Selbstkompetenz - Voraussetzung für den Erfolg

Selbstkompetenz - Voraussetzung für den Erfolg

Selbstkompetenz zu haben, bedeutet, gut organisiert und strukturiert zu sein, zielorientiert handeln zu können, über Selbstvertrauen und Empathie zu verfügen. Dann gelingt es uns, berufliche und private Ziele motiviert zu verfolgen, die eigene Stärke bestmöglich auszuschöpfen. Wer über Selbstkompetenz verfügt, wird Chancen genauer und früher erkennen, allen Herausforderungen entschlossen begegnen und Hürden überwinden. Hier erfahren Sie, was Selbstkompetenz ist, und erhalten Tipps, wie Sie diese aufbauen und steigern können.

Selbstkompetenz: Die Definition

Selbstkompetenz ist eine umfassende Basiskompetenz. Sie ist nur dann gegeben, wenn mehrere kognitive, emotionale und handlungsbezogene Fähigkeiten zusammenkommen. Im Grunde sagt der Begriff alles: Es geht um die Kompetenzen, die sich auf das Selbst beziehen. Diese Kompetenz bestimmt in hohem Maße unsere Chancen, das Leben aktiv zu gestalten und mit Empathie zu kommunizieren. Gleichzeitig ist das Selbst Ergebnis unserer Überzeugungen über die eigene Person, unsere Ziele, Einstellungen und Erwartungen.

Initiative ergreifen

Diese besondere Kompetenz entsteht nicht allein durch Lebenserfahrung. Es hängt stark von uns ab, inwieweit wir unsere Fähigkeiten ausbauen, uns selbst zu führen. Daher müssen wir uns zwischen unseren täglichen Verpflichtungen etwas Zeit für uns selbst nehmen. Bildlich gesprochen, müssen wir die Säge schärfen, damit wir nicht beim Sägen wertvolle Zeit verlieren.

Selbstkompetenzen und Führungskompetenzen

Die auf das Selbst bezogenen Kompetenzen sind kein Selbstzweck, sondern Voraussetzung dafür, souverän aufzutreten, zielorientiert zu kommunizieren und zu handeln. Sich in andere Personen hineinzuversetzen, erfordert Empathie. Wer Selbstkompetenz hat, wird auch Mitarbeiter und Teams mit Autorität führen, Kunden und Kooperationspartner überzeugen können.

Selbstkompetenz und Selbstmanagememt

Das Sebstmanagement ist ein Teil der Selbstkompetenz. Ein effektives Selbstmanagement hilft uns, unsere Zeit sinnvoll zu planen, uns gut zu organisieren und Eigenverantwortung zu übernehmen. Selbstkompetenz geht aber darüber hinaus. Denn hierzu gehört auch die kritische Selbstreflexion.

Sieben Tipps, um Selbstkompetenzen weiterzuentwickeln

1. Ziele festlegen

Um Selbstkompetenzen aufzubauen, ist es erforderlich, sich Ziele zu setzen. Diese Ziele sollten Sie so klar wie möglich formulieren. Menschen mit einer hohen Selbstkompetenz wissen, wo sie hin wollen. Mit dem Setzen von Zielen gelingt es Ihnen, die Aufmerksamkeit so zu filtern, dass Sie Chancen entdecken. In Entscheidungssituationen können Sie die Optionen daraufhin überprüfen, ob diese mit Ihren Zielen kompatibel sind. Dadurch ist es leichter, die richtige Entscheidung zu treffen. Außerdem steigern Ziele Ihre Motivation. Sie wissen dann genau, warum Sie etwas tun und wofür Sie sich anstrengen.

Ohne Ziele lässt man sich treiben

Wer sich keine Ziele setzt, läuft außerdem Gefahr, nur noch auf das Agieren der Kollegen, des Vorgesetzten, der Familie und Freunde zu reagieren. Dann entscheiden andere darüber, wofür Sie Ihre zeitlichen Ressourcen einsetzen und wie Sie sich entwickeln. An diesen Zustand gewöhnt man sich leicht und wird unter Umständen erst viel später feststellen, welche Gelegenheiten man verpasst hat.

