Smart Methode: realistische Ziele setzen und erreichen

Smart Methode: realistische Ziele setzen und erreichen

Die moderne Gesellschaft ist leistungsorientiert: Wertvolle Ressourcen sollen als Potentiale erkannt und für die Umsetzung der eigenen Ziele genutzt werden. In der Berufswelt gibt es spezifische Methoden zur Zielverfolgung und Zielerreichung. Zu diesen Modellen zählt auch die Smart-Methode. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die Formel vor und erklären Ihnen, wie Sie sie gewinnbringend in Ihrem Arbeitsleben anwenden.

SMART-Methode Definition: Was ist die SMART Formel?

Die Smart Methode ist eine Modifizierung der 4CF-Methode. Der Buchstabe C steht für die vier Unterpunkte Clarity (Eindeutigkeit), Challenge (Herausforderung), Complexity (Anspruch) und Commitment (Arbeitseifer). Die Abkürzung F bedeutet Feedback. Bei dieser Rückmeldung wird resümiert, ob das Projekt erfolgreich verlaufen ist.

Smart wurde von den Psychologen Gary Latham und Edwin Locke wissenschaftlich analysiert. Ihre Untersuchung gründete auf der Frage, wie sich Ziele formulieren lassen und wie wirksam die Methode für Zielformulierungen ist.

Die fünf Buchstaben des Wortes 'SMART' sind Abkürzungen für die folgenden Begriffe:

  1. S steht für spezifisch
  2. M steht für messbar
  3. A steht für attraktiv
  4. R steht für realistisch
  5. T steht für terminiert

Die Zieldefinition muss spezifisch sein. Wenn das Ziel vage formuliert wird, ist es nicht mehr zielführend und kann in Projekten nicht erfolgreich umgesetzt werden. Ziele müssen sowohl zweckdienlich als auch sinnvoll sein. Die Smart Methode schreibt vor, dass sie in klaren Worten definiert werden müssen.

Bei der Durchführung der Projekte sollte die positive Entwicklung für alle Beteiligten erkennbar und wie in einem statistischen Diagramm messbar sein. Die Auswertung des messbaren Erfolgs ist Teil des Projektmanagements.

Ein attraktives Ziel steigert die Motivation alle Beteiligten. Ziele lassen sich schneller erreichen, wenn sie dem Allgemeinwohl dienen und den Mitwirkenden dieser Vorteil bewusst ist.

Ein geeignetes Beispiel sind Projekte zur Verbesserung des Arbeitsklimas im Betrieb. Wenn die Verantwortlichen das Ziel mit klaren Formulierungen definieren, erkennen die Beteiligten den Zweck.

Gleichzeitig ist das Ziel aus ihrer Sicht attraktiv, da sie den persönlichen und allgemeinen Vorteil eines verbesserten kollegialen Miteinanders erkennen. In diesem Fall bringen sie sich bereitwilliger in das Projekt mit ein. Dieser Tatendrang ist in Form von Fortschritten im sozialen Umgang am Arbeitsplatz messbar.

Die Smart Methode fordert realistische Zielsetzungen. Der realistische Aspekt bezieht sich auf das zeitliche Management und auf die Verfügbarkeit notwendiger Ressourcen. Je nach Projekt sind es Arbeitsmaterialien oder Mitarbeiter.

Während der Planung müssen die Organisatoren den Zeitrahmen festlegen. Darüber hinaus kommt es auf die oben genannten Ressourcen an. Beides setzt eine realistische Einschätzung voraus. Ein umfangreiches Projekt lässt sich innerhalb von einer Woche oder mit nur zwei Beteiligten nicht erfolgreich abschließen. Anhand solcher Erfahrungswerte können die Organisatoren beurteilen, ob und unter welchen Bedingungen das Ziel erreichbar ist.

Bei der Smart Methode geht der Realismus mit den Kriterien des Zeitlichen einher. Eine erfolgreiche Planung sieht einen festgelegten Termin vor. Bis zu diesem Datum sollen die Mitwirkenden das Ziel erreicht haben. Überdies werden in dem Zeitraum von der Zieldefinition bis zur Beendigung des Projekts Prioritäten gesetzt: Welche Tätigkeiten lassen sich verschieben und welche Aufgaben haben aktuell Vorrang?

