Chefarzt: Leitender Mediziner mit Managementaufgaben und viel Verantwortung

Chefarzt: Leitender Mediziner mit Managementaufgaben und viel Verantwortung

Wenn Sie in einer Klinik der Chefarzt sind, stehen Sie mit Managementaufgaben in der medizinischen Hierarchie üblicherweise an der Spitze und werden zum Topverdiener. Nur von einem ärztlichen Direktor erhalten Sie als leitender Arzt in einem größeren Krankenhaus eventuell Anweisungen. Nachdem Sie alle Hürden auf dem Weg in den Chefarztberuf gemeistert haben, finden Sie hierzu über stellenmarkt.de interessante Stellenangebote.

Was ist ein Chefarzt?*

Mit der Berufsbezeichnung Chefarzt übernehmen Sie als leitender Mediziner in einer Einrichtung eine herausgehobene Stellung. Mögliche Arbeitsorte sind Labore oder ein Krankenhaus sowie eine Fachpraxis und weitere medizinische Versorgungseinrichtungen. Dem Chefarzt wird üblicherweise die Verantwortung für eine komplette Fachklinik oder fachliche Teilbereiche eines größeren Klinikums übertragen. Damit ist der leitende Arzt der zentrale Ansprechpartner bei Fachfragen und entscheidet zugleich über disziplinarische Maßnahmen in seiner Klinik.

Wenn Sie in einer Einrichtung des deutschen Gesundheitswesens die Position des Chefarzts anstreben, müssen Sie hierfür zunächst einen Facharzttitel erlangen. Dazu ist es zwingend erforderlich, sich im Verlauf einer mehrjährigen Weiterbildung zu spezialisieren. Deutsche Gesetzestexte formulieren keine konkreteren Voraussetzungen für den Beruf des Chefarzts. Einen berufstechnischen Schutz des Titels gibt es in Deutschland ebenfalls nicht. Aus diesem Grund legt am Ende in der Regel Ihr Arbeitgeber fest, ob Sie sich mit einem Facharzttitel auch Chefarzt nennen dürfen.

Wie wird man zum Chefarzt/Chefärztin?

Der lange Weg bis zur Übernahme einer Chefarztposition beginnt im Normalfall mit guten Abiturnoten, die Ihnen ein allgemeines Studium im Bereich der Medizin ermöglichen. Teilweise gestaltet sich der Kampf um einen der begehrten Studienplätze für angehende Ärzte sogar mit einer herausragenden Hochschulreife schwierig. Denn Sie absolvieren vor der Entscheidung über die Zulassung einen Medizinertest, der zusammen mit den Abschlussnoten bewertet wird.

Nach einer erfolgreichen Einschreibung ist das Medizinstudium üblicherweise mit einer Regelstudienzeit von zwölf Semestern verbunden. Die klassischen Naturwissenschaften sowie Biochemie und Physiologie prägen in den ersten beiden Studienjahren den vorklinischen Bestandteil des Studiums. Anschließend legen Sie als angehender Mediziner die erste ärztliche Prüfung ab.

Im Erfolgsfall beginnt für Sie dann der klinische Teil des Medizinstudiums, in dem Sie sich mit Behandlungen und Diagnosen der zahlreichen Krankheitsbilder auseinandersetzen. Zu den Unterrichtsdisziplinen dieses Studienabschnitts zählen die innere Medizin, die Chirurgie und die Allgemeinmedizin ebenso wie die Neurologie, die Pathologie oder die Orthopädie. Weitere Disziplinen sind die Dermatologie, die Augenheilkunde und die Humangenetik.

In den beiden abschließenden Semestern eines Medizinstudiums müssen Sie in einer Klinik ein praktisches Jahr durchführen. Danach ist der zweite Hauptteil der ärztlichen Prüfung die letzte Herausforderung vor dem Studienabschluss. Wenn Sie die Abschlussprüfung erfolgreich meistern, dürfen Sie als Assistenzarzt in Krankenhäusern arbeiten. Währenddessen spezialisieren Sie sich schließlich auf ein Teilgebiet der Medizin und absolvieren somit im Verlauf von bis zu sechs Jahren Ihr Facharztstudium, das Sie mit der Facharztprüfung beenden.

