Personal Branding: Warum Selbstvermarktung so wichtig ist

Personal Branding: Warum Selbstvermarktung so wichtig ist

Wenn Sie nicht für sich selbst werben, wer tut es dann? Auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt von heute ist es wichtiger denn je, ein starkes Personal Branding zu entwickeln und zu pflegen. Indem Sie sich strategisch vermarkten, können Sie sich von den Mitbewerbern abheben und Ihre Chancen auf Ihren Traumjob erhöhen. Hier finden Sie wertvolle Tipps, wie Sie ein Personal Branding aufbauen, mit der Sie sich von der Masse abheben.

Personal Branding: Die Marke “Ich“

Das Entwickeln der Marke “Ich” wird Personal Branding, oder auch Me-Branding genannt. Der Begriff beinhaltet zwei Komponenten: die Entwicklung des eigenen, starken Ichs, von dem der Altgrieche Pindar vermutete, dass es von vornherein in uns angelegt ist, und natürlich die Präsentation dieses Ichs. Beide Seiten der Medaille sind essenziell für eine gute Positionierung der eigenen Marke auf dem Arbeitsmarkt.

Der zweite Aspekt - die Selbstpräsentation - rückt in Zeiten von Social Media stark in den Vordergrund, ist aber keine sinnvolle Selbstvermarktung, wenn der erste Teil nicht stimmt. Im Gegenteil: Durch unpassende Fotos von sich selbst in sozialen Netzwerken beschädigen manche Menschen ihre Eigenmarke.

Wer aber in dieser Hinsicht nichts verkehrt macht, seine Persönlichkeit umfassend und angemessen entwickelt und nicht jeden Partyausrutscher auf Social Media postet, muss beim Selbstmarketing nur noch darauf achten, seine besten persönlichen Eigenschaften angemessen in den Vordergrund zu stellen. Hierbei ist Fingerspitzengefühl gefragt. Wenn es darum geht, was potenzielle Arbeitgeber für ein Bild von uns im Netz erhalten, dürfen wir durchaus unsere privaten Seiten auf Facebook, Instagram oder weiteren Kanälen posten.

Wir haben ein Privatleben und können es zeigen, denn auch die Privatsphäre gehört zur Marke “Ich”. Nur müssen es nicht Fotos sein, die uns mit der Bierflasche in der Hand an öffentlichen Plätzen zeigen. Das Foto vom Segeltörn hingegen in legerer Kleidung ist vollkommen in Ordnung. Der Sportsfreund kommt sympathisch rüber.

Aufbau eines Personal Brandings: nur für Selbständige?

Bewerber können heute grundsätzlich davon ausgehen, dass sie ein Personalchef googelt, sobald er ihre Bewerbung erhalten hat. Dabei möchte er auch etwas finden. Es können die besagten privaten Einträge in sozialen Netzwerken sein, doch noch vorteilhafter für die Selbstvermarktung bei der Bewerbung wären natürlich Einträge zum Studium und Ihrer beruflichen Laufbahn, und das am besten auf LinkedIn oder Xing. Zu diesen Einträgen sollte dann die konkrete Bewerbung beim Unternehmen passen. Dem Personaler sollte sich ein einheitliches, stimmiges Bild präsentieren.

Personal Branding ist daher nicht bloß etwas für Selbständige, sondern durchaus auch ein höchst relevantes Tool für Arbeitnehmer, um gegenüber potenziellen Arbeitgebern ein gutes Image aufzubauen und besondere Kompetenzen und Erfolge zu präsentieren.

Komponenten der Selbstvermarktung

Ihre Personenmarke ist weit mehr als Ihre fachlichen Fähigkeiten. Eine wichtige Rolle spielen auch

  • ein gutes Storytelling
  • gute Referenzen
  • die überzeugende Vermittlung der persönlichen und beruflichen Werte, die für Sie von Bedeutung sind und
  • eine gute Sichtbarkeit

Ein Unternehmen sucht nämlich nicht nach Menschen, sondern nach Persönlichkeiten!
Das Gute ist, dass Sie großen Einfluss darauf haben, wie Sie wahrgenommen werden, das Sie Ihren Auftritt auf Social Media und Co. selbst gestalten können!

