Honorarbasis: Was Sie als Honorarkraft beachten müssen

Honorarbasis: Was Sie als Honorarkraft beachten müssen

Anders als bei Festangestellten arbeiten viele Freiberufler und Freelancer auf Honorar. Was es dabei zu beachten gilt, wer die Honorarkraft beauftragt sowie bezahlt und Informationen zu den gesetzlichen Bestimmungen führt der nachfolgende Artikel an.

Auf Honorar arbeiten

Festangestellte haben Monat für Monat die gleichen Einkünfte, die sie beim Finanzamt in der Steuererklärung auflisten. Bei Freiberuflern und Menschen, die selbständig sind, sieht es oftmals anders aus: Sie arbeiten meist auf Honorarbasis, was viele Neueinsteiger auf den ersten Blick abschreckt. Der monatliche Gewinn ist nicht immer gleich, die Tätigkeit bringt aber viele Vorteile für verschiedene Berufsgruppen mit. Für wen sich das Arbeiten als Honorarbasis lohnt, welche Vor- und Nachteile es gibt und wie die einzelnen Bestimmungen für die Steuererklärung, Krankenkasse und Rentenversicherung sind, zeigt der folgende Artikel auf.

Was bedeutet Honorarbasis?

Nicht immer arbeiten Arbeitnehmer auf Lohnsteuer, sondern erhalten eine andere Vergütung. In einigen Berufen ist es üblich, eine geleistete Tätigkeit einzeln abzurechnen. Das Arbeiten auf Honorar ist weit verbreitet und anders geregelt als bei manch einem festen Job.

Die Definition des Begriffs Honorar wird als Bezahlung von freien Berufen angesehen. Dazu gehören z. B.

  • Ärzte,
  • Rechtsanwälte,
  • freie Journalisten,
  • Schriftsteller

Diese Berufsgruppen werden tätig für einen bestimmten Auftraggeber wie etwa 

  • Patienten,
  • Klienten,
  • Verlag

Aber auch freie Mitarbeiter, studentische Hilfskräfte oder freiberufliche Arbeitnehmer mit einem Werksvertrag arbeiten nebenberuflich auf Honorar. Früher wurden diese Personen als Honorarkraft betitelt, während sich heute vor allem der Begriff Freelancer eingebürgert hat.

Für die einzelne Tätigkeit werden die Honorarkräfte angemessen entlohnt. Der Betrag wird in der Regel vor der Ausführung der Dienstleistung festgelegt, damit beide Parteien einverstanden sind.

Für die geleisteten Tätigkeiten werden entsprechende Rechnungen erstellt, die für die spätere Steuererklärung der Honorarkraft wichtig sind. Denn das Finanzamt prüft hin und wieder genau, welche Tätigkeit in den Steuern richtig angegeben wurde.

Der Unterschied zu einer regulären Anstellung

Bei einer Festanstellung sind die Arbeitszeiten geregelt und regelmäßig. Egal ob Voll-, Teilzeit oder als Minijob: Die grundlegenden Dinge sind in diesen Arbeitsmodellen im Arbeitsvertrag festgelegt. Das gilt auch für die Vergütung, die monatlich gleich bleibt. Als Festangestellter sind Sie sozialversicherungspflichtig: Ihr Arbeitgeber führt die fälligen Lohnnebenkosten vom Bruttogehalt ab, sodass für Sie das Nettogehalt übrig bleibt.

Als Freelancer, der auf Honorar arbeitet, ist dies nicht der Fall: Er arbeitet einen Auftrag nach dem anderen ab und erhält dafür eine entsprechende Vergütung. In der Regel arbeitet die Honorarkraft nicht nur für einen Auftraggeber, sondern gleich für mehrere. Wer selbstständig ist, muss also ein gutes Zeitmanagement und viel Disziplin haben, um die Auftraggeber zufrieden zu stellen. Eine gute Planung ist das A und O, um Vereinbartes sorgsam zu erfüllen.

Wer selbständig arbeitet, hat freie Hand bei der Auswahl der Auftraggeber und der Aufträge sowie über die Bezahlung. Das gilt auch für den Ort und für die Arbeitszeit, die er sich selbst aussucht. Häufig arbeitet die Honorarkraft alleine, während ein Arbeitnehmer mit anderen Kollegen arbeitet.