Anmerkung: Es reicht nicht aus, dass das Ziel zum Beispiel alle Kriterien der Buchstaben von M bis T erfüllt, aber nicht spezifisch ist. Um ein Ziel zu formulieren, müssen alle fünf Voraussetzungen erfüllt sein.

Wie lässt sich die Smart Methode auf das Beispiel mit dem oben genannten Projekt anwenden?

  1. Das Projekt und sein Ziel werden vom zuständigen Organisator in klaren Worten formuliert: Es geht darum, das soziale Miteinander im Kollegenkreis langfristig zu verbessern. Alle Mitarbeiter sollen das Klima am Arbeitsplatz (wieder) positiv wahrnehmen. Um dieses Ziel zu erreichen, werden verschiedene Methoden von einer Gruppe aus Mitwirkenden umgesetzt.
  2. Die präzise Formulierung wird von der Belegschaft verstanden. Ihnen erschließt sich der Zweck des Projekts. Sie sind davon überzeugt, dass es zielführend ist. Es wird von ihnen als nützliches Vorhaben akzeptiert.
  3. Während der Durchführung werden die Fortschritte dokumentiert: Wie gut kommen die Mitwirkenden mit der Umsetzung voran? Stellt sich langsam, aber deutlich erkennbar eine Verbesserung des Arbeitsklimas ein?
  4. Das Ziel ist für die Belegschaft attraktiv. Ihnen ist an einem verbesserten Arbeitsklima gelegen. Die Mitwirkenden bringen sich aktiv und motiviert in das Projekt 'Wir sorgen für eine bessere Stimmung am Arbeitsplatz' mit ein. Sie führen beispielsweise Umfragen im Kollegenkreis durch oder evaluieren die Fortschritte in der großen Gemeinschaft der Mitarbeiter. Mit solchen Methoden möchten sie eine Konsolidierung der positiven Veränderungen erreichen.
  5. Den Verantwortlichen ist an einer zeitnahen Umsetzung des Ziels gelegen. Als Frist wurde ihnen ein Zeitraum von einem Vierteljahr gesetzt. In dieser Zeit sollen Maßnahmen gegen Mobbing oder Evaluierungen von Umfragen vorgenommen werden. Nach den drei Monaten besteht der gewünschte Zustand darin, dass die Kollegen in einem stabilen sozialen Umfeld ihrer Arbeit nachgehen dürfen. Im Rahmen der sozialen 'Nachsorge' wird der Erfolg der durchgeführten Maßnahmen in regelmäßigen Abständen überprüft. Die Kontrolle ist Aufgabe des Projektmanagements.

In dieser beispielhaften Situation sind alle fünf Punkte der Smart Methode erfüllt. Unter solchen idealen Voraussetzungen ist die Wahrscheinlichkeit eines Erfolgserlebnisses sehr groß. Die Zielformulierung muss von allen Beteiligten akzeptiert werden. Wenn die Akzeptanz der Gruppe gegeben ist, liegt eine deutlich höhere Motivation vor, gemeinsam etwas bewirken zu wollen.

SMARTE Ziele setzen: Die W-Fragen

Die Buchstabenkonstellation der Smart Formel lässt sich auf die fünf W-Fragen übertragen:

  1. Was wollen wir erreichen? (Definition des Ziels und Zielsetzung)
  2. Warum verfolgen wir dieses Ziel (Motivation)
  3. Wer ist für das Projekt verantwortlich? (Mitwirkende als Ressourcen)
  4. Wo wollen wir das Ziel umsetzen (Räumliche Bedingungen am Arbeitsplatz)
  5. Welche Schwierigkeiten oder Herausforderungen können bei der Umsetzung entstehen? (Realistische Einschätzung der Gesamtumstände)

Die Stichpunktliste kann durch einen weiteren Punkt ergänzt werden: 'Wie lässt sich das Ziel realisieren?'. Diese Frage ist im Grunde eine Zusammenfassung der W-Fragen. Sie schließt sich der konkreten Formulierung des Ziels an.

Was wollen wir erreichen und wie lässt sich das Ziel realisieren?

Wie formuliere ich Ziele nach der SMART Methode?

Die Smart-Formel ist eine Anleitung für die Formulierung von Zielen, welche nicht ausschließlich einen beruflichen Hintergrund haben müssen. Auch im Privatleben kann man sich smarte Ziele setzen.

