Crowdworking: Online-Verdienst mit Mikrojobs

Mit Crowdworking werden Mikrojobs im Internet bezeichnet. Viele Menschen suchen nach Gelegenheiten, um auf diese Weise relativ bequem von daheim aus Geld zu verdienen. Lesen Sie in diesem Beitrag, wie so etwas seriös funktioniert.

Crowdworking: Wie ist das organisiert?

Viele Unternehmen haben kleine Aufträge zu vergeben, die sich online erledigen lassen und eine mehr oder minder hohe Expertise erfordern, die nicht immer einer langwierigen Ausbildung bedarf.

Allerdings gibt es auch sehr qualifizierte Crowdworking-Jobs. Die Organisation erfolgt über darauf spezialisierte Plattformen. Dort stellen die Auftraggeber ihre Aufträge ein, die Crowdworker – Neben- oder Freiberufler – erledigen sie nach Gusto, wie es ihre Zeitressourcen erlauben. Die Abrechnung erfolgt über die Agentur. Klassisches Crowdworking gibt es unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Webseiten erstellen (auch mit Homepage-Baukästen)
  • aufwendigere Programmierarbeiten
  • Texten
  • Fotos und Videos erstellen und bearbeiten
  • Recherchetätigkeiten

Die Organisation dieser Arbeiten ist unkompliziert. Es finden sich im Netz sehr viele Auftraggeber und -nehmer, sodass Letztere immer Aufträge finden, während die Unternehmen praktisch immer darauf vertrauen können, dass ein Crowdworker ihren Auftrag übernimmt.

Die Aufgaben hatte die Firma vormals durch eigene Mitarbeiter erledigen lassen, doch das kann sich als sehr ineffizient erweisen. So setzen die meisten kleineren Firmen nur einmalig in vielen Jahren eine Webseite auf. Es lohnt sich nicht, hierfür einen Webdesigner einzustellen, selbst dann nicht, wenn die Seite immer wieder editiert werden muss (dafür gibt es moderne, leicht handhabbare Content Management Systeme, mit denen auch die Sekretärin das Editieren schafft).

Daher ist es deutlich effizienter, wenn diesen einmaligen Auftrag ein Crowdworker erledigt, der vielfach sehr viel günstiger als eine Webdesign-Agentur arbeitet. Der Vorteil ist, dass auf spezialisierten Plattformen – in diesem Fall für Programmierung und Webdesign – viele fähige Webdesigner unterwegs sind, von denen sich einer garantiert der Sache annehmen wird.

Probleme beim Crowdworking

Problematisch ist an Mikrojobs, dass sich für sie im Internet ein Preisgefüge etabliert hat, das zu sehr niedrigen Honoraren führt. Das liegt an der Art der meisten Aufgaben. Einen Programmierer mit Spezialkenntnissen finden die Auftraggeber nicht für Groschenpreise, einen Autoren, Fotografen oder Webdesigner, der eben mal schnell mit einem Homepagebaukasten eine Webseite bastelt, hingegen schon.

Einige Tätigkeiten etwa im Recherchebereich werden sogar unterirdisch schlecht bezahlt, es entstehen Stundensätze um drei bis fünf Euro. Die Crowdworker haben die Tätigkeit irgendwann nebenberuflich begonnen mit der Intention, sich am Wochenende oder nach Feierabend einige Cent hinzuzuverdienen, doch dann stellen sie fest, dass sie sich auf dem Niveau digitaler Tagelöhner bewegen. Wer nicht dazu gezwungen ist, wird solche Tätigkeiten nicht hauptberuflich (und damit freiberuflich) durchführen. Wer sie aber nur nebenher erledigt, wird niemals eine echte, tiefe Expertise entwickeln, was wiederum fatal für die Auftraggeber ist. Viele der Leistungen bewegen sich nämlich auf amateurhaftem Niveau. Daher sehen wir im Internet viele schlecht designte Webseiten, Bilder und Filme, auch lesen wir viele Texte, die von einem minderbegabten Drittklässler zu stammen scheinen. Wenn der Auftraggeber etwas fit in der Suchmaschinenoptimierung ist, rangieren diese Texte sogar in der Suchmaschine sehr weit vorn. Es wird unfassbarer Schrott publiziert, und niemand weiß einen Ausweg aus dieser Misere.

Warum gibt es diese Probleme beim Crowdworking?

Die Auftraggeber schauen zunächst nach dem niedrigsten Preis, wie wir das alle machen. Aus diesem Grund wagen es die meisten Auftragnehmer nicht, ihre Preise auf ein angemessenes Niveau anzuheben – vollkommen zu Recht, denn wenn sie es versuchen, bricht die Auftragslage ein. Nun sollte man meinen, dass sich kein Mensch auf Dauer für ein Honorar deutlich unter dem Mindestlohn verkauft, doch Crowdworker machen das.

Wie lohnenswert ist Crowdworking für die Unternehmen?

Zunächst einmal werden auf diese Weise die Aufträge unglaublich günstig, effizient und oft auch schnell abgearbeitet. Doch Firmen, die per Crowdworking wichtige Aufträge erledigen lassen möchten, müssen oft lange suchen, bis sie geeignete Auftragnehmer finden. Sie müssen damit rechnen, dass viele der potenziellen Auftragnehmer Nebenberufler sind, die für die erwähnten Honorare keine geistigen Höhenflüge produzieren. Allerdings entwickelt sich der Markt gerade erst.

Einige Agenturen, die schon seit den frühen 2000er Jahren dieses Feld beackern, haben inzwischen Methoden entwickelt, mit denen sich passende Auftraggeber und -nehmer finden. Dann können Unternehmen tatsächlich einen oder einige Freiberufler finden, die ihnen beispielsweise eine wirklich schicke Webseite designen, mit hochwertigem Content versehen und anschließend per geschickter SEO auf die vorderen Plätze bei Google & Co. hieven – zu einem Preis unter 1.000 Euro, wobei sich die Webseite anschließend als Geldmaschine entpuppen kann. Es bedarf nur eines gewissen Verständnisses dafür, wie dieser Markt funktioniert. Dann lohnt sich das Outsourcing per Crowdworking absolut.

Fazit: Crowdworking ist jung,

doch es ist die Zukunft des Online-Marketings und in vielen Fällen alternativlos.

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.

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