Grußformel in der Bewerbung: So verabschieden Sie sich richtig

Grußformel in der Bewerbung: So verabschieden Sie sich richtig

Formelle Anschreiben enden mit Grußformeln wie 'Mit freundlichen Grüßen' oder auch 'Mit besten Grüßen'. Solche Ausdrücke sind nicht nur freundlich, sondern sagen viel über die Persönlichkeit des Verfassers aus. Die Grußformel in der Bewerbung kann Ihre Chancen auf ein Vorstellungsgespräch erhöhen oder verringern. Stellen Sie sicher, dass Sie das richtige Protokoll befolgen. Hier sind einige Tipps, mit welcher Grußformel Sie Ihr Anschreiben abschließen können, um den potenziellen Arbeitgeber rundum mit Ihrer Bewerbung zu überzeugen!

Wann kommt die Grußformel in der Bewerbung?

Der Aufbau einer schriftlichen Bewerbung in Email- oder Briefform ist folgendermaßen gegliedert:

  • Anrede
  • Bezugnahme auf die freie Stelle oder auf die Motivation, weshalb man sich bewerben möchte
  • Wunsch nach einem persönlichen Kennenlernen (im Konjunktiv formuliert)
  • Grußformel
  • Unterschrift
  • ggf. PS 

Mit der namentlichen Anrede richtet sich der Bewerber an den Adressaten. Dies kann der Personaler oder der Abteilungsleiter sein. Im Hauptteil schildert der Stellensuchende sein Anliegen. Meistens wird in einem Satz Bezug auf den Ort und den Zeitpunkt genommen, wo und wann er auf die freie Stelle aufmerksam geworden ist. Bei Initiativbewerbungen werden die persönlichen Motive für die spontane Bewerbung genannt.

Detaillierte Angaben über berufliche Qualifikationen sind dem Lebenslauf zu entnehmen. Grundsätzlich macht es aber einen positiven Eindruck, im Fließtext auf die eigenen fachlichen Fähigkeiten hinzuweisen. Dafür braucht es nur wenige Worte, die jedoch das Interesse des Empfängers wecken sollen.

Im vorletzten Teil wird der Wunsch nach einem persönlichen Kennenlernen im Vorstellungsgespräch ausgedrückt. Solche Formulierungen werden im Konjunktiv verfasst. Zum Schlussteil gehören die individuell gewählte Grußformel und die Unterschrift. Meistens kommt ein Schlusssatz mit ein paar persönlichen Worten hinzu. 

Die Bewerbung kann als Reinschrift zum Beispiel so aussehen:

Sehr geehrter Herr Feldmann,

ich bin über einen Zeitungsartikel auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden. Die freie Stelle als Bibliothekar hat mein Interesse sofort geweckt. Seit 10 Jahren bin ich in einem familiengeführten Betrieb als Verleger angestellt. Ich arbeite gerne im Team zusammen, führe meine Aufgaben gewissenhaft aus und bin flexibel. Die Arbeit mit neuen Schriftstücken und Prosatexten macht für mich den besonderen Reiz meiner Tätigkeit aus. Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Gelegenheit zu einem persönlichen Gespräch in Ihrem Hause geben würden. Weitere Informationen über meinen beruflichen Werdegang entnehmen Sie bitte der beigelegten Kopie meines Lebenslaufs.

Mit freundlichen Grüßen

Thorsten Altkirch

In diesem beispielhaften Anschreiben wird die Motivation des Bewerbers mit sorgfältig formulierten Sätzen deutlich gemacht. Die Anrede vor dem Fließtext spricht den Adressaten persönlich an.

Im Hauptteil bringt der Jobsuchende sein Anliegen zur Sprache und stellt sich vor. Dabei wird ein Ausgleich zwischen Fakten (die Dauer seiner Karriere als Verleger) und individuellen Neigungen (die Arbeit mit verschiedenen Schriftstücken) geschaffen. Die Tonalität des Bewerbungsschreibens ist authentisch, glaubhaft und seriös.