Welche Tätigkeiten werden in der Regel auf Honorarbasis vergütet?

Die Tätigkeiten sind ganz unterschiedlich und hängen nicht vom akademischen Grad ab. So finden Sie Berufsgruppen vor, die keine Ausbildung oder ein Studium voraussetzen. Das ist vor allem bei nebenberuflichen Tätigkeiten der Fall, die nicht selbstständig ausgeübt werden. Wer als nebenberufliche Lehrkraft wie zum Beispiel als Fußballtrainer arbeitet, erhält ein Honorar als Vergütung. Achten Sie darauf, dass die Tätigkeit nicht mehr als sechs Stunden pro Woche sein darf: Andernfalls werden u. U. Sozialabgaben fällig.

Es gibt aber auch Berufsfelder, die einen höheren Abschluss voraussetzen wie etwa bei

  • Ärzten,
  • Rechtsanwälten
  • oder Notaren.

Vor allem bei Ärzten ist dies nicht unbedingt ersichtlich: Das liegt allerdings daran, dass die Patienten von dem Bezahlvorgang nichts mitbekommen. Die Rechnungen gehen in der Regel direkt an die gesetzlichen Krankenkassen, sofern der Patient nicht privat versichert ist.

Die Tätigkeit auf Honorarbasis ist insbesondere in der Medienwelt weit verbreitet:

  • Autoren,
  • Ghostwriter,
  • Werbe-/Texter,
  • Übersetzer
  • und Fotografen

sind sehr häufig für einen bestimmten Auftrag engagiert und erhalten eine entsprechende Bezahlung.

Viele Nebenberufler nutzen die Chance, um als

  • eingetragene Putzhilfe,
  • Nachhilfelehrer,
  • Klavierlehrer
  • oder Übungsleiter

tätig zu sein.

Bei Künstlern hingegen ist eine Gage fällig: Das Prinzip ähnelt zwar der Honorarbasis, doch die Sozialabgaben sind anders zu berechnen.

Welches Gehalt darf ich erwarten?

Bei Freelancern und Co. ist klar, dass sie kein monatliches Einkommen erhalten. Für jede Tätigkeit, die sie geleistet haben, bekommen sie die vereinbarte Vergütung.

Die Bezahlung kann ganz unterschiedlich ausfallen, wobei Angebot und Nachfrage stark mitspielen. Bilden Sie sich weiter und versuchen Sie, so viel Erfahrung wie möglich zu sammeln. So erreichen Sie beispielsweise als Fachjournalist eines hochrangigen Magazins eine höhere Vergütung als ein Autor in einem Verlag oder in einer Lokalpresse in einer Kleinstadt.

Verkaufen Sie sich nicht unter Wert, um wettbewerbsfähig zu sein. Schauen Sie sich dafür bei Ihren Konkurrenten um und bilden Sie sich Ihr eigenes Urteil. Ausbildung, Erfahrung und Zeitaufwand spielen eine große Rolle. Besprechen Sie mit dem Auftraggeber, welche Bezahlung angemessen ist.

Als Richtwert dient vielen Beschäftigten der Mindestlohn. Denken Sie an Ihre Kosten und Ihre Steuern, die Sie in der Selbstständigkeit zahlen müssen.

Für wen eignet sich die Arbeit auf Honorarbasis besonders?

Einigen Berufsgruppen wie etwa freien Journalisten bleibt kaum eine andere Bezahlung zur Auswahl. Das liegt daran, dass sich diese Art und Weise seit vielen Jahrzehnten bewährt hat. Aufgrund der einzelnen Tätigkeiten ist die Arbeit auf Honorarbasis die optimale Möglichkeit, dass Auftraggeber und Honorarkraft eine angemessene Vergütung ausmachen.

Besonders lohnenswert ist es für Selbstständige, die einzelne Aufträge annehmen oder die einen bestimmten Zeitraum tätig sind. Vor allem Lehrkräfte aller Art profitieren von diesem Modell. In der Nachhilfe oder als Trainer sind diese Bezahlvorgänge gerne gesehen.

