Lebenslauf - unterschreiben oder nicht?

Lebenslauf - unterschreiben oder nicht?

In einer Bewerbung sagt eine Unterschrift manchmal mehr als tausend Worte, Referenzen und Arbeitszeugnisse. Sie kann etwas von der Persönlichkeit widerspiegeln und oft einen starken Eindruck hinterlassen. Aber ob es auch im Zeitalter von Digitalisierung und Online-Bewerbung immer noch angebracht ist, das Anschreiben und den Lebenslauf zu unterschreiben, erfahren Sie hier.

Akzente setzen mit der Unterschrift auf dem Lebenslauf

Der Lebenslauf gehört neben dem Anschreiben zu den wichtigsten Dokumenten in einer Bewerbung. Deswegen verdient er, genauso wie das Bewerbungsschreiben, einen gebührenden persönlichen Abschluss mit einer handschriftlichen Unterschrift.

Karriereexperten, Personaler und Bewerbungscoaches sind sich einig: Ein Lebenslauf gehört, ebenso wie das Bewerbungsschreiben, unterschrieben. Eine Unterschrift beurkundet die Richtigkeit der Angaben auf dem Lebenslauf und rundet den Inhalt des Dokuments ab. Sie ist zudem Bestandteil einer einwandfreien Bewerbung und kann beim Empfänger Neugierde und Interesse wecken oder bekräftigen. Damit ist sie weit mehr als nur reine Formalität, sofern Bewerber auf einige wichtige Tipps achten.

Die Aussagekraft der Unterschrift

Eine Unterschrift ist eine handschriftliche Bestätigung, dass das Dokument echt ist. Bewerber versichern so die Korrektheit und den Wahrheitsgehalt der im Lebenslauf mitgeteilten Angaben. Sie verleiht dem Lebenslauf das persönliche i-Tüpfelchen, das es braucht, um sich von der Konkurrenz abzuheben.

Ist die Unterschrift zwingend nötig?

Es gibt keine Verpflichtung, den Lebenslauf zu unterschreiben. Objektiv gesehen ist eine Bewerbung daher nicht unvollständig, wenn der Lebenslauf nicht mit einer Unterschrift abschließt. Es macht allerdings nach wie vor einen besseren und kompetenten Eindruck, wenn die Bewerbungsunterlagen unterschrieben sind.

Wir empfehlen ganz klar, mit einem Füller zu unterschreiben, oder mit einem hochwertigen Fineliner, der nicht schmiert.

Wieso sowohl Anschreiben als auch Lebenslauf unterschrieben werden sollten!

Wenn Sie sich mit einer Kurzbewerbung auf eine Helferstelle oder einen anderen, kleineren Job bewerben, ist eine Unterschrift sicherlich nicht ausschlaggebend für eine Einladung zum Vorstellungsgespräch oder eine Einstellung. In bestimmten Branchen wird sie aber auf jedem Lebenslauf erwartet und vorausgesetzt. Gerade Personaler achten auf klare und aussagekräftige Unterschriften im Anschreiben und Lebenslauf. Werden sie weggelassen, ist das in vielen Fällen eher kontraproduktiv. Deswegen tun sich Bewerber keinen Gefallen, wenn sie aus Bequemlichkeit darauf verzichten.

Und wie wird nun richtig im Lebenslauf unterschrieben?

Im Bewerbungsschreiben werden Unterschriften unter die Grußformel gesetzt. Im Lebenslauf setzen Sie sie am besten unter den letzten Eintrag.

Die richtige Position macht’s

Die meisten Designs sind so gestaltet, dass die Unterschriften links unten gesetzt werden. Setzen Sie sie nicht mittig oder zu weit weg vom Text. Sie sollte das Dokument passend abschließen und deshalb nicht separat gesetzt werden. Erstreckt sich der Lebenslauf über mehr als eine Seite, dann unterschreiben Sie idealerweise nur auf der letzten Seite. Das ist völlig ausreichend.

Die richtige Größe wählen

Wie überall, gilt auch hier: Das gesunde Mittelmaß macht’s. Schrecken Sie den Adressaten mit allzu großen Unterschriften nicht ab. Schnörkel oder Kritzeleien sind ebenfalls tabu. Bleiben Sie stattdessen dezent und stilvoll. Verwenden Sie immer Vor- und Nachnamen beim Unterschreiben. Die Namen sollten unbedingt leserlich sein. Lassen Sie ausreichend Platz zur vorhergehenden Textzeile und quetschen Sie Ihre Unterschrift nicht irgendwo dazwischen, nur damit sie gerade noch so auf die Seite passt.

