Überforderung im Job: Auslöser, Anzeichen & Hilfemaßnahmen

Überforderung im Job: Auslöser, Anzeichen & Hilfemaßnahmen

Vor Ihnen türmt sich ein scheinbar unüberwindbarer Berg an Aufgaben, während Sie sich nur noch hilflos und gestresst fühlen? Haben Sie das Gefühl, die Arbeitslast einfach nicht mehr bewältigen zu können? Überforderung im Job ist in nahezu allen Berufen und Branchen weit verbreitet und ein durchaus ernstzunehmendes Phänomen.

Immer mehr Arbeitnehmer haben das Gefühl, der zunehmenden Arbeitslast sowie den stetig größer werdenden beruflichen Anforderungen einfach nicht mehr gewachsen zu sein. Es handelt sich hier um ein Empfinden, das kurzzeitig oder sogar dauerhaft auftreten kann. Überforderung am Arbeitsplatz ist ein immer wichtigeres Thema. Man möchte am liebsten alles sofort stehen und liegen lassen und nach Hause gehen, doch genau das ist in den meisten Jobs völlig unmöglich.

Wird jedoch nicht entsprechend auf die Überforderung reagiert, kommt es häufig zu einer noch viel größeren Belastung. Doch wie lässt sich eine Überforderung rechtzeitig erkennen und was ist bei einer akuten Überforderung zu tun?

Überforderung – was ist das eigentlich?

Überforderung ist ein subjektives Empfinden, dass die eigenen Kraftressourcen, die persönlichen oder zeitlichen Kapazitäten nicht mehr ausreichen, um eine bestimmte Leistung zu erbringen. Es gibt verschiedene Formen der Überforderung, so etwa eine physische aber auch eine psychische Überforderung.

Immer mehr Arbeitnehmer fühlen sich im Job überfordert und dieses Empfinden kann sogar so weit gehen, dass sich eine regelrechte Angst vor der Arbeit einstellt. Es kommt zu einer hohen inneren Anspannung und Stressbelastung, die von den betroffenen Personen sehr belastend empfunden wird.

Wenn also das Arbeitspensum zu hoch ist, stellt sich eine Überforderung ein. Man kann in diesem Zusammenhang auch von einer körperlichen oder geistigen Überlastung und Überarbeitung sprechen. Man fühlt sich dem Job nicht gewachsen und die Leistungsanforderungen übersteigen die eigenen Kapazitäten.

Unterforderung – gibt es das im Job überhaupt?

Durchaus, ja! Es kommt immer wieder in Unternehmen vor, dass Arbeitnehmer permanent unterfordert sind und nur die Arbeitszeit bis zum langersehnten Feierabend „absitzen“. Dieses Phänomen ist unter der Bezeichnung „Boreout“ bekannt. Es ist das Gegenteil von „Burnout“, doch es führt zu ähnlichen Symptomen.

Physische und psychische Überforderung – eine wichtige Unterscheidung

Die heutige Arbeitswelt ist zahlreichen Veränderungen unterworfen! Das Arbeitsspektrum wird immer breitgefächerter, die Leistungsansprüche immer höher und der allgemeine Druck immer größer. Der Arbeitsalltag wird zunehmend zum Stressfaktor!

So kommt es nicht selten zu einer Überforderung, die sich sowohl auf der physischen wie auch auf der psychischen Ebene äußern kann. So führen Zeitdruck, steigende Anforderungen und widersprüchliche Arbeitsanweisungen zu einer hohen psychischen Belastung, die sich in Symptomen wie Angststörungen, Stress oder Depressionen zeigt.

Auf physischer Ebene kann es zu Erschöpfung, Herz-Kreislauf-Problemen oder einer erhöhen Infektanfälligkeit kommen.

In welchen Situationen zeigt sich eine Überforderung am Arbeitsplatz?

Sehr viele Berufstätige fühlen sich im neuen Job überfordert. Durch diese zunehmende Überlastung im Beruf kann es langfristig zu einem erhöhten Stressempfinden kommen. Das kann schließlich dazu führen, dass die Betroffenen überhaupt nicht mehr in die Arbeit möchten und sogar Ängste im neuen Job entwickeln. Diese erschreckende Entwicklung wird leider zu einem echten Massenphänomen in unserer heutigen Gesellschaft.

