakt zu den früheren Bekannten würde sich wegen der räumlichen Distanz nur noch auf sporadische Treffen beschränken. Was ist vorrangig - die eigenen Lebensumstände oder die langjährigen Freundschaften? Über solche Fragen sollte man sich frühzeitig Gedanken machen und die Antwort nach eigenem Ermessen abwägen.
  5. Warum ist es notwendig, bestimmte Routinen zu überwinden? Welchen Nutzen soll diese Veränderung mit sich bringen? Man sollte sich über das Ziel der Herausforderungen bewusst sein. Ein beruflicher Neuanfang kann wegen der besseren Bezahlung oder des kollegialen Umgangs mit den anderen Mitarbeitern vorgenommen werden.

Komfortzone verlassen vs. Komfortzone erweitern

Nicht jede neue Situation geht mit einem radikalen Schnitt einher. Es kann schon ein Fortschritt sein, die Komfortzone zu erweitern.

Neues zu lernen und sich wertvolles Wissen anzueignen ist eine Erweiterung der Komfortzone. Man bleibt im gewohnten Umfeld, aber baut seine Perspektiven aus. Diese Offenheit gegenüber neuen Dingen ist ein Pluspunkt für die Entfaltung der Persönlichkeit.

Formel für die Erweiterung der vertrauten Zone:

Neugier + Selbstreflexion + Engagement = Erweiterung der Komfortzone

Erweiterung der Komfortzone + Mut + Motivation = Austritt aus der Komfortzone

Fazit: Raus aus der Gewohnheit

Wiederkehrende Verhaltensweisen entwickeln sich zu Gewohnheiten. Diese Situation kann im beruflichen und privaten Alltag passieren.

Auf solch eine Monotonie kann man aktiv oder passiv reagieren. Bei der passiven Reaktion fühlen sich die Beteiligten in ihrer Komfortzone wohl und sehen keinen Anlass, etwas an ihrem Zustand zu ändern. Andere haben Angst davor, sich einer Veränderung zu stellen und Grenzen zu überwinden.

Personen mit einem aktiven Charakter wagen sich bereitwilliger aus ihrer gewohnten Zone heraus. Sie stellen ihre Angst in den Hintergrund, wenn sie den ersten Schritt in eine andere Richtung machen.

Diese Überwindung setzt ein starkes Selbstbewusstsein voraus. Es lohnt sich aber, die eigene Komfortzone zu verlassen. Wenn man sich etwas zutraut, wird das Selbstvertrauen noch größer. Was genau man verändern möchte, ist den persönlichen Vorstellungen überlassen. Manchmal reichen kleine Fortschritte aus. Man muss nicht immer die Komfortzone verlassen und alle Zelte abbrechen, um etwas über sich selbst zu lernen. Eine offene Einstellung gegenüber neuen Herausforderungen wirkt sich positiv auf die Persönlichkeit aus.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.