Manchmal sind Fragen hilfreich

Falls es Ihnen schwer fällt, Ziele zu formulieren, dann hilft es, wenn Sie sich zunächst ein paar Fragen stellen: An welchen Aufgaben habe ich große Freude? Welche meiner Fähigkeiten setze ich besonders gerne ein? Womit würde ich gerne mehr Zeit verbringen? Welche Stärke möchte ich ausbauen? Welches Wissen benötige ich dafür? Was möchte ich ansonsten noch lernen? Womit bin ich noch nicht zufrieden? Manchmal kann das Ausschlussverfahren helfen: Womit möchte ich auf gar keinen Fall beschäftigen? Worauf lege ich keinen Wert? Auf welchen Gebiet strebe ich nicht an, mein Wissen zu erweitern?

Ziele verschriftlichen

Wenn Sie Ziele festgesetzt haben, schreiben Sie diese auf. Damit stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Ziele nicht aus dem Auge verlieren. Sie können dann jederzeit checken, was Sie geschafft haben. Manchmal ist es sinnvoll, Ziele in mehrere Etappenziele zu gliedern. Es ist immer ein gutes Gefühl, ein Etappenziel erreicht zu haben. Die schriftliche Fixierung betont Ihre Entschlossenheit.

2. Die eigene Persönlichkeit analysieren

Ebenso wie der gewünschten Zielzustand sollte auch der Ausgangszustand bestimmt werden. Denn jeder Mensch hat individuelle Charakterzüge, Interessen und Begabungen. Es ist erforderlich, sich mit der eigenen Persönlichkeit zu befassen. Nicht immer stimmen Selbstwahrnehmung und Fremdwahrnehmung überein.

Fragen zur eigenen Persönlichkeit

Auch dabei können Fragen helfen: Welches Feedback erhalte ich von meinen Mitmenschen zu meinem Verhalten und meinen Fähigkeiten? Was ist meiner eigenen Wahrnehmung nach meine größte Stärke? Wie setze ich diese Stärke ein? Wie wichtig ist mir der Kontakt mit anderen Menschen? Was bedeutet mir Empathie? Bringe ich genug Empathie für meine Mitmenschen auf? Wie wirke ich auf meine Umwelt? Welche Möglichkeiten habe ich, Gedankenmuster und Emotionen zu ändern? Wie kann ich Einfluss auf mich selbst und auf meine Umgebung nehmen?

Zur Persönlichkeit gehören auch Schwächen

Jeder Mensch hat nicht nur Stärken, sondern auch Schwächen. Dies ist kein Grund, an sich zu zweifeln. Manchmal meinen wir nur, eine Schwäche zu haben. Zum Beispiel reden wir uns ein, wir seien unsportlich, und leiten daraus ab, dass es keinen Sinn hat, Sport zu treiben. Dies ist keine Schwäche, sondern ein Vorwand. Eine produktive Vorgehensweise ist es, sich zu überlegen, welche Sportart für einen selbst passen könnte. Nicht selten gelingt es, eine vermeintliche Schwäche in eine Stärke zu wenden.

3. Aktiv sein und über den Tag hinausdenken

Ein hoher Aktivitätsgrad kennzeichnet Menschen mit Selbstkompetenzen. Wer aktiv ist, fördert die Geistesgegenwart, die Kreativität und Flexibilität. Damit gelingt es besser, die Kontrolle über das Geschehen zu behalten. Letztlich erreichen wir damit mehr Zufriedenheit und emotionale Stabilität. Gleichzeitig reduzieren wir die Abhängigkeit von unserer Umgebung.

Strategischer Weitblick

Wer mit strategischem Weitblick handelt, führt selbst die günstigen Gelegenheiten herbei, anstatt auf diese zu warten. Zum aktiven Verhalten gehört es daher, über den Tag hinauszudenken.

4. Prioritäten setzen

Viele Menschen haben den Eindruck, dass ihnen die Aufgaben über den Kopf wachsen. Dann sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Orientierung ist aber erforderlich, um die eigenen Ziele entschlossen zu verfolgen. Daher ist es sinnvoll, alle Aufgaben auf Karteikarten oder Post-its aufzuschreiben. Nun können Sie festlegen, was Priorität hat und was nachrangig ist.