Personal Branding im Bewerbungsprozess

Im Laufe des Bewerbungsprozesses wird der Personaler seine (favorisierten) Bewerber genauer unter die Lupe nehmen wollen. Hierzu gehört auch eine Recherche im World Wide Web. Wichtig ist hier, dass die Informationen, die dem Personaler durch Ihre Bewerbungsunterlagen über Sie gewonnen hat, sich mit den Informationen decken, die er über Sie ergooglen können wird.

Das Selbstmarketing beinhaltet die Kenntnis der eigenen Marke, die einen Kern haben muss. Das bedeutet: Auf Xing verweisen Sie auf die Kontinuität Ihrer fachlichen Entwicklung, in Ihrer Bewerbung tauchen exakt die genannten Punkte ebenfalls auf.

Ein Ingenieur könnte überall, wo er seine Expertise herzeigt, einen bestimmten Fachbereich besonders in den Vordergrund rücken. Das wirkt authentisch und damit glaubwürdig, so entstehen auch Marken. Diese fokussieren immer auf ihren Kern. Das Produkt kann besonders hochwertig, aber nicht billig sein und damit in den Premiumsektor gehören, es kann auch ganz besonders preisgünstig sein (Aldi).

Der Kern einer Marke muss im allgemeinen Verständnis positiv besetzt sein. Für das Personal Branding würde das bedeuten, dass Sie beispielsweise ein ausgewiesener Experte mit garantiertem Mehrwert für jeden Arbeitgeber sind, der jedoch keine Stelle unter … € Jahresgehalt antritt (Premiumsektor), oder dass Sie ein bescheidener, flexibler und höchst anpassungsfähiger Arbeitnehmer zu günstigen Konditionen sind - auch das ist sehr gefragt.

Rechnen Sie mit Rückfragen

Auch, wenn Sie viele der relevanten Informationen, die im Netz über Sie kursieren, beeinflussen können, so kann es sein, dass Ihnen die ein oder andere Information nicht mehr präsent ist. Es könnte jedoch vorkommen, dass ein Personaler genau diese Information entdeckt und Sie im Bewerbungsprozess darauf anspricht.
Durchforsten Sie daher mit größter Aufmerksamkeit vor dem Bewerbungsgespräch alle Verbindungen, die im Netz zu Ihnen zu finden sind, um von solchen Fragen nicht überrascht zu werden und sich zu den Informationen positionieren zu können.

Fazit: Mit Personal Branding wichtige Botschaften senden

Personal Branding wird im digitalen Zeitalter immer bedeutsamer. Wie Sie und Ihre Personenmarke sich präsentieren und wahrgenommen werden, kann auch im Bewerbungsprozess entscheidend sein.
Investieren Sie daher Zeit in den Aufbau und den Erhalt Ihrer Personal Brand. Kommunizieren Sie Ihre Erfolge, Werte, Fähigkeiten und Kompetenzen sichtbar nach außen. Wenn die Botschaften über sich selbst, die Sie in der Bewerbung an das Unternehmen übermitteln, mit diesem Bild übereinstimmen, wirken Sie nicht wie bloße Lippenbekenntnisse, die Sie sich für die jeweilige Stelle zusammengeschustert haben, sondern ergeben ein stringentes Storytelling.

Ein authentisches Auftreten ist hier das A und O. Zwingen Sie sich bei Ihrer Selbstvermarktung in keine Rolle hinein. Seien Sie das, was Sie wirklich sind. Haben Sie keine Angst davor, auch private Seiten auf den sozialen Netzwerken von sich zu präsentieren, das macht Sie menschlich und nahbar. Achten Sie dabei jedoch auf eine ausschließlich positive Repräsentation und sortieren Sie das aus, was zu persönlich sein oder Sie von einer schlechten Seite zeigen könnte.

Gute Marken setzen sich immer durch. Aldi ist unglaublich erfolgreich, doch der deutsche Hausgerätehersteller Miele ist als absolute Premiummarke auch sehr erfolgreich, er verkauft europaweit in manchen Sektoren am meisten trotz der hohen Preise. Ihre Marke "Ich" gewinnt, wenn sie stark ist und wie aus einem Guss erscheint.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.