Anlagen Bewerbung: Was gehört hinein?

Anlagen Bewerbung: Was gehört hinein?

Eine professionell gestaltete Bewerbung ist für jeden Job-Kandidaten von großer Bedeutung. Neben Anschreiben und Lebenslauf gehören in jede Bewerbung auch eine Sammlung von Dokumenten, die zum Beleg der angegebenen Qualifikationen dienen, die Anlagen der Bewerbung. In diesem Artikel werden wir uns mit der Zusammenstellung und Anordnung der Bewerbungsanlagen befassen. Wir werden auch auf mögliche Probleme und Fallstricke bei der Erstellung von elektronischen Bewerbungen hinweisen und Tipps geben, wie man eine Einheitlichkeit der Anlagen erreichen kann.

Die Anlagen in der Bewerbung: Das wichtigste auf einen Blick

  • Bewerbungsanlagen sind Dokumente, die zusammen mit der Bewerbung eingereicht werden und die Qualifikationen des Bewerbers belegen
  • Die Reihenfolge der Anlagen für die Bewerbung gibt es keine Vorgaben, aber es ist hilfreich, sie systematisch anzuordnen, um Übersichtlichkeit zu schaffen
  • Reguläre Anlagen einer Bewerbung sind Lebenslauf, Empfehlungen und Referenzen und Zeugnisse (Arbeitszeugnisse), wobei die Anzahl der Zeugnisse auf maximal vier beschränkt ist
  • Eine Einheitlichkeit der Anlagen kann durch die Auswahl eines bestimmten Formats erreicht werden
  • Bei einer E-Mail-Bewerbung oder Online-Bewerbung werden die Dokumente als Anhang übertragen und als komprimierte Datei gesendet (idealerweise im PDF-Format)
  • Die Reihenfolge der Bewerbung bleibt bei einer digitalen Bewerbung gleich: Anschreiben, Deckblatt, Lebenslauf, Anlagen

Was versteht man unter Bewerbungsanlagen?

Bewerbungsunterlagen sind Anhänge, die der Bewerbung beigegfügt werden. Es sind alle erforderlichen Dokumente, die als Beleg für die Qualifikationen des Bewerbers dienen können.

Das gehört in eine Bewerbung

Üblicherweise besteht die Bewerbung aus folgenden Bestandteilen: 

  • Anschreiben
  • Deckblatt
  • Lebenslauf
  • Zeugnisse (Schulzeugnisse, Arbeitszeugnisse)
  • Empfehlungen & Referenzen
  • Unterlagen aus dem beruflichen Kontext (Weiterbildungen und Zertifikate)

Das Anschreiben liegt auf der Mappe. Auf dem Deckblatt stehen alle Angaben zum Bewerber. Die Überschrift lautet 'Bewerbungsschreiben' oder 'Meine Bewerbung'.

Im Anschreiben richtet sich der Bewerber an den Personaler oder den Vorgesetzten. Er nennt seine Gründe, weshalb er sich für die ausgeschriebene Stelle interessiert. Anbei findet der Adressat Hinweise zu den aktuellsten Angaben. Sie stehen im Anlagenvereichnis.

Der Lebenslauf ist eine Auflistung aller relevanten Stationen des beruflichen Werdegangs. Lebensläufe können tabellarisch oder als Fließtext verfasst werden. Zu den relevanten Angaben gehören der Schulabschluss, Ausbildungsabschluss und/oder Hochschulabschluss, Weiterbildungen und Praktika.

Die Anlagen

Es folgen die Anlagen zur Bewerbung. Als Belege für die Angaben in Anschreiben und Lebenslauf werden Kopien von Abiturzeugnissen, Universitätsabschlüssen oder Urkunden beigefügt. Sie belegen die erfolgreiche Absolvierung und bestätigen die Authentizität des Lebenslaufs.

Für deren Reihenfolge in der Bewerbung gibt es keine Vorgaben. Die Dokumente können nach dem oben genannten Muster in den Bewerbungsunterlagen erscheinen, dies ist aber kein Muss. Eine systematische Anordnung sorgt jedoch für Übersichtlichkeit. Dem Personaler fällt es leichter, den Inhalt einer strukturierten Bewerbung nachzuvollziehen. Mit einer geordneten Mappe demonstriert der Stellensuchende seine sorgfältige Arbeitsweise.

Referenzen oder Empfehlungsschreiben sind optionale Anlagen. Sie verweisen auf die beruflichen Qualifikationen des Kandidaten. Diese Dokumente sind nicht in jeder Bewerbung zu finden. Die Häufigkeit nimmt jedoch zu: Inzwischen nennen viele Bewerber Referenzpersonen, deren Kontaktdaten in den Unterlagen angegeben werden.

Zertifikate werden im Rahmen von berufsbezogenen Seminaren ausgestellt. In den Bewerbungsunterlagen stehen sie an letzter Stelle.

Wann braucht meine Bewerbung keine Anlagen?