Nachdem Sie die Entscheidung zum Verbleib in einer Klinik getroffen haben, erhalten Sie im Optimalfall mit den nächsten Karrierestufen die Aufgabe eines Oberarzts. In dieser Position führen Sie anspruchsvolle Operationen, Behandlungen und Visiten durch. Zugleich bilden Sie Assistenzärzte aus und übernehmen in Ihrem Klinikbereich höhere Verantwortungen. Dadurch bekommen Sie die Chance, sich bei dieser Bewährungsprobe mit herausragenden Leistungen die Beförderung in den Rang des leitenden Arzts zu verdienen.

Welche hierarchische Stellung erhält ein Chefarzt und was sind seine Aufgaben?

Chefärzte stehen in der Hierarchie einer Krankenhausabteilung an der Spitze. Neben der fachlichen Leitung umfasst die Tätigkeit Management- und Führungsaufgaben. In der Position des Chefarzts tragen Sie die Verantwortung über eine gesamte Abteilung mit ihren Oberärzten, Fachärzten und Assistenzärzten sowie dem sonstigen Personal. Daher bieten Sie als leitender Arzt Ihren Kollegen Führung und steuern organisatorische sowie medizinische Abläufe.

In der Chefarztposition überwachen Sie die Arbeit der anderen Ärzte in der Abteilung und unterstützen die Oberärzte bei der Ausbildung der Assistenzärzte. Die Gesamtverantwortung des Chefarzts umfasst außerdem die Patientenversorgung. Sie führen in dieser Funktion eine Chefarztvisite durch und beaufsichtigen dadurch die Patienten, während Sie den zuständigen Abteilungsärzten bei der Entscheidung über Therapiemaßnahmen oder Diagnosen beistehen.

Über gewöhnlichen Chefärzten stehen in einer medizinischen Krankenhaus-Hierarchie ausschließlich ärztliche Direktoren. Der Direktorenposten ist mit der Verantwortung für die komplette Versorgungseinrichtung verbunden und muss deshalb den Dienst der Ärzte zentral koordinieren. Medizinische Aufgaben übernimmt der Krankenhausdirektor in einer reinen Managementfunktion grundsätzlich nicht mehr. Es gibt jedoch Krankenhäuser, die nie einen einzelnen ärztlichen Direktor einsetzen. Stattdessen besteht die Möglichkeit, die Hauptverantwortung über die gesamte Einrichtung in einem kollegialen System auf die Schultern von mehreren Chefärzten zu verteilen.

Was verdient ein Chefarzt?

Im Beruf des Chefarzts bekommen Sie ein außertarifliches Gehalt. Damit unterscheidet sich die Chefarztposition von vielen anderen Tätigkeiten im Bereich der Medizin, für die eine Vergütung durch Tarife bestimmt wird. Bei der Vereinbarung eines Chefarztgehalts spielt somit Ihr persönliches Verhandlungsgeschick eine sehr große Rolle. Die Gehälter von Chefärzten liegen in Deutschland laut verschiedenen Schätzungen im Durchschnitt deutlich über 20.000 Euro pro Monat und 250.000 Euro im Jahr. In einer Klinik gilt ein leitender Arzt daher als Topverdiener.

Ist ein Chefarzt im Beruf eher ein Manager als ein Arzt?

Für Chefärzte liegt der Schwerpunkt der Tätigkeit im Management, während zur Arbeit im Fachbereich der Medizin mit der direkten Betreuung relativ wenig Zeit verbleibt. Insgesamt umfasst die Managementtätigkeit in der Regel über zwei Drittel des Aufgabenfelds. Der Anteil der medizinischen Tätigkeiten liegt deshalb lediglich bei rund 30 Prozent. Als leitender Arzt werden Sie somit vorwiegend zum Manager und der Führungskraft in der jeweiligen Abteilung eines Krankenhauses.