Aufgaben nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortieren

Um ganz systematisch vorzugehen, sollten Sie die Aufgaben nach Wichtigkeit und nach Dringlichkeit sortieren. Was wichtig und eilig ist, sollten Sie unmittelbar in Angriff nehmen. Aufgaben, die wichtig, aber nicht eilig sind, sollten Sie terminieren. Umgekehrt sind manche Aufgaben eilig, aber nicht so wichtig. Dann sollten Sie überlegen, ob Sie diese delegieren oder gemeinsam mit Kollegen oder Freunden umsetzen können. Die Aufgaben, die nicht eilig und nicht wichtig sind, können Sie erst einmal auf Wiedervorlage legen. Mit dieser Kategorisierung bringen Sie Struktur in Ihren Alltag und konzentrieren sich auf das Wesentliche. 

5. Stresstoleranz erhöhen

Auch von außen wirken Faktoren auf uns ein, die es uns erschweren, Ziele zu erreichen. Als Resilienz bezeichnen Psychologen die Fähigkeit, mit Stress, Konflikten und widrigen Umständen umzugehen. Entscheidend ist, dass diese Umstände nicht unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen. Manchmal ist es möglich, sich belastenden Umweltreizen zu entziehen oder sich einen Rückzugsraum zu schaffen. Beispielsweise kann ein Spaziergang am Wasser oder durch den Wald hilfreich sein, um sich zu sortieren. Innere Ressourcen werden dabei aktiviert. Wenn Sie feststellen, dass Ihnen ein solches Ritual gut tut, dann sollten Sie dies bei Ihrer Terminplanung berücksichtigen.

6. Umgang mit Enttäuschungen

Niemandem gelingt jedes Vorhaben. Zur Selbstkompetenz gehört auch, mit Enttäuschungen umgehen zu können. Wenn etwas misslingt, sollten Sie darin kein persönliches Scheitern sehen. Denn sonst geraten Sie leicht in eine Abwärtsspirale. Sie denken daran, was demnächst alles schiefgehen könnte und verhalten sich defensiv. Bei einer solchen pessimistischen Haltung fällt es schwer, kreativ zu sein und souverän aufzutreten.

Fehler analysieren, dann abhaken

In einer Enttäuschung liegt auch eine Chance. Im Nachhinein können Sie erkennen, warum ein Vorhaben nicht gelungen ist. Aus Fehlern lernt man oft am besten. Daher sollten Sie genau analysieren, an welcher Stelle Sie anders hätten handeln können. Dann können Sie diesen Fehler in Zukunft vermeiden. Mit dieser Gewissheit sollten Sie die Angelegenheit abhaken. So können Sie den Blick auf die Zukunft zu richten und auf das, was alles gelingen kann.

7. Soziale Kontakte aufbauen und pflegen

In jedem Gespräch haben wir die Gelegenheit, neues Wissen aufzubauen. Denn oft erhalten wir vom Gesprächspartner hilfreiche Tipps. Vielleicht ist Ihr Gegenüber schon einmal in einer ähnlichen Situation gewesen wie Sie oder hat für sich ähnliche Ziele definiert. Dann können Sie später von den Tipps profitieren. Manche wegweisenden Ideen sind zufällig in Gesprächen entstanden.

Kommunikation üben

Auch die Gesprächsführung als Prozess ist wertvoll. Sich auf die Perspektive des Gegenübers einzulassen, ist nicht so einfach, weil wir im Alltag oft abgelenkt sind. Aber man kann dies lernen. Die Empathie wird dabei gefördert. Dies sind Gründe, soziale Kontakte zu pflegen. Auch in ganz alltäglichen Situationen wie in der Kantine oder in der U-Bahn bestehen Gelegenheiten für Gespräche. Diese Chancen sollten Sie nutzen.

Fazit

Jeder kann Selbstkompetenz weiterentwickeln. Wenn Sie sich an diesen Tipps orientieren, werden Sie zielorientiert handeln und Ihre Motivation steigern. Damit werden Sie die Voraussetzungen schaffen, sich selbst zu führen und erfolgreich zu sein. 

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.