Arbeitsfrust ade: Job Crafting als Lösung

Arbeitsfrust ade: Job Crafting als Lösung

Berufsleben | 24.05.2024

Job Crafting - Der Weg zu mehr Erfüllung und Motivation im Job. Lernen Sie, wie Sie Ihre Arbeit durch kleine Anpassungen sinnstiftender gestalten. So steigern Sie Arbeitszufriedenheit und Leistung.

Kennen Sie das Gefühl, dass Ihnen Ihre Arbeit zuweilen sinnlos oder frustrierend vorkommt? Dass Sie das Gefühl haben, Ihre Fähigkeiten werden nicht voll ausgeschöpft oder Sie langweilen sich? Vielleicht kommen Ihnen auch Stress und hoher Leistungsdruck entgegen, sodass Sie innerlich immer mehr auf Distanz zu Ihrer Tätigkeit gehen? 

Viele Beschäftigte - ob in Büros, der Produktion oder im Dienstleistungsbereich - empfinden im Laufe der Zeit eine Diskrepanz zwischen den ursprünglichen Erwartungen an ihren Job und der Realität. Die anfängliche Zufriedenheit weicht Frustration. 

Doch es gibt Wege, dem entgegenzuwirken: Mithilfe von "Job Crafting" können Sie Ihre Arbeit wieder sinnstiftender und motivierender gestalten. Erfahren Sie in diesem Artikel, wie diese Methode funktioniert und mithilfe kleiner Veränderungen Ihren Arbeitsalltag verbessern kann. 

Was ist Job Crafting?

Job Crafting beschreibt, wie Beschäftigte ihre Aufgaben und Tätigkeiten eigenständig so umgestalten, dass diese besser zu ihnen passen. Im Kern geht es darum, die Arbeitsumgebung und das Aufgabenfeld aktiv an die eigenen Bedürfnisse, Fähigkeiten und Motivationen anzupassen. 

Job Crafter gestalten ihre Arbeit um, anstatt sich mit Unzufriedenheit und Frustration abzufinden. Sie nehmen ihr Arbeitsumfeld selbst in die Hand, anstatt die Verantwortung dafür anderen zuzuschieben. 

Dieses Konzept wurde erstmals von den US-amerikanischen Arbeitspsychologen Amy Wrzesniewski und Jane E. Dutton näher beschrieben. Ihre Studien zeigen: Jeder von uns kann seine Arbeit als sinnstiftender empfinden, wenn er sie aktiv nach den eigenen Vorstellungen formt. 

Ziele von Job Crafting 

Warum lohnt es sich, die eigene Arbeit umzugestalten? Job Crafting verfolgt verschiedene Ziele: 

  • Die Arbeit besser an die eigenen Fähigkeiten, Motivationen und Werte anpassen. Dies steigert die berufliche Zufriedenheit.
  • Monotone oder unbefriedigende Aufgaben reduzieren, neue sinnvolle Herausforderungen schaffen. So bleibt die Arbeit abwechslungsreich.
  • Bessere Passung zwischen Job und Person schaffen, das eigene Potenzial besser nutzen.
  • Mehr Kontrolle und Selbstwirksamkeit bei der Arbeit erlangen.
  • Stressoren und Erschöpfung am Arbeitsplatz verringern.
  • Die Arbeitsleistung und Produktivität steigern.

Job Crafting zielt darauf ab, die Arbeit an die eigenen Vorstellungen anzupassen, anstatt sich selbst als Person verbiegen zu müssen. So kann Job Crafting auch Burnout vorbeugen und die innere Kündigung verhindern. Die eigene Tätigkeit wird wieder sinnhafter. 

Warum ist Job Crafting so wichtig? 

Unsere Arbeitswelt und die Anforderungen an Jobs verändern sich ständig. Lebenslange Tätigkeiten bei einem Arbeitgeber werden seltener. Gleichzeitig wächst der Wunsch nach sinnstiftender Arbeit und einer besseren Work-Life-Balance. 

Job Crafting ermöglicht es jedem Einzelnen, die Arbeit an diese veränderten Bedingungen anzupassen. Die Vorteile: 

  • Mehr Motivation und berufliche Zufriedenheit
  • Bessere Passung zwischen Person und Arbeit
  • Weniger Stress und Burnout-Risiko

Kurzum: Job Crafting ist wichtig, um die eigene Arbeit sinnvoller zu machen und motiviert zu bleiben. Eigeninitiative zu ergreifen, hilft gegen Resignation. 

Wie wenden Sie Job Crafting praktisch an?

 Nun wissen Sie: Job Crafting lohnt sich! Doch wie gelingt die Umsetzung konkret? 

Laut den Arbeitspsychologen Amy Wrzesniewski und Jane E. Dutton gibt es vier Hebel, an denen Sie ansetzen können: 

  1. Aufgaben hinzufügen
  2. Aufgaben anpassen
  3. Aufgaben reduzieren
  4. Beziehungen verbessern

Beginnen Sie am besten damit, Ihre Arbeit einmal aus dieser Perspektive zu reflektieren: 

  • Welche Ihrer Aufgaben oder Abläufe im Job machen Ihnen Freude und Flow, welche frustrieren Sie?
  • Welche Ihrer Fähigkeiten kommen zu kurz, welche Talente könnten Sie mehr einbringen?
  • Mit welchen Kollegen arbeiten Sie gerne, wer zieht Sie runter?