Für Initiativbewerbungen oder informelle Bewerbungen sind keine Anlagen erforderlich. Das Anschreiben und der Lebenslauf reichen aus. Der Bewerber muss seinen Lebenslauf auf den aktuellsten Stand bringen.

Jobsuchende können sich mit dem neuen Arbeitgeber kurzschließen, welche Anlagen benötigt werden. In der Regel stehen die wichtigsten Informationen zu den Unterlagen in der Stellenausschreibung. Die persönliche Kontaktaufnahme ist dennoch ratsam, um auf der sicheren Seite zu sein.

Der Kandidat kann für sich eine eigene Bewerbungsmappe mit allen Anlagen zusammenstellen, die dem Personaler vorliegen. Die Mappe nimmt er zum Bewerbungsgespräch mit. So ist er auf eventuelle Rückfragen eingestellt.

Welche Anlagen sind in der Regel überflüssig? Und wann sollte ich sie doch anfügen?

In der Arbeitswelt geht die Tendenz in Richtung kurze, aber präzise dokumentierte Bewerbungsschreiben. Bei der Bewerbung muss man als Jobsuchender selektieren. Die gezielte Auswahl betrifft die Anlagen, welche der Bewerbung beigegfügt werden.

Die folgenden Dokumente sind keine regulären Anlagen:

  • Zertifikate und Bescheinigungen
  • Veröffentlichungen
  • Arbeitsproben
  • Branchenspezifische Anlagen

Der Bewerber sollte sich fragen, welche Unterlagen relevante Informationen beinhalten. Ein Zeugnis ist in den Anlagen jedes Bewerbungsschreibens zu finden. Das Schulzeugnis aus der dritten Klasse hat für den Personaler jedoch keinen Aussagewert. Zeugnisse wie das aktuelle Arbeitszeugnis muss man der Bewerbung beifügen. Solche Dokumente haben eine größere Aussagekraft.

Arbeitszeugnisse von einer kurzen Tätigkeit müssen nicht verwendet werden. Ein Zeugnis von einem zweiwöchigen Praktikum würde in den Unterlagen Platz für wichtige Anlagen wegnehmen. Die aktuellsten Dokumente wie ein Arbeitszeugnis vom letzten Arbeitgeber gehören in die Bewerbungsmappe hinein.
Bei den Arbeitszeugnissen darf nicht selektiert werden. Auch die weniger guten Beurteilungen sind notwendige Unterlagen. Der Stellensuchende kann sie mit einem überzeugenden Lebenslauf oder Zertifikaten wieder wettmachen. Insgesamt sollten aber nicht mehr als vier Arbeitszeugnisse angehängt werden. Wählen Sie also nach Relevanz, Kontinuität und Aktualität.

Arbeitsproben kommen als Anlagen für die Bewerbung seltener vor und zählen nicht zu den regulären Dokumenten. Wenn sie für die angestrebte Tätigkeit von Bedeutung sein könnten, darf man sie zu den Nachweisen hinzufügen. Ein Grafiker kann eine Kopie eines eigenständig entworfenen Werks als Beleg seiner Fähigkeiten verwenden.

Angaben zu ehrenamtlichen Tätigkeiten eignen sich bei der Bewerbung für einen sozialen oder karitativen Job. Bei solchen Vermerken besteht ein Bezug zum angestrebten Beruf. Sie bestätigen die Erfahrung und die Kompetenzen auf dem jeweiligen Gebiet.

In manchen Branchen werden in der Bewerbung spezielle Nachweise wie Zertifikate verlangt. Berufsanfänger können ihre fehlende Berufserfahrung freiwillig mit Zertifikaten ausgleichen. Bei diesen Nachweisen sollte jedoch ein thematischer Bezug zum Wunschberuf erkennbar sein.

Die gesamte Anzahl sollte die Grenze von 20 Dokumenten nicht überschreiten.

In welcher Reihenfolge füge ich die Anlagen in der Bewerbung an?

Genau wie im Lebenslauf sind die Anlagen antichronologisch anzuordnen: Die ältesten Anlagen wie Schulzeugnisse stehen an letzter Stelle. Der erste Blick des Personalers fällt auf aktuelle Arbeitszeugnisse. Sie liegen oben auf dem Anlagenstapel. 

Anlagenverzeichnis im Anschreiben: so geht es

Wenn Sie Ihrer Bewerbung Anlagen beifügen, ist es unerlässlich, diese in einem Anlagenverzeichnis am Ende des Anschreibens aufzuzählen. Der Anlagenvermerk wird gemäß der DIN-Norn 5008 in das Anschreiben integriert.  Er dient als Übersicht und Orientierungshilfe für den Empfänger und hilft ihm, sich einen Überblick über Ihre Unterlagen zu verschaffen. 

  • Erstellen Sie eine Liste der Anlagen in der Reihenfolge, in der sie beigefügt werden.
  • Fügen Sie das Anlagenverzeichnis am Ende Ihres Bewerbungsschreibens nach dem Fließtext, der Unterschrift und dem gegebenenfalls eingefügten PS ein. Platzieren Sie es unter dem Wort "Anlagen", das in Großbuchstaben geschrieben wird.