Der Empfänger kann sich noch vor dem Lesen des Lebenslaufes ein Bild von dem Bewerber machen. Diese Erkenntnisse sind eine wichtige Orientierungshilfe bei seiner Entscheidung, ob er den Stellensuchenden zum Gespräch einladen wird.

Welche Grußformel sollte ich wählen?

Die Wahl des Schlusssatzes und der Grußformel hängt vom Verfasser der Bewerbung ab. Er kann das Anschreiben nach eigenem Ermessen formulieren.

In einer Bewerbung auf eine freie Stelle liegt man mit diesen Grußformeln richtig:

  • Mit freundlichen Grüßen
  • Mit besten Grüßen
  • Beste Grüße
  • Freundliche Grüße
  • Mit freundlichem Gruß
  • Mit freundlichen Grüßen aus London

Wenn sich das Bewerbungsschreiben und der Wunsch nach einem Gespräch an ein Traditionsunternehmen richtet, kann die Formel 'Mit freundlichem Gruß' auch heute noch angemessen sein. Sie gilt allerdings als Ausnahme. Im modernen Sprachgebrauch sind die neutraleren Grüße angemessen. Die klassische Formulierung 'Mit freundlichen Grüßen' wird sowohl von Verfassern als auch von Empfängern bevorzugt. 'Hochachtungsvoll', 'Mit vorzüglicher Hochachtung' oder 'Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen' sind heute nicht mehr zeitgemäß.

Vorsicht bei ausgefallenen Grüßen

Mit ausgefallenen Grüßen sollte man vorsichtig sein. Sie können zudringlich oder unsachlich wirken. 'Herzlicher Gruß von meiner Seite' oder 'Grüße an die neuen Kollegen' verfehlen ihr Ziel. Wenn sich beide Korrespondenzpartner bereits persönlich kennengelernt haben, darf die Formel etwas persönlicher gewählt werden. Schließlich ist man sich nicht mehr völlig fremd, sondern kann sein Gegenüber besser einschätzen.

Wenn eine der oben aufgeführten Grußformeln in der Bewerbung erscheint, stehen die Aussichten auf ein Gespräch mit dem potentiellen Arbeitgeber sehr gut. Im Anschreiben darf der Bewerber den Mut aufbringen, selbstbewusst zu sein und für sich Werbung zu machen.

Vor dem Verschicken der Bewerbung sollte der fertiggestellte Text ein letztes Mal durchgelesen und auf Rechtschreibfehler überprüft werden. Ein orthografisch versierter Bekannter oder Kollege kann bei der Korrektur nach dem Vier-Augen-Prinzip helfen.

Der Verfasser sollte sich die Frage stellen, ob er sich selbst in dem Anschreiben wiedererkennt: Ist die Bewerbung wirklich ein Spiegel seiner Persönlichkeit? Wenn die Frage mit einem klaren Ja beantwortet werden kann, geht der Brief an das Unternehmen raus. Falls noch Überarbeitungsbedarf besteht, werden Verbesserungen vorgenommen. Diese Zeit sollte man sich nehmen.

Welche Grußformel Sie vermeiden sollten

Mit freundlichen und zugleich selbstbewussten Worten lassen sich Personalsachbearbeiter leicht überzeugen. Bestimmte Formulierungen wirken hingegen deplatziert. Zum Beispiel ein Satz wie 'Ich freue mich, dass ich mich in der nächsten Zeit persönlich bei Ihnen vorstellen kann'. Solch ein Abschluss verkehrt den positiven Eindruck ins Gegenteil. 'Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Möglichkeit zu einem persönlichen Gespräch geben würden', lässt die Wortwahl in der Bewerbung gleich viel sympathischer wirken.

Von Abkürzungen wie 'MfG' statt 'Mit freundlichen Grüßen' fühlen sich die wenigsten Leser persönlich angesprochen. Von solchen verkürzten Grußformeln sollte auch im virtuellen Briefwechsel Abstand genommen werden.