Anhand dieser Reflexion können Sie gezielt Schritte einleiten, um die positiven Aspekte zu stärken und die negativen zu reduzieren. 

Beispiele für Job Crafting 

  • Eine Verkäuferin gestaltet die Ladenpräsentation von Waren selbst kreativ mit.
  • Ein Entwicklungsingenieur organisiert regelmäßigen fachlichen Austausch mit Kollegen anderer Abteilungen.
  • Eine Bilanzbuchhalterin automatisiert zeitraubende Routineaufgaben mithilfe selbst entwickelter Excel-Tools.
  • Ein Lagerist vereinbart mit Kollegen, dass diese ihm künftig Kundenkontakt abnehmen, da ihm dies weniger liegt.
  • Ein Sachbearbeiter übernimmt zusätzlich die Einarbeitung neuer Kollegen..

Diese Beispiele zeigen: Oft reichen kleine Schritte, um die gewünschte Veränderung zu erreichen. Seien Sie initiativ und bringen Sie eigene Ideen ein. Viele Führungskräfte fördern engagierte Mitarbeiter. 

Achten Sie aber auf realistische Erwartungen und stimmen Sie Änderungen mit Vorgesetzten ab. Nicht jeder Wunsch ist erfüllbar. Doch oft lässt sich mit Job Crafting die Lösung bei Unzufriedenheit im Job finden.

Grenzen des Job crafting beachten

Job Crafting bietet viele Chancen, aber auch Grenzen. Folgendes sollten Sie beachten: 

  • Job Crafting ersetzt keine grundlegenden Veränderungen wie Stellenwechsel oder Umschulung. Es optimiert bestehende Aufgaben.
  • Radikale Umgestaltungen sind oft nicht möglich. Job Crafting bedeutet, im Rahmen der Stelle sinnvolle Anpassungen vorzunehmen.
  • Stimmen Sie Änderungen mit Vorgesetzten ab. Manche Anpassungen erfordern deren Zustimmung.
  • Verlieren Sie die Ziele und Bedürfnisse des Unternehmens nicht aus dem Blick. Job crafting sollte im Einklang mit diesen stehen.
  • Nicht alle Wünsche sind erfüllbar. Job Crafting heißt, das Beste aus den realen Möglichkeiten zu machen.

Checkliste: So wenden Sie Job Crafting in der Praxis an

  • Analysieren Sie Ihre derzeitige Arbeitssituation: Was erfüllt Sie, was frustriert Sie? Wo liegen Ihre Stärken und Motivationen?
  • Reflektieren Sie, welche Veränderungen Sie sich wünschen: Mehr Abwechslung? Neue Herausforderungen? Weniger Routine?
  • Überlegen Sie konkrete Maßnahmen: Welche Aufgaben könnten Sie anpassen, hinzufügen oder streichen?
  • Besprechen Sie Ihre Ideen und Wünsche mit Kollegen und Vorgesetzten. Holen Sie sich Feedback.
  • Starten Sie mit kleinen Änderungen, keine radikale Umgestaltung.
  • Beobachten Sie, ob die Maßnahmen die gewünschte Wirkung zeigen. Passen Sie gegebenenfalls an.
  • Bleiben Sie geduldig, manche Anpassungen brauchen Zeit.
  • Achten Sie darauf, dass Job Crafting nicht auf Kosten der Work-Life-Balance geht.
  • Denken Sie daran: Nicht alle Wünsche sind immer erfüllbar. Akzeptieren Sie Kompromisse.
  • Seien Sie kreativ und bringen Sie Ihre Persönlichkeit ein. Job Crafting ist individuell.
  • Haben Sie Spaß am aktiven Gestalten Ihrer Arbeit!

Fazit: Mehr Sinn und Motivation durch Job Crafting 

Job Crafting ist eine effektive Möglichkeit, die eigene Arbeit erfüllender zu gestalten. Indem Sie Ihre Aufgaben an Ihre Fähigkeiten und Motivationen anpassen, schaffen Sie eine bessere Passung zwischen Ihnen und Ihrer Tätigkeit. 

So bleiben Sie motiviert und leistungsfähig, anstatt innerlich zu resignieren. Job Crafting bedeutet, selbst initiativ zu werden und Ihre Arbeitsumgebung mitzugestalten. Probieren Sie es aus! Auch kleine Veränderungsschritte können viel bewirken. 

Ihre Arbeit nimmt einen Großteil Ihrer Lebenszeit ein. Gestalten Sie sie so, dass Sie Erfüllung und Sinn darin finden. Mithilfe von Job Crafting haben Sie die Möglichkeit dazu. Packen Sie es an!  Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei, Ihre Arbeit erfüllender zu machen.

Sollte sich trotz Job Crafting keine zufriedenstellende Lösung finden, gibt es weitere Optionen: Auf Stellenmarkt.de finden Sie eine große Auswahl aktueller Stellenangebote für alle Branchen und Berufe. 

Erstellen Sie sich ein persönliches Jobprofil und passende Jobs werden Ihnen per E-Mail zugesandt. Oder veröffentlichen Sie kostenlos und anonym ein Stellengesuch, um von interessierten Arbeitgebern kontaktiert zu werden.

Nutzen Sie die Chancen auf dem Arbeitsmarkt und finden Sie einen Job, der optimal zu Ihnen passt!

Dr. Hans-Peter Luippold

Autor: Dr. Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und LinkedIn.

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