Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie tun sollten, wenn Sie vergeblich warten

Keine Antwort auf Bewerbung: Was Sie tun sollten, wenn Sie vergeblich warten

Sie hatten schon viel Geduld und haben immer noch keine Antwort auf Ihre Bewerbung erhalten? Das Nicht-Wissen und Warten ist für viele Jobsuchende sehr zermürbend, was zu Zweifeln über die eigene Bewerbung führt. Welche Möglichkeiten Sie haben, ob Arbeitgeber Ihnen Auskunft geben müssen und ob ein Nachfragen über die ausstehende Bewerbung ratsam ist, zeigt Ihnen der nachfolgende Artikel.

Keine Antwort auf Bewerbung: Der Beginn des langen Wartens

Der Bewerbungsprozess beginnt für Sie mit dem Verfassen einer ordentlichen Bewerbung, die Sie an den Verantwortlichen Personaler verschicken. Die Bewerbungsfrist halten Sie selbstverständlich ein und hoffen darauf, bald zum Gespräch eingeladen zu werden. Täglich schauen Sie mehrfach in Ihren Briefkasten und in Ihr Mail-Postfach. Doch Sie haben keine Antwort auf Bewerbung erhalten. Tage vergehen und Sie bekommen noch immer keine Rückmeldung über die eigene Bewerbung. Geht es Ihnen genauso?

Viele Bewerber verzweifeln regelrecht und überprüfen noch einmal ihre Bewerbung. Haben Sie vielleicht die falschen Bewerbungsunterlagen versendet oder sogar eine andere Jobanzeige beworben? Oder woran liegt es, dass Sie keine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch erhalten? Warum es sein kann, dass es zu keiner Rückmeldung von der Personalabteilung kommt, was Sie daraus lernen können und wann Sie am besten nachhaken sollten, zeigt Ihnen der nachfolgende Artikel.

Sind Unternehmen zu einer Rückmeldung oder Absage verpflichtet?

Keine Antwort auf Bewerbung zu geben ist in jedem Fall respektlos und nicht fair gegenüber dem Bewerber. Dieses grobe Verhalten hat sogar einen Namen, der aus dem Dating-Bereich stammt: Ghosting. Als Ghosting wird in der Arbeitswelt das Nichthandeln vom Arbeitgeber bzw. Personaler genannt, wenn Sie keine Rückmeldung auf Ihre Bewerbung erhalten. Manchmal gibt es jedoch ganz einfache Erklärungen, weshalb Sie vom potentiellen Arbeitgeber noch nichts gehört haben. Die Gründe dafür lesen Sie weiter unten im Artikel. Zunächst befassen wir uns mit der Frage:

Ist ein Unternehmen dazu verpflichtet, ein Feedback über die Bewerbung zu geben?

Dabei geht es nicht nur darum zu wissen, ob der Bewerber eine Einladung zum Vorstellungsgespräch erhält - oder eben nicht.
Vielmehr geht es vielen Kandidaten darum, ob die Bewerbung die Personalabteilung erreicht hat und warum es zu einer möglichen Absage kommt. Aufgrund von fehlenden oder falschen Daten oder Angaben im Lebenslauf lernt ein Bewerber für die nächste Bewerbung aus seinen Fehlern. Dennoch sind Unternehmen nicht dazu verpflichtet, Auskunft über den Bewerbungsprozess zu geben. In der Regel dauert es zwischen drei und sechs Wochen, bis ein Personaler alle Bewerbungsunterlagen sichten kann.

Eine Zu- oder Absage setzt eine gewisse Etikette, Höflichkeit und Fairness voraus: Alles andere ist sehr unprofessionell und wirft ein schlechtes Licht auf den Arbeitgeber.

Wie lange sollte ich auf eine Antwort warten?