Sie müssen in der Position des Chefarzts täglich strategische und ökonomische Denkweisen unter Beweis stellen. Es gibt keine strenge Regelung für Arbeitszeiten der leitenden Klinik-Ärzte. Darum arbeiten Sie im Chefarztberuf relativ häufig über 60 Stunden in einer Woche. Hierfür erhalten Sie jedoch normalerweise keine Überstundenbezahlung.

Die Optimierung der Kosten und die Wirtschaftlichkeit sind wichtige Kriterien, die Sie bei Entscheidungen in der Chefarztposition berücksichtigen müssen. Denn die leitenden Ärzte übernehmen in einer Versorgungseinrichtung die Verantwortung für das Budget. Weil gleichzeitig eine hohe Erwartungshaltung im Hinblick auf die ärztlichen Leistungen besteht, werden Kompromisse zwischen der Wirtschaftlichkeit und einer optimalen Patientenversorgung zum Balanceakt.

Womit sammeln Chefärzte bei der Bewerbung Punkte?

Während das abgeschlossene Medizinstudium ebenso wie langjährige Erfahrungen im Arztberuf Grundvoraussetzungen für Ihre Bewerbung als Chefarzt sind, müssen Sie darüber hinaus mit Ihren persönlichen Fähigkeiten überzeugen und aus der Masse unübersehbar herausragen. Soft Skills spielen in der Medizin insgesamt eine entscheidende Rolle und sind in der Chefarztposition dementsprechend ganz besonders wichtig.

Der Mensch steht im Mittelpunkt der Bewerbungsanforderungen für die Chefarzttätigkeit. Ein Vertrauensverhältnis zwischen leitenden Ärzten und erkrankten Personen gilt oft als wichtiger Baustein auf dem Weg zum Erfolg einer Therapie. Es ist daher unbedingt erforderlich, dass Sie in einer Bewerbung für diesen Posten Ihre Fähigkeiten bei der Einschätzung von Patienten und dem Umgang mit den Klinikgästen unter Beweis stellen.

Hohe Diagnosekompetenzen sind vor einer erfolgreichen Chefarzt-Bewerbung genauso wie ein betriebswirtschaftliches Denkvermögen unentbehrlich. Außerdem überzeugen Sie im Bewerbungsschreiben mit der Fähigkeit, einen komplizierten Sachverhalt leicht verständlich zu schildern. Geduld, Empathie und eine außergewöhnliche Aufmerksamkeit sind im Chefarztberuf ebenfalls gefragt. Weitere Punkte sammeln Sie im Bewerbungsschreiben, indem Sie Ihre Entscheidungsstärke und die Belastbarkeit beim Umgang mit Stress überzeugend darstellen. Zugleich ist es im Bewerbungsverfahren für eine freie Chefarztposition vorteilhaft, die notwendige Flexibilität authentisch als Soft Skill zu präsentieren.

Wie gelingt die Jobsuche als Chefarzt?

Auf stellenmarkt.de finden Sie zahlreiche Stellenangebote für Chefärzte. Nachdem Sie die vorigen Karrierestufen erfolgreich durchlaufen haben und so schnell wie möglich in den Chefarztberuf einsteigen möchten, müssen Sie sich daher nicht ausschließlich auf Personalvermittler verlassen. Häufig führt eine Ausschreibung im Internet zur späteren Einstellung im Beruf des Chefarzts. Deshalb nutzt eine Klinik ebenso wie weitere Versorgungseinrichten in der deutschen Medizin oft Online-Plattformen, während ein leitender Arzt gesucht wird.

Die Angebote auf stellenmarkt.de sprechen Fachärzte mit zahlreichen Spezialisierungen an. Als Frau profitieren Sie von besonders guten Aussichten. Denn das weibliche Geschlecht ist unter den deutschen Chefärzten bisher deutlich unterrepräsentiert. Wenn Sie als Mann mit allen Voraussetzungen und herausragenden Fähigkeiten überzeugen, lohnt sich der Blick auf die Stellenangebote für einen Chefarzt bei stellenmarkt.de aber natürlich genauso.

*Hinweis: Für ein erleichterndes Lesegefühl wird in diesem Text ausschließlich vom „Chefarzt“ gesprochen, dies schließt natürlich alle Geschlechter ein. 

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.