Merken Sie sich: Unterschriften sollten höchstens so groß sein wie zwei Textzeilen.

Ort und Datum nicht vergessen

Üblicherweise gehören Ort und Datum immer zur Unterschrift dazu. Die Angaben stehen dafür, dass die Bewerbungsunterlagen aktuell sind. Ob die Angaben nun darüber stehen oder linksbündig, darüber entscheiden Sie selbst oder die Designvorlage, die Sie ausgewählt haben. Hier sind die Geschmäcker verschieden. Wichtig ist, dass die zusätzlichen Angaben nicht vergessen werden.

Besonderheit: Die Online-Bewerbung

Eine Bewerbung per E-Mail ist heutzutage eher die Regel als die Ausnahme. Immer häufiger stellen Unternehmen ihren Bewerbern auch in eigenen Portalen Online-Formulare zur Verfügung, die nur noch ausgefüllt werden müssen. Hier wird es mit dem Unterschreiben schon komplizierter. Da liegt es nahe, handschriftliche Unterschriften einfach wegzulassen. Das ist durchaus legitim. Beeindruckend und auffällig ist jedoch, wenn Bewerber auch in einer E-Mail-Bewerbung Anschreiben und Lebenslauf unterschreiben.

Wie gelingt es, gekonnt in einer Online-Bewerbung zu unterschreiben?

  1. Die Unterschrift auf einem leeren Blatt platzieren und einscannen.

  2. Mit einem simplen Bildbearbeitungsprogramm kann sie nun bearbeitet werden. Hier können Sie den Blattausschnitt, auf dem sich die Unterschrift befindet, einfach ausschneiden. Alternativ wird das Blatt Papier wegretuschiert, sodass nur noch die Unterschrift übrigbleibt und keine Ränder mehr zu sehen sind.

  3. Die Unterschrift wird nun als neue Bilddatei gespeichert.

  4. Anschließend wird sie in das digitale Dokument eingefügt.

  5. Abschließend den fertigen Lebenslauf als pdf Datei formatieren und versenden oder im Bewerberportal an entsprechender Stelle uploaden.

Nur für ganz Geschickte

Sie können natürlich auch im Adobe Reader mit der Maus unterschreiben. Das ist allerdings eine höchst diffizile Angelegenheit, denn es braucht eine ruhige Hand und besonderes Geschick. In den meisten Fällen wirken solche Unterschriften dahingekritzelt und unsauber. Denken Sie daran, dass die Empfänger die Bewerbungsunterlagen vielleicht auch ausdrucken. Testen Sie es deshalb vorher selbst aus.

Lebenslauf unterschreiben: Unsere wichtigsten Tipps

Unsere fünf Top Empfehlungen:

  • Vermeiden Sie lieblos dahingeschmierte Unterschriften. Üben Sie notfalls vorher lieber. Eine typische Doktorunterschrift hat in einer Bewerbung nichts zu suchen.
  • Für die Vollständigkeit: Vergessen Sie Ort und Datum nicht. Nur so kann der Empfänger erkennen, dass das Dokument aktuell ist.

  • Trauen Sie sich und unterschreiben Sie mit Füller. Das ist nicht old school, sondern hat Charme und hinterlässt einen positiven Eindruck.

  • Bemühen Sie sich, auch Ihre Online-Bewerbungen und Bewerbungen per E-Mail mit Ihrer Unterschrift zu versehen. Das beweist Professionalität.

  • Die Unterschrift ist Ihr persönliches Aushängeschild. Seien Sie nicht schludrig damit und vergessen Sie sie möglichst nicht

Unser Fazit

Eine Unterschrift im Lebenslauf bestätigt die Echtheit und Richtigkeit der Angaben. Außerdem setzt sie Akzente, die Bewerber von ihren Konkurrenten abheben. Wer darauf verzichtet, nimmt sich damit auch ein bisschen die Möglichkeit, aus der Masse herauszustechen. Die Unterschrift rundet eine Bewerbung ab und verleiht ihr eine noch persönlichere Note.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.