Rechtschreibung und Grammatik: diese Fehler sollten Sie vermeiden

Orthografische Fehler fallen im Bewerbungsschreiben sofort auf. Diese Tipps sollen dabei helfen, die Groß- und Kleinschreibung korrekt anzuwenden.

Bei der Grußformel in der Bewerbung gelten folgende Grammatik- und Zeichensetzungsregeln:

  • Nach der Grußformel werden keine Kommata oder (Doppel-)Punkte gesetzt. Auf den Satz 'Mit freundlichen Grüßen' folgt die Signatur. Mit ihr endet der schriftliche Teil der Bewerbung. Zwischen der Grußformel und der Unterschrift bleibt eine Zeile frei.
  • Diese Regel bezieht sich nach den allgemeingültigen DIN 5008 Richtlinien auf handschriftliche Briefe und Emailnachrichten.
  • Für den Verzicht auf die Zeichensetzung gibt es eine einfache Erklärung: Die Grußformel in der Bewerbung ist kein Satz, sondern eine Redewendung.
  • 'Mit freundlichen Grüßen' ist die richtige Schreibweise. 'Mit' beginnt immer mit einem Großbuchstaben. Statt 'Grüssen' wird 'Grüßen' geschrieben.
  • Briefe in Papierform müssen handschriftlich unterzeichnet werden.

Bewerbung auf Englisch: so beenden Sie Ihr Anschreiben

Eine auf Englisch geschriebene Bewerbung kann mit diesen Grüßen unterschrieben werden:

  • Kind regards
  • Regards
  • Sincerely

'Best wishes' oder 'All best' sind informelle Redewendungen, die vor allem im privaten Briefverkehr Verwendung finden. Sie sind nur dann als Abschluss für eine Bewerbung geeignet, wenn im jeweiligen Betrieb ein persönlicher Umgang an der Tagesordnung ist.

Anders als bei den deutschen Formeln wird nach den englischen Grüßen ein Komma gesetzt. Man schreibt 'Yours faithfully, Marty Silverman', ohne die Kommastelle auszulassen. Dieser Unterschied bei der Zeichensetzung ist die Ursache für viele Schreibfehler, die sich vermeiden lassen.

Die Rechtschreibung ist bei beiden Sprachen gleich: Der Anfangsbuchstabe wird großgeschrieben. An dieser einprägsamen Regel kann man sich sprachenunabhängig orientieren.

Fazit: Aussagekräftiger, als Sie vielleicht denken!

Die Grußformel in der Bewerbung ist mehr als ein Schlusssatz, mit dem das Anschreiben endet. Sie lässt Rückschlüsse auf den Charakter des Verfassers zu. Deshalb ist sie oft aussagekräftiger als tabellarische Angaben im Lebenslauf.

Bei der Wahl der richtigen Formel muss der Bewerber den Mittelweg zwischen einem allgemeinen und ausgefallenen Gruß einschlagen. Zu unpersönlich sollte die Grußformel nicht klingen. Zu viel Kreativität gehört nicht in eine formale Bewerbung - es sei denn, Verfasser und Adressat haben sich bereits kennengelernt. In dem Fall ist eine persönliche Grußformel auch in der Bewerbung angebracht.

Die Grußformel in der Bewerbung kann für die Einladung zum persönlichen Vorstellungsgespräch ausschlaggebend sein. Neben der stilistisch angemessenen Wortwahl muss die Schreibweise den grammatikalischen Regeln entsprechen. Dem Leser bleibt der letzte Satz des Bewerbungsschreibens am meisten in Erinnerung. Aus diesem Grund muss der Gruß rundherum stimmig sein.

Der Umgangston des Betriebs gibt die Stilebene in der Bewerbung vor. Ein persönliches Gespräch oder ein Telefonat vor dem Briefwechsel ist für den Stellensuchenden von Vorteil: Er kann die Art der Gesprächsführung aus seinem Gedächtnis abrufen und die Grußformel in der Bewerbung dementsprechend anpassen.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.