Warten ist eine Tugend, die vielen Menschen nicht leicht fällt. Geduld ist angesagt, wenn Sie sich auf Stellensuche befinden und auf eine Stellenanzeige beworben haben.
Die lange Wartezeit im Bewerbungsprozess hat verschiedene Gründe: Zunächst einmal muss Ihre Bewerbung beim zuständigen Personaler landen. Die Unterlagen sichtet er in der Regel nicht sofort durch, da noch andere Dinge ausstehen. Nach und nach nimmt er sich ausgiebig Zeit, um jeden Lebenslauf sorgsam zu erkunden. Der Personaler sucht nach geeigneten Kandidaten, die zu den genannten Angaben aus der Stellenanzeige passen. Das dauert seine Zeit, weshalb einige Wochen ins Land streichen. Gerade bei größeren Firmen ist das der Fall, da es ein größeres Etat für die Bewerbung offener Stellen gibt. Zudem punkten größere Unternehmen mit einer Brand, die sich von anderen abhebt. Das macht Eindruck und sorgt für einen großen Andrang auf beliebte Stellen.

Nach spätestens sechs Wochen sollten Sie eine Rückmeldung über Ihre Bewerbung erhalten haben. Ein Zwischenstand, wie es um den Bewerbungsprozess steht, ist in jedem Fall höflich. Dieser erfolgt in der Regel nach spätestens zwei Wochen, um die Bewerber auf den neusten Stand zu bringen. Die Personaler geben Ihnen damit das Gefühl, dass es sich lohnt, noch länger zu warten. Selbst wenn Sie am Ende doch eine Absage erhalten, wissen Sie, woran Sie sind. Rechnen Sie also nicht zu früh mit einer Rückmeldung: Geben Sie dem neuen Arbeitgeber mindestens eine Woche Zeit, bevor Sie weitere Schritte einleiten!

Darum ist es für Bewerber so belastend, keine Antwort zu erhalten

Es gibt verschiedene Gründe, warum Bewerber frustriert über eine fehlende Rückmeldung sind. Zum einen wäre da die mangelnde Planungssicherheit:

  • Inwieweit kann ich darauf vertrauen, ein Vorstellungsgespräch zu erhalten?
  • Wann muss ich meinen alten Job kündigen?
  • Was passiert, wenn ich keinen Bescheid bekomme?

Bei Jobsuchenden, die derzeit arbeitslos sind, steht viel auf dem Spiel. Bewerber, die sich neu orientieren möchten, brauchen ebenfalls eine Planungssicherheit. Eine Kündigung muss eingereicht und eine Kündigungsfrist eingehalten werden, sofern der neue Job perfekt passt und der Bewerber genommen wird. Zum anderen haben viele Bewerber das Gefühl der fehlenden Wertschätzung: Sie haben sich viel Zeit genommen, um eine ausdrucksstarke Bewerbung zu verfassen. Die Unternehmensgeschichte wurde auswendig gelernt und die Bewerbung auf die Stellenanzeige angepasst. Vor allem für Jobsuchende ist eine Bestätigung wichtig, um am Ball zu bleiben. Es kann natürlich andere Gründe geben, die eine fehlende Rückmeldung entschuldigen:

  • ein krank gemeldeter Personaler,
  • das Verlorengehen auf dem Postweg
  • oder firmeninterne Probleme, die zeitintensiv sind.

Bei diesen Fällen können Sie einiges tun wie etwa das Nachfragen am Telefon oder per Mail nach einer bestimmten Zeit. Bei einer Bewerbung per Mail ist es immer ratsam, wenn Sie die Eingangsbestätigung anklicken!
Bei Versand der Bewerbung auf postalischem Weg ist es gut, wenn Sie das Ganze per Einschreiben verschicken: Das kostet zwar mehr, dafür erhalten Sie die Gewissheit, dass die Unterlagen bei der richtigen Person und zeitgemäß landen. Außerdem macht es einen guten Eindruck, wenn Sie Geld investieren: Der Personaler sieht in Ihrer Bewerbung, dass Sie sich große Mühe geben, um eine Einladung zum Gespräch zu erhalten. Die unaufgeforderte Initiativbewerbung oder die Bewerbung als Quereinsteiger sollte dennoch beantwortet werden, auch wenn sie zum falschen Zeitpunkt oder nicht ins Firmenprofil passt. Das ist mehr als freundlich und sollte von jeder Firma als Standard angesehen werden.