Manche Werksstudenten nehmen Tätigkeiten auf Honorarbasis an, um sich den Lebensunterhalt neben dem Studium zu finanzieren. Gleichzeitig erhalten sie viel Erfahrung, die sie im späteren Lebenslauf erwähnen können.

Die Vor- und Nachteile

Das Arbeiten auf Honorarbasis hat diverse Vor- und Nachteile, die Sie im Einzelnen aufgelistet finden.

Vorteile:

  • Flexibilität
  • Unabhängigkeit
  • freie Auftragswahl
  • eigener Chef
  • Selbstbestimmung bei der Honorarhöhe
  • Orts- und zeitunabhängiges Arbeiten

Nachteile:

  • Organisationstalent und Disziplin nötig
  • gesetzliche Bestimmungen kennen
  • kein festes Einkommen

Besonderheiten der Arbeit auf Honorarbasis

Bei der Arbeit auf Honorar gibt es steuerliche Besonderheiten, die es vor dem Eintritt in die die Selbstständigkeit zu klären gilt.

In diesem Fall müssen Sie sich selber krankenversichern: wählen Sie zwischen einer gesetzlichen oder einer privaten Krankenkasse aus. Seit der Gesundheitsreform im Jahr 2007 sind alle Krankenkassen dazu verpflichtet, in Deutschland lebenden und arbeitende Personen mit einem Gehalt ab 400 Euro monatlich aufzunehmen. Private Krankenkassen hingegen haben ein Recht, bestimmte Personen aufgrund ihres

  • Alters,
  • Geschlechts
  • oder ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte 

abzulehnen.

Üben Sie z. B. eine Lehrtätigkeit aus, sind Sie zur Einzahlung in die Rentenversicherung verpflichtet, sofern Sie länger als zwei Monate arbeiten oder mehr als 450 Euro verdienen.

Für die Einkommenssteuern sind Sie selber meldepflichtig beim Finanzamt, die von Ihrem Honorarabgezogen wird.

Arbeiten auf Honorarbasis als Nebenjob

Nicht nur Selbstständige, die Vollzeit auf Honorar arbeiten, sind üblich. Es sind auch nebenberufliche Tätigkeiten möglich, die mit dem Arbeitgeber abgesprochen werden müssen. Erst wenn der Arbeitgeber die zusätzliche Tätigkeit genehmigt, dürfen Sie als Honorarkraft arbeiten. So wird sichergestellt, dass Ihre eigentliche Tätigkeit nicht gefährdet ist. Bei Auszubildenden und Studenten gelten andere Richtlinien: Sie dürfen nicht mehr als 20 Stunden nebenberuflich in der Woche arbeiten, um Zeit zum Lernen zu finden.

Sofern Sie als Sporttrainer, Erzieher oder Übungsleiter tätig sind, ist der Freibetrag von 2400 Euro interessant: Bis zu dieser Summe müssen Sie keine steuerlichen Abgaben leisten. Das gilt, wie bereits oben erwähnt, auch für Tätigkeiten unter sechs Stunden pro Woche. Dann sind Sie nicht sozialversicherungspflichtig.

Fazit

Arbeiten auf Honorarbasis ist nicht jedem gleich ein Begriff, da viele Arbeitnehmer in einem festen Arbeitsverhältnis stecken. Nichtsdestotrotz gibt es viele Berufsgruppen, die selbstständig sind und die (nebenberuflich) auf Honorar arbeiten. Das hat viele Vorteile wie etwa der Freibeitrag von maximal 2400 Euro für Trainer- und Lehrtätigkeiten. Andererseits haben Sie kein festes Einkommen, mit dem Sie monatlich rechnen können.

Bevor Sie also mit dem Gedanken spielen, eine Tätigkeit auf Honorar anzunehmen, beschäftigen Sie sich mit den gesetzlichen Bestimmungen. Wie sieht es mit der Renten- und Krankenversicherung aus und welche Steuern müssen Sie zahlen? Haben Sie einen festen Job und üben Sie die Tätigkeit nebenberuflich aus und wie gut sind Sie als Organisationstalent? Diese und weitere Fragen gilt es vor dem Neubeginn zu beantworten. Wenn Sie sich sicher sind, steht dem Ganzen nichts mehr im Wege und Sie starten als freiberuflicher Arbeitnehmer durch.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.