  • Geben Sie in dem Verzeichnis alle Anlagen auf, die Sie beigefügt haben, inklusive der Anzahl der Seiten. Sie können beispielsweise schreiben: "Anlage 1: Zeugnis der Mittleren Reife, 2 Seiten" oder "Anlage 2: Zertifikat der Weiterbildung 'Projektmanagement', 1 Seite".

  • Vergessen Sie nicht, das Anlagenverzeichnis auf die tatsächlich beigefügten Anlagen abzustimmen.

Das Anschreiben kann aber auch lediglich an der benannten Stelle mit einerm Anlagenvermerk versehen werden; das Anlagenverzeichnis kann dann auf einer zusätzlichen Seite als Tabelle mit Unterpunkten angegeben werden. Die einzelnen Zeugnisse und Nachweise werden in der Auflistung nummeriert.

Wie kann ich eine Einheitlichkeit meiner Anlagen erreichen?

Es reicht aus, von Zeugnissen eine Kopie für die Bewerbung anzufertigen. Originale Dokumente werden vom Bewerber zurückbehalten. 
Für die Integration der Anlagen in die Bewerbungsunterlagen sollte dann aber ein bestimmtes, einheitliches Format ausgewählt werden. 

Digital bewerben: So reichen Sie die Anlagen zur Bewerbung ein

Bei einer E-Mail-Bewerbung oder der neueren Online-Bewerbung werden die Dokumente nicht in ausgedruckter Form in die Bewerbungsmappe gelegt. Der Bewerber übersendet sie als Anhang. Zu diesem Zweck werden die Texte als Dateien konvertiert.

Die Anlagen werden als komprimierte Datei verschickt. Deshalb besteht das elektronische Bewerbungsschreiben aus nur einem Dokument. Die Reihenfolge der Bewerbung bleibt genau gleich: Erst kommt das Anschreiben. Darauf folgen das Deckblatt, der Lebenslauf und die Anlagen.

Das PDF-Format ist die standardisierte Variante. Ein Volumen von 2 bis 5 MB lässt sich ohne Probleme an den Empfänger verschicken. Zu große Dateien nehmen zu viel Speicherplatz in Anspruch. Sie können mit speziellen PDF-Tools verkleinert werden.

Von Zip-Dateien sollte man Abstand nehmen. Sie sind anfällig für Viren, die mit dem Versenden des Dokuments als Schadsoftware übertragen werden.

Sprunglinks verweisen den Empfänger auf direktem Weg zum Anschreiben. Diese Methode macht das Lesen der Bewerbung komfortabler.

Beispiele für Dateinamen:

  1. Bewerbung_Martin_Feldmann
  2. MFeldmann_Bewerbungsunterlagen
  3. MartinFeldmann_Bewerbungsschreiben

Bevor der Kandidat seine elektronische Bewerbung als Email übersendet, kann er die Nachricht an seine eigene Adresse schicken. Zu diesem Zeitpunkt ist es noch nicht zu spät, den Aufbau zu ändern oder irrelevante Anlagen zu entfernen.

Fazit: Anlagen zur Bewerbung systematisch auswählen und ordnen

Es ist verständlich, dass der Stellensuchende mit möglichst vielen Anlagen seine Berufserfahrung untermauern möchte. Gerade bei Online-Bewerbungen gilt aber die Regel 'Klasse statt Masse'. Fügen Sie wirklich nur die Anhänge zu ihrer Bewerbung hinzu, die für Ihren beruflichen Hintergrund relevant sind. Arbeitsproben sind keine regulären Anlagen, können aber nach eigenem Ermessen als Ergänzung für die Bewerbung genutzt werden.

Arbeitszeugnisse mit negativen Beurteilungen müssen bei der Auswahl berücksichtigt werden. Spätestens im Vorstellungsgespräch erkennt der Personaler, ob der Bewerber in dieser Hinsicht ehrlich ist.

Wer sich bei seinen Unterlagen auf das Wesentliche, aber Aktuellste konzentriert, legt dem Personaler eine übersichtliche Bewerbung vor. Ein Zeitraum von maximal zehn Jahren ist ein geeigneter Richtwert für die Selektion. Zertifikate sollten nicht älter als fünf Jahre sein. An diesen Angaben kann sich der Bewerber beim Sortieren seiner Unterlagen orientieren.

Dr.Hans-Peter Luippold

Autor: Dr.Hans-Peter Luippold

Dr. Hans-Peter Luippold studierte Betriebswirtschaft in Freiburg und Köln und sammelte als Führungskraft bei Daimler, Volkswagen, Lufthansa, Wella und Vorwerk Erfahrungen in allen wesentlichen Unternehmensbereichen. Seit April 2000 ist er als Unternehmens- und Personalberater in Frankfurt am Main tätig. Er hält regelmäßig Vorträge und lehrt zu den Themen Erfolg und Karriere. Vernetzen Sie sich mit ihm über Xing und Facebook.