Mögliche Gründe für eine unterbliebene Antwort

Mögliche Gründe für eine unterbliebene Antwort sind vielfältig: So hängt es häufig damit zusammen, dass das Profil nicht zur ausgeschriebenen Stelle passt. Das Sichten der Unterlagen kostet einen Personaler viel Zeit, die bekanntermaßen Geld ist. Die hohe Anzahl an Bewerbungen und die knappe Zeit machen es den meisten Arbeitgebern nicht leicht, eine Handvoll Kandidaten auszuwählen. Nichtsdestotrotz ist eine Antwort auf eine Bewerbung mehr als freundlich und sagt einiges über das Unternehmen aus.

Ist ein Nachfragen in Ordnung und wenn ja, zu welchem Zeitpunkt?

Das Nachfragen ist in jedem Fall erwünscht und wird von manchen Personalern sogar gefordert: So zeigen Sie Ihre Eigeninitiative und wie sehr Sie diesen Job haben möchten! Lassen Sie sich etwas Zeit, denn ein Personaler brauchen diese zur Sichtung aller unterlagen. Frühestens sieben bis vierzehn Tage nach der Einreichung ist es vielen angenehm, wenn Sie sich rückmelden. Dafür können Sie anrufen oder eine Email schreiben.

Tipps für die richtige Nachfrage

Um Ihre Nachfrage gut vorzubereiten, nehmen Sie sich die Stellenanzeige erneut zur Hand. Am Telefon oder per Mail nennen Sie

  • Ihr Anliegen,
  • Ihren vollen Namen
  • und bleiben dabei stets freundlich.

Suchen Sie sich einen ruhigen Ort, um die Nachfrage konzentriert zu formulieren. Bleiben Sie sachlich und halten Sie sich kurz, um keine Zeit zu vergeuden. Am Ende bedanken und verabschieden Sie sich höflich.

Nach vorne sehen!

Haben Sie bislang keine konkrete Reaktion auf Ihre Bewerbung gehört und es sind bereits einige Wochen verstrichen? Dann verzweifeln Sie nicht und bleiben Sie weiter am Ball! Schreiben Sie weiter Bewerbungen, um den passenden Job zu finden. Wenn Sie doch eine Antwort erhalten – überlegen Sie es sich gut!

Wie lange ist die Bewerbungsfrist her und wie sehr können Sie die Wartezeit verkraften?

Am besten erkundigen Sie sich freundlich und bestimmend, warum die Reaktion so lange auf sich warten ließt. Gibt es eine plausible Erklärung, steht dem Vorstellungsgespräch nichts mehr im Wege. Wägen Sie auch andere Optionen ab und schauen Sie auf Ihre noch ausstehenden Bewerbungen auf andere Stellenanzeigen:
Gibt es dort die Chance, einen Termin für ein Gespräch zu bekommen?

Fazit: Nachteile auf beiden Seiten

Keine Antwort auf Bewerbung erhalten? Verzweifeln Sie nicht, sehen Sie Ihre Unterlagen erneut durch und haken Sie nach einiger Zeit nach. Achten Sie darauf, welche Bewerbungsfrist gilt: Andere Bewerbungen werden in der Regel nicht mehr oder nur ungern angenommen. Das wirft kein gutes Licht auf Sie und hat einen bitteren Beigeschmack beim ersten Gespräch, sofern Sie zu einem eingeladen werden. Stellen Sie in Ihrem Emailfach die Funktion Eingangsbestätigung ein, sobald Sie eine Bewerbung per Mail versenden. So haben Sie Gewissheit, ob die Email beim richtigen Empfänger gelandet ist.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.