Immer mehr Studien zeigen, dass Mitarbeiter ihr Leben als stressig empfinden: Sie kämpfen privat mit vielen Herausforderungen und Belastungen, und fühlen sich auch immer mehr dem Job nicht gewachsen. Zu viele familiäre Verpflichtungen sowie zu hohe berufliche Anforderungen führen zu einem ungesunden Dauerdruck.

Es können vor allem zwei wesentliche Gründe für eine Überforderung genannt werden:

  1. Alltagspflichten

Man hat soeben drei Punkte von der scheinbar unendlichen To-Do-Liste abgearbeitet und schon entstehen im Kopf die nächsten wichtigen Aufgaben.

An manchen Tagen weiß man überhaupt nicht, was man zuerst anfangen und erledigen soll. Oftmals reicht schon allein diese Tatsache aus, damit es zu einem Gefühl der Überlastung und Überforderung kommt.

Alltagspflichten nehmen neben den beruflichen Herausforderungen die meiste Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch. Ohne ein passendes Zeitmanagement kann da manch einer durchaus seinen Kopf verlieren. Die Grenze zwischen dem Job, der Freizeit und der Familie verschwimmen immer mehr. Die Folge sind in nicht seltenen Fällen diverse gesundheitliche Beschwerden.

  1. Zu hoch gesteckte Erwartungen

Zu hohe Erwartungen können extrinsisch oder intrinsisch sein: Das heißt, sie können von außen kommen, zum Beispiel vom Chef oder den Kollegen, aber auch von einem selbst, also von innen.

Nicht selten setzen wir uns selbst viel zu hohe Erwartungen und haben viel zu unrealistische Ansprüche an uns selbst. Werden diese zu hochgesteckten Ziele dann schließlich nicht erreicht, dienen sie als neuer Maßstab, den es zu übertreffen gilt. Ein Teufelskreis, der nur sehr schwer zu durchbrechen ist und maßgeblich die eigene Psyche beeinträchtigen kann.

Mögliche Auslöser & Beispiele für eine Überforderung im Job

  • Neue Arbeitsstrukturen am Arbeitsplatz
  • Widersprüchliche Arbeitsanweisungen durch Chef oder Kollegen
  • Neue beziehungsweise zusätzliche Aufgaben, die auf keinen Referenzerfahrungen basieren
  • Hohe innere oder äußere Erwartungshaltung, der man selbst nicht entsprechen kann
  • Unklare Rollenverteilung zwischen den Mitarbeitern
  • Spannungen im Team oder mit Vorgesetzten
  • Zu viele Projekte können zu hohen Stressbelastungen im Job führen
  • Leistungsdruck
  • Termin- und Zeitdruck
  • Doppelbelastung durch Beruf und Familie
  • Zu hohe Eigenansprüche.

Stress ist nicht gleich Stress!

Die Konsequenz von Überforderung ist oftmals Stress, der im Allgemeinen als negativ einzustufen ist. Dabei ist Stress nicht gleich Stress. Psychologen unterscheiden hier zwei wesentliche Stress-Arten:

Distress – negative Stressbelastungen

Distress ist ein negativer Stress, der auf Dauer krank machen kann. Zu diesen Stressbelastungen gehören alle Situationen, Aufgaben, Anforderungen und Entscheidungen, die man selbst als negativ bewertet.

Fehlen zum Beispiel zur Erledigung einer Aufgabe die erforderlichen Fachkenntnisse, fühlt man sich schnell gestresst: Man kann die Aufgabe nicht zur eigenen Zufriedenheit bewältigen und fühlt sich infolgedessen aufgezehrt, überfordert und überbeansprucht.

Es gibt typische Faktoren, die in unserer heutigen Gesellschaft und Arbeitswelt Distress erzeugen, so zum Beispiel:

  • Dauererreichbarkeit durch die moderne Digitalisierung
  • Doppelbelastungen durch Familie und Job
  • Finanzielle Probleme und Zukunftsängste, so etwa durch unsichere Arbeitsverhältnisse.

Eustress – positive Stressbelastungen

Bei Eustress können wir Situationen und Belastungen sehr gut meistern. Dieser Stress wird positiv wahrgenommen und führt eben nicht wie Distress zu einer Überforderung, sondern vielmehr zu einer Motivation. Zu diesen Stressbelastungen gehört etwa die aufgeregte Anspannung vor einem sportlichen Wettkampf oder Glücksgefühle vor einer Hochzeit.

Dauert Eustress jedoch über eine längere Zeitspanne an und wird er zu einem Dauerzustand, kann auch dieser positive Stress langfristig in einer Überforderung enden.

Anders ausgedrückt kann man sagen, dass ein wenig (positiver) Stress durchaus nicht schadet und uns sogar noch produktiver werden lässt. Wenn der Stress aber über ein bestimmtes Niveau hinauswächst und nicht abgebaut werden kann, entsteht ein Überforderungsgefühl.

Überforderung: Körperliche Symptome und psychische Anzeichen

Eine Überforderung lässt sich an bestimmten physischen und psychischen Symptomen erkennen. Wie sich dieser Zustand letztlich äußert, ist von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich. Es gibt jedoch einige typische Warnsignale und Anzeichen, anhand derer eine Überforderung frühzeitig identifiziert werden kann. Die Symptome können vereinzelt auftreten oder in Verbindung mit anderen Warnzeichen. 

Welche Anzeichen und Warnsignale für Überforderung gibt es?  

  • Unkontrolliertes Weinen
  • weiche Knie
  • Fluchtverhalten, persönlicher Rückzug & Isolation
  • Hilflosigkeit in Konfliktsituationen, etwa mit dem Chef oder anderen Mitarbeitern
  • Kraftlosigkeit und Energieverlust
  • Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Ausweglosigkeit
  • Schlafstörungen
  • Angst vor neuen Aufgaben und der Verantwortung
  • innere Unruhe
  • erhöhte Infektanfälligkeit und häufiger Dienstausfall durch Krankheit
  • mangelnde Motivation
  • fehlende Grenze zwischen Privatleben und Job
  • vermindertes Selbstwertgefühl
  • sinkender Optimismus
  • Verlust einer positiven Zukunftsperspektive
  • seelisches und körperliches Ungleichgewicht
  • Alkoholkonsum
  • Drogen- und Betäubungsmittelkonsum

Überforderung führt langfristig zu chronischen Stressbelastungen, die weder am Körper, noch an der Psyche spurlos vorübergehen.

Stress ist keine Erkrankung, doch langfristig kann Stress durchaus krankmachen. Diese Gefahr ist vor allem dann gegeben, wenn aus kurzzeitigen Stressbelastungen ein chronischer Dauerstress wird. Der Körper und auch die Psyche geraten aus der Balance, was bei den betroffenen Personen sowohl zu physischen als auch zu seelischen Beschwerden führen kann.

Welche physischen und psychischen Folgen hat Überforderung?

Chronischer Stress als Folge von Überforderung ist in unserer heutigen Zeit vermutlich einer der Hauptauslöser für depressive Verstimmungen.

Betroffene Personen fühlen sich lustlos, und wie ausgebrannt. Sie haben das Gefühl, dass ihnen alles schlicht und einfach zu viel wird. Es fällt unheimlich schwer, sich zu Unternehmungen aufzuraffen und nicht nur die Arbeit, sondern auch Hobbys oder schöne Tätigkeiten erschöpfen einen vollkommen.

Wird die Überforderung nicht frühzeitig erkannt oder reagiert man in falscher Weise darauf, kann es zu weitreichenden gesundheitlichen Folgen kommen.

Was sind psychische Symptome von Überforderung? 

  • Depressionen
  • Erschöpfungszustände
  • Energielosigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Aggression und gesteigerte Reizbarkeit
  • Innere Unruhe
  • Angstzustände und Panikattacken 
  • Schlafstörungen & Schlafmangel
  • Konzentrationsprobleme, "kreisende Gedanken"

Auch ein „Überforderungssyndrom“ – ein Burnout Syndrom kann eine Folge der Überforderung im Beruf sein.

Physische Folgen von Überforderung

  • Hormonelles Ungleichgewicht
  • Haarausfall
  • Hauterkrankungen
  • Magenbeschwerden
  • Herzrasen
  • Atemnot
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Erhöhte Pulsfrequenz
  • Rückenschmerzen
  • Verspannungen im Rücken-, Schulter- und Nackenbereich

Überforderungssyndrom – Burnout als Folge der Belastung im Beruf

Für das „Überforderungssyndrom“ Burnout gibt es keine allgemeingültige Definition. In den meisten Fällen ist damit ein Zustand intensiver körperlicher sowie emotionaler Erschöpfung gemeint. Burnout ist eine häufige Folge einer chronischen Überforderung in der Arbeit, so etwa wenn das Arbeitspensum zu hoch ist.

Was sind Anzeichen für ein Burn-out? 

Burnout ist eine sehr vielschichtige Erkrankung mit einer sehr facettenreichen Symptomatik.

  • Es beginnt in den meisten Fällen mit einer chronischen Müdigkeit. Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es dann zu grippeähnlichen Symptomen wie Kopfschmerzen, Zittern, Schwindelgefühlen und Schlafstörungen.

  • In schlimmen Fällen können auch andere Beschwerden wie Herzrasen oder Atemnot auftreten. Problematisch ist ein Burnout insbesondere in Kombination mit Infektionskrankheiten, denn in einem solchen Fall ist das Immunsystem sehr geschwächt.

  • Zusätzlich zu den Verhaltensänderungen sind Burnout-Betroffene häufig zynisch oder sarkastisch, insebsondere in angespannten Situationen. Sie suchen auf diese Weise ein Ventil, um die Belastung zu mindern. Durch Ironie versuchen sie eine emotionale Distanz zu den Problemen und dem Stress aufzubauen.

  • Auch persönliche Werte verändern sich infolge des Burnouts: Wenn zunächst noch die eigene Familie und der Freundeskreis die höchste Priorität hatte, so rücken für Betroffene erst einmal andere Werte in den Vordergrund, wie etwa die eigene Leistung und Effizienz am Arbeitsplatz. Alle Arbeiten müssen „schnell“, „unbedingt“ und immer sofort“ erledigt werden: Persönliche Bedürfnisse müssen also einem vollen Terminkalender gegenüber weichen.

Dauerhafter Stress ist eine große Belastung für Organismus, Geist und Seele. Können solche Stressbelastungen nicht wirksam abgebaut werden, kann es zu gefährlichen Folgeerkrankungen kommen:

  • Depressionen
  • Angststörungen
  • Chronisches Erschöpfungssyndrom
  • Zwänge
  • Vergesslichkeit
  • Erhöhter Blutdruck
  • Suchtkrankheiten

Hilfe bei Überforderung – Tipps & Techniken

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um sich aktiv mit Stress, Belastungen und zu hohen Anforderungen auseinanderzusetzen. Finden Sie die Maßnahmen und Methoden, die Ihnen persönlich guttun und lindern Sie auf diese Weise Stresssymptome:

  • Wenn Sie gestresst sind, können Ihnen Entspannungsübungen helfen, eine psychische Überforderung auf natürliche Weise zu mindern. Qi Gong, autogenes Training oder Yoga fördern die Gesundheit.

  • Betätigen Sie sich sportlich, das tut Körper und Psyche sehr gut.

  • Seien Sie aktiv und treffen Sie sich mit Ihren Freunden.

  • Delegieren Sie Aufgaben auch weiter – im privaten und vor allem auch im beruflichen Alltag. Wenn das Arbeitspensum zu hoch zu werden droht, ist das eine sehr gute Lösung!

  • Gönnen Sie sich auch im Alltag regelmäßig Pausen und kurze Auszeiten. So können Sie Überforderung im Beruf voller Kraft meistern.

  • Schmieden Sie optimistische Pläne, anstatt Angst vor der Arbeit zu haben: Überlegen Sie sich im Vorfeld genau, was Sie erledigen müssen und möchten. Auf diese Weise bringen Sie mehr Ordnung und Struktur in den Berufsalltag.

  • Horchen Sie mal in sich hinein: Was würde Ihnen helfen, chronische Überforderung und Stress zu überwinden? Holen Sie sich gezielt auch Hilfe aus dem Umfeld, zum Beispiel eine Unterstützung im Haushalt.