Vor der Anwendung der Smart-Formel sollten die W-Fragen beantwortet werden:

  1. Was sind meine Ziele?
  2. Warum möchte ich diese Ziele erreichen?
  3. Wer ist an der Umsetzung mit beteiligt? Wer kann mich dabei unterstützen?
  4. Wo lassen sich die Ziele verwirklichen?
  5. Wie lassen sie sich verwirklichen?

Es kommt auf präzise Antworten an, die so terminiert sind wie das Ziel selbst:

  1. 'Mein Ziel ist ein neuer Job als Verwaltungsfachangestellter'.
  2. 'Ich möchte mich beruflich neu orientieren, weil ich mir von dem Jobwechsel bessere Karrierechancen erhoffe'.
  3. 'Für mein Ziel und für meinen beruflichen Werdegang bin ich selbst verantwortlich. Ich habe aber einen engen Bekannten, der sich in der Verwaltungsbranche auskennt'.
  4. 'Seit einiger Zeit recherchiere ich auf Jobportalen nach geeigneten Stellenanzeigen. Darüber hinaus könnte mich mein Bekannter an einen Arbeitgeber vermitteln'.
  5. 'Ich schreibe Bewerbungen, suche nach freien Stellen und bleibe mit dem Bekannten in Kontakt'.

Erfolg mit der SMART-Methode: Warum SMARTE Ziele setzen?

Mit dem bildlichen Erklimmen jeder einzelnen SMART Stufe stellt sich ein Erfolgserlebnis ein. Folglich kann man nicht nur von einem terminierten Ziel, sondern von insgesamt fünf Teilzielen sprechen.

Was sind die Vorteile und Nachteile von SMART?

Die Vor- und Nachteile lassen Rückschlüsse auf die Wirksamkeit des Konzeptes zu:

Vorteile der Smart Methode

  1. Die Kriterien der Smart-Methode sind klar formuliert und leicht verständlich.
  2. Die Methode eignet sich sowohl für berufliche als auch für private Ziele.
  3. Erfolge lassen sich messen, was sich positiv auf die Motivation auswirkt.
  4. Mit der Formel wird ein Bogen von der Zieldefinition bis zur Zielerreichung gespannt.

Nachteile der Smart Methode

  1. Bei der Smart-Methode muss auch die 4CF-Methode als Modell berücksichtigt werden. Es reicht daher nicht aus, das Prinzip von Smart verstanden zu haben, aber die 4CF-Formel nicht zu kennen. Die zusätzliche Recherche kann zu Verzögerungen des Projekts führen.
  2. Im beruflichen Alltag ist das Einhalten der fünf Smart-Ziele oft eine Herausforderung. Somit kann die Smart-Formel als Idealzustand betrachtet werden, der nicht immer vorhanden ist.
  3. Ohne eigene Motivation ist jede ausgeklügelte Methode wirkungslos. Die Beteiligten müssen sich einbringen wollen und bis zum Schluss am Ball bleiben. Sonst ist das Ziel nicht erreichbar.

Fazit: Das Ziel immer im Auge behalten

Das Umsetzen und Erreichen von Zielen scheitert häufig an einer mangelhaften Formulierung. Auf der anderem Seite reicht es nicht aus, das Ziel nur zu formulieren. Die Definition von Zielen muss spezifisch sein, damit sie in Projekten umgesetzt werden können.

Bei der Smart Methode hat man die Smart-Ziele vor Augen. Mit ihnen lassen sich die Zielformulierungen genauer definieren. Welches Ziel soll erreicht werden? Wie, wo, wann und unter welchen Bedingungen soll die Umsetzung geschehen? Ist das Ziel überhaupt in dem dafür vorgesehenen Zeitraum erreichbar?

Smart sorgt dafür, dass der Blick genauer auf die Ziele gerichtet wird. Die Formel beginnt mit der spezifischen Definition und schließt mit der Forderung eines festen Datums ab, damit das Ziel terminiert bleibt. So verliert man die erfolgreiche Zielerreichung und damit auch die Motivation nicht aus den Augen. Wir wünschen Ihnen alles Gute beim Verfolgen Ihrer Karriereziele!

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.