Bewerbung nach der Ausbildung

Die Bewerbung nach der Ausbildung gilt als sehr entscheidender Meilenstein im Berufsleben. Die jungen Menschen möchten Fuß fassen und Geld verdienen, ebenso dringend möchten sie ihre erlernten Kenntnisse im Arbeitsleben anwenden. Das wurde schon im praktischen Teil der Ausbildung trainiert, nun soll es den Lebensunterhalt sichern. Der Übergang von der Ausbildung in die Berufspraxis sollte möglichst nahtlos erfolgen. Das gelingt mit einer exakten, den Standards entsprechenden Bewerbung.

Bewerbung nach der Ausbildung: Welcher Betrieb ist zu empfehlen?

Es gibt prinzipiell die beiden Möglichkeiten der Übernahme durch den Ausbildungsbetrieb und der Bewerbung in einem anderen Unternehmen. Beides hat seine Vor- und Nachteile:

Bewerbung im Ausbildungsbetrieb Vorteile:

  • positives Verhältnis zum Arbeitgeber durch den Ausbildungsprozess
  • häufig kurzer Arbeitsweg bei einer Ausbildung am Heimatort
  • gute Kenntnis der betrieblichen Verhältnisse

Bewerbung im Ausbildungsbetrieb Nachteile:

  • kein Sammeln von übergreifenden Berufserfahrungen
  • möglicherweise Beschränkung auf eine bestimmte Position mit einer Gehaltsgrenze

Bewerbung in einem anderen Betrieb Vorteile:

  • neue berufliche Erfahrungen
  • vielleicht bessere Karrierechancen

Bewerbung in einem anderen Betrieb Nachteile:

  • noch kein Vertrauensverhältnis zum Arbeitgeber
  • vielleicht weiterer Arbeitsweg

Wer in seinem Ausbildungsbetrieb nah am Heimatort gute Erfahrungen gemacht hat und sich dort außerdem Entwicklungsmöglichkeiten vorstellen kann, sollte sich dort auf jeden Fall bewerben. Weitere Bewerbungen können aus Gründen des Vergleichs immer parallel verschickt werden. Ein großer Vorteil der Bewerbung im Ausbildungsbetrieb ist das entstandene Vertrauensverhältnis zu den Kollegen (wenn sich dieses entwickelt hat). Die Kollegen signalisieren oft, dass der Azubi bei einer Bewerbung sehr gute Aussichten hat, übernommen zu werden. Wenn das geschieht, freut sich der Kandidat über einen lückenlosen Einstieg ins Berufsleben, der nicht nur in der momentanen Lebenssituation eine sichere berufliche und finanzielle Grundlage schafft, sondern auch für alle Zeiten ein positives Bild im Lebenslauf hinterlässt.

Wann soll die Bewerbung nach der Ausbildung verschickt werden?

Sie soll auf jeden Fall vor dem Ende der Ausbildung verschickt oder abgegeben werden, um den Übergang ins Berufsleben wirklich lückenlos zu gestalten. Ein passender Zeitpunkt ist der dritte Monat vor dem Ausbildungsende. Die Bewerber sollten die betreffenden Bewerbungsunterlagen sogar etwas eher vorbereiten, denn am Ende der Ausbildung gibt es sehr viele Prüfungen und damit erheblichen Zeitdruck. Es fehlt allerdings in der Bewerbung dann das Abschlusszeugnis. Es wird obligatorisch nachgereicht. In die Bewerbung gehören:

  • Anschreiben
  • lückenloser Lebenslauf mit allen eigenen Stärken
  • professionelle Bewerbungsfotos
  • weitere Zeugnisse (außer dem Abschlusszeugnis)
  • Arbeitsproben

Im dritten Monat vor dem Ausbildungsende ist es legitim, im Ausbildungsbetrieb nachzufragen, wie hoch die Chancen auf eine Übernahme bestehen. Es gibt vonseiten der Arbeitgeber unterschiedliche Aussagen von “auf jeden Fall” über “bewirb’ dich doch einfach” bis hin zu “wir stellen wohl gerade nicht ein”. Letztere Aussage ist ein Signal, dass der Betrieb mit dem Azubi wahrscheinlich nicht sonderlich zufrieden war. Vielleicht stellt er auch wirklich gerade nicht ein. Dann ist es wichtig, recht viele Bewerbungen an andere Unternehmen der Branche zu schicken.

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.

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