Das können Sie selbst tun, wenn Sie chronisch überfordert sind

Gezielte Hilfe bei Überforderung ist äußerst wichtig und damit das erfolgreich gelingen kann, müssen Denkmuster verändert und eigene Ressourcen aktiviert werden. Auch wenn Sie sich im Augenblick hilflos und kraftlos fühlen, so sind Sie dem Belastungsgefühl nicht einfach ausgeliefert.
Hier haben wir für Sie 5 hilfreiche Tipps, um erfolgreich Probleme und Belastungen zu überwinden:

  1. Verändern Sie Ihren Blickwinkel!

Wenn Sie sich überfordert fühlen, scheinen Probleme eine überdimensionale Größe anzunehmen. Versuchen Sie, Ihren Blickwinkel auf die Situation zu verändern. Das kann Ihnen helfen, das Überforderungsgefühl zu mindern.

Versuchen Sie, neugierig zu sein, ähnlich wie ein Gipfelstürmer, der einen unbekannten Berg erklimmen möchte. Auf diese Weise bekommen Sie Mut und den notwendigen Optimismus, das, was vor Ihnen liegt, als Herausforderung und nicht als Problem zu sehen.

  1. Fokussieren Sie sich auf den Moment!

In Augenblicken der Überlastung ist Ihr Kopf vermutlich voller unterschiedlicher Gedanken. Da kann es durchaus schnell mal vorkommen, dass Sie sich nicht mehr ausreichend auf das Hier und Jetzt fokussieren und sich im Gedankenkarussell verlieren. Meditationen und auch einige Sportarten können Ihnen dabei helfen, Ihre Achtsamkeit und Konzentrationsfähigkeit zu trainieren. So können Sie sich im Moment verankern und Ihre Gedanken klar ordnen.

  1. Setzen Sie die richtigen Prioritäten!

Versuchen Sie, die richtigen Prioritäten zu setzen und auf diese Weise einer Überforderung vorzubeugen. Kategorisieren Sie zum Beispiel Ihre Aufgaben nach Dringlichkeit und Wichtigkeit. Hierbei kann Ihnen die Eisenhower-Methode helfen: Diese Technik setzt die wichtigsten Aufgaben an erster Stelle, während gleichzeitig Unwichtiges aussortiert wird:

  • Welche Aufgaben sind besonders wichtig?
  • Welche Aufgaben brauchen dringend eine Lösung?
  • Welche Aufgaben brauchen Ihre persönliche Aufmerksamkeit?
  • Welche Aufgaben lassen sich weiterdelegieren oder sogar von der To-Do-Liste streichen?

Auch das Pareto Prinzip – bekannt als die 80/20-Regel – kann Ihnen dabei helfen, die richtigen Prioritäten im (Berufs-)Alltag zu setzen.

  1. Gönnen Sie sich ausreichend Pausen

Der Tag hat nun mal genau 24 Stunden und es ist nicht förderlich, wenn Sie versuchen, mehr Zeit für die Erledigung Ihrer Aufgaben zu erreichen, indem Sie an Erholung sparen. Sie brauchen auch tagsüber ausreichend Pausen, um wieder mit voller Kraft weitermachen zu können. Gehen Sie eine Runde im Park spazieren, gönnen Sie sich einen ruhigen Kaffee am Nachmittag oder legen Sie sich 10 Minuten auf die Couch und schließen Sie Ihre Augen.

Auch während der Mahlzeiten, sollten Sie sich nur auf das Essen konzentrieren und nicht nebenbei noch arbeiten.

Körper und Geist brauchen einfach die nötige Portion Ruhe und Erholung, um im Alltag fit und aktiv sein und bleiben zu können.

  1. Nehmen Sie Hilfe an!

Jeder von uns freut sich, wenn er für erledigte Aufgaben oder Projekte Lob und Anerkennung vom Chef oder den Mitmenschen bekommt. Doch achten Sie bitte unbedingt darauf, sich selbst nicht zu viel zuzumuten!

Sie müssen nicht alle Herausforderungen, die an Sie herangetragen werden, alleine lösen! Teilen Sie sich Ihrem Umfeld mit, bitten Sie um Hilfe und nehmen Sie auch Unterstützung von außen an!

Das ist keine Schwäche, sondern im Gegenteil: Auf diese Weise zeigen Sie Stärke! Auch die besten Bergsteiger haben die höchsten Berge nicht alleine bestiegen!

Prävention: Überforderung langfristig erfolgreich vermeiden

Vorsorge ist besser als Nachsorge und das gilt auch in puncto Überforderung am Arbeitsplatz! Damit es gar nicht erst zu chronischer Überforderung, anhaltenden Stressbelastungen und Angst vor der Arbeit kommt, sollten Sie vorsorgen!        

Ebenso wichtig ist es, Warnsignale für eine Überlastung rechtzeitig wahrzunehmen und vor allem auch ernst zu nehmen. Ziehen Sie rechtzeitig die Reißleine und lenken Sie gegen, denn nur auf diese Weise können Sie schlimmere Konsequenzen für Ihre Gesundheit vermeiden.
Folgende Tipps können im Berufsalltag effektiv weiterhelfen:

Nehmen Sie Überforderungsanzeichen ernst!

Um eine Überlastung zu beheben, müssen Sie diese zunächst einmal erkennen und sich selbst eingestehen. Wenn Sie spüren, dass Ihnen alles über den Kopf wächst, Sie unter Konzentrationsproblemen, Magenbeschwerden, Schlafstörungen, Reizbarkeit und einem schlechteren Hautbild leiden, sollten Sie gezielte Maßnahmen ergreifen.

Ermitteln Sie die Ursachen der Überforderung und versuchen Sie, gezielt zu handeln.

Reduzieren Sie Ihr Aufgabenspektrum

Nehmen Sie nicht zu viele Aufgaben und Herausforderungen an! Überlegen Sie, was Sie an andere Kollegen abgeben können? Was muss nicht unbedingt von Ihnen erledigt werden? Welchen Aufgaben widmen Sie unter Umständen mehr Aufmerksamkeit und Zeit als diese im Grunde erfordern? Welche Aufgaben können Sie ruhigen Gewissens streichen?

Tauschen Sie sich auch gerne darüber mit Ihrem Vorgesetzten aus und suchen Sie nach einer gemeinsamen Lösung! Wenn Sie Ihre Situation schildern und die damit verbundenen Schwierigkeiten konkret benennen, lassen sich gemeinsam konstruktive und sehr gute Lösungen finden. So werden Aufgaben nicht nur besser bewältigt, sondern auch mit wesentlich mehr Elan und Freude.

Reflektieren Sie immer wieder Ihre eigene Situation!

Versuchen Sie, von Zeit zu Zeit Ihre Situation zu analysieren: Liegt die Belastung am Arbeitsplatz tatsächlich an zu vielen Aufgaben? Oder ist es vielleicht sogar der Job, dem Sie nicht mehr mit ausreichend Begeisterung nachgehen können? In einem solchen Fall sollten Sie sich fragen, ob es nicht zielführend ist, den Job zu wechseln und sich neu zu orientieren. Ein Arbeitsplatzwechsel kann die Problematik oftmals lösen.

Setzen Sie Ihre Gesundheit an oberster Stelle

Achten Sie immer darauf, dass Ihre Gesundheit nicht unter dem beruflichen Stress leidet. Gönnen Sie sich ausreichend Entspannung im Alltag: Setzen Sie auf Achtsamkeitsübungen und Meditation, denn das hilft Ihnen dabei, gelassener zu leben.

Auch eine ausgewogene, vielseitige und vollwertige Ernährung sowie ausreichend Sport sind sehr wichtig für die Gesundheit. Schaffen Sie einen Ausgleich, um Stress abzubauen und Ihre Gesundheit gezielt zu fördern.

Nehmen Sie Präventionsangebote in Anspruch

In vielen Berufen und Branchen ist Überforderung vorprogrammiert, doch viele Unternehmen bieten auch gezielt Präventionsangebote für die Mitarbeiter an. Auch Krankenkassen haben hierzu tolle Angebote: So können Sie einen Rückenkurs oder einen Yoga-Kurs beginnen.

Fazit: Durch eine ideale Work-Life-Balance Überforderung vermeiden

Eine ausgewogene Work-Life-Balance kann effektiv eine Überforderung vermeiden. Chronische Belastungen zu überwinden kann sehr an den eigenen Kräften zehren, doch es ist sehr wichtig, Schritt für Schritt die eigenen Probleme anzugehen. Blicken Sie nach oben, schauen Sie zuversichtlich in die Zukunft und beugen Sie Überforderung effektiv vor.

Eine gute physische und geistige Gesundheit ist die Grundlage für ausgezeichnete Leistungen im Job und mehr Zufriedenheit